Es ist das Ende und soll gleichzeitig ein Neubeginn sein: Nach rund drei Jahren hat die Citywerkstatt ihre erste Entwicklungsstufe abgeschlossen. Die Zwischenbilanz fällt positiv aus. Der Zusammenschluss aus Händlern, Unternehmern und Privatleuten soll nach dem Auslaufen der EU-Förderung einen neuen Weg einschlagen.
Seit der offiziellen Taufe im Frühjahr 2022 hatte es sich die Citywerkstatt grundsätzlich zur Aufgabe gemacht, mit ihren recht unterschiedlichen Projekten die Altstadt zu beleben. Dabei war die Herangehensweise stets nach dem gleichen Prinzip angelegt: Mit der Entwicklung von Prototypen wurde jeweils die Basis gelegt, um bei erfolgreicher Umsetzung in der Folge auf bestehende Erfahrungswerte zurückgreifen zu können. Sprich: Was gut lief, konnte verfeinert und für künftige Einsatzgebiete perfektioniert werden.
Beispiele für gut und weniger gut funktionierende Aktionen gab es reichlich in den zurückliegenden Jahren. Die Stiefel-Rallye, bei der teilnehmende Geschäfte Kunden mit kleinen Geschenken in die Läden locken, funktioniert und hat sich inzwischen etabliert.
Nach dem erfolgreichen Praxistest könnte sie nun problemlos immer wieder aufgelegt werden, sagt Gregor Heilmaier, Koordinator der Citywerkstatt.
Nach dem Motto „Versuch macht schlau“ dürfte dagegen das bislang am Martin-Luther-Platz angesiedelte Hüpfspiel einen anderen Platz erhalten. Was die angestrebte zeitnahe Umsetzung von Projekten angeht, war das weit über ein Jahr laufende Verwaltungsverfahren für die namensgebende Deko in der Kronenstraße ein Negativbeispiel. „Schneller geht immer“, findet Heilmaier augenzwinkernd.
Die Zwischenbilanz des Unternehmensberaters nach mehr als zwei Jahren in Ansbach fällt aber dennoch positiv aus. Gab es nach der Auflösung von Citymarketing anno 2020 keinerlei Zusammenschluss der verschiedenen Interessengruppen, sieht Heilmaier in Ansbach nun wieder eine funktionierende Gemeinschaft am Werk.
Die Teilnehmer der verschiedenen Projektgruppen sind inzwischen gut vernetzt, zeigen sich offen für neue Ideen und deutlich weniger vom Argwohn der vergangenen Jahre getragen, hat Heilmaier ausgemacht: „Das ist der größte Erfolg aller Beteiligten, dass das gelungen ist – ein Riesenverdienst.“
Nach dem Auslaufen der EU-Förderung für die Citywerkstatt steht nun zwangsläufig der nächste „wichtige Schritt“ an.
Es geht darum, neue Ziele zu definieren und dabei die bisherige Arbeit weiterzuführen. In einer „Vereinigung der Händler und Ladenbetreiber“ könnte das gut gelingen, findet der Berater, und auffällig offen wird dabei das neue Miteinander beschworen.
Heilmaier sähe die Gruppe als aktive „Einheit, die den Blick darauf hat, dass die unterschiedlichen Händler auch unterschiedliche Interessen haben“.
Sprich: Es gilt für den angedachten Ableger der Citywerkstatt, die Belange von inhabergeführten Geschäften, weniger flexiblen Franchise-Ketten sowie dem frequenzbringenden Brücken-Center zu vereinen.
„Das kann gelingen“, versichert Heilmaier mit der ihm eigenen Zuversicht – wohlwissend, dass es diesbezüglich in den zurückliegenden beiden Jahren schon vieler Gespräche bedurfte, ehe bestehende Vorbehalte dem Blick nach vorne wichen. Neben den in Eigenregie von Händlern gestalteten Aktionen gilt das Hauptaugenmerk der Citywerkstatt künftig der Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Altstadt.
Laut Heilmaier liegt der Fokus darauf, „Prototypen zu schaffen, die die Verschönerung des Stadtbildes zeigen“. Oft sei den Besitzern vieler Immobilien mit historischer Substanz nicht klar, wie man derartige Gebäude zeitgemäß entwickeln könne. Nutzungsstudien sind dabei eine Option, daneben sollen Experten aus verschiedenen Bereichen konkrete Fragen wie die Finanzierung solcher Projekte beantworten.