Für ein Kleinprojekt, das jetzt im Bereich des Pfarrhofs verwirklicht worden ist, erhält die katholische Kirchenstiftung Weinberg rund 2490 Euro aus dem Regionalbudget des Zweckverbandes Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) Altmühlland A6.
Es geht um das Erinnern an die Jahrhunderte alte frühere Dorfkirche St. Ägidius, die um 1975 abgerissen worden ist. Auch der dazugehörige Friedhof wurde etwas später entwidmet und historische Grabmale wurden abgeräumt.
Erhalten geblieben ist von dem Gotteshaus nach Mitteilung des Kirchenverwaltungsmitglieds Eduard Hillermeier lediglich der Turm und eine kniehohe Brüstung von der südlichen Außenmauer des alten Kirchenschiffes. Unmittelbar neben dem früheren Gotteshaus war in den Jahren 1974/1975 ein modernes Kirchengebäude errichtet und mit dem Patrozinium „Mariä Sieben Schmerzen“ tituliert worden. Die Gemeinde Aurach betreibt bereits seit über 50 Jahren den Weinberger Friedhof mit Aussegnungshalle außerhalb der kirchlichen Liegenschaften.
Diese nun schon seit etwa eineinhalb Generationen zurückliegenden, gravierenden Veränderungen seien vielen Leuten nicht oder nicht mehr bewusst, gibt Hillermeier zu bedenken. Deshalb habe sich die Kirchenverwaltung entschlossen, dagegen anzugehen und einen kleinen Erinnerungsort anzulegen. Man sei froh darüber, so Hillermeier, dass der Förderantrag seitens des ILE-Zweckverbandes mit der Zusage eines 80-prozentigen Zuschusses beschieden worden ist.
Auf einer kleinen Teilfläche des alten Friedhofs – südlich der jetzigen Pfarrkirche – wurden nun kürzlich Repliken von Grabmalen errichtet sowie eine Informationstafel aufgestellt, die Erläuterungen gibt und Fotografien von der damaligen Kirche samt dem Friedhof zeigt. Auf einer Schrifttafel ist folgender Text zu lesen: „Der hier verbliebene Mauerrest erinnert an die ehemalige Dorfkirche St. Ägidius aus dem 14. Jahrhundert“.
Im Zuge des Kirchenneubaues um das Jahr 1975 war das alte Kirchenschiff abgerissen worden. Die jetzige Grünfläche daneben ist noch ein Teil des alten Friedhofs. Nach wie vor liegen hier noch einige Bestattete. Beispielhaft stehen auf der Fläche einige nachgebildete Grabmale, wie sie bis in die 1960er Jahre auf dem Weinberger Friedhof typisch gewesen sind.