Es war die erste Bürgersolaranlage in der Stadt Ansbach. Auf dem Dach der Ansbacher Feuerwehr in Eyb wurden 2005 Photovoltaikmodule installiert, die seitdem kontinuierlich Strom lieferten. Nun schenken die Eigentümer die noch immer gut funktionierende Anlage der Stadt.
Der Hintergrund ist natürlich die nach 20 Jahren auslaufende Einspeisevergütung. Ohne diese rechnet sich der Weiterbetrieb für die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) nicht mehr, erläuterte Martin Berberich als deren Geschäftsführer. Denn es fällt eine jährliche Miete in Höhe von 400 Euro für die Dachfläche an, die an die Stadt zu zahlen ist. Außerdem sind auch die Kosten für die Steuerberatung – wegen der GbR als Rechtsform – nicht ganz ohne, verdeutlichte Berberich.
192 Module mit jeweils 167 Watt sind auf dem Dach der Feuerwehrhalle installiert. Für ein Kilowatt zahlte man vor 20 Jahren rund 5100 Euro, blickte Berberich zurück. Gut 160.000 Euro wurden damals investiert. Seitdem hat die Anlage mehr als 610.000 Kilowattstunden sauberen Strom geliefert und damit 356 Tonnen CO₂ eingespart.
Eine Leistung von 32 Kilowattpeak ist heute nicht mehr so beeindruckend, wie noch vor 20 Jahren. Die Effizienz der Module ist deutlich besser geworden. Doch die Anlage auf dem Dach der Feuerwehr funktioniere einwandfrei, wie Berberich bei der offiziellen Übergabe betonte. Es seien erst kürzlich die Hälfte der zehn Wechselrichter durch effizientere Modelle ausgetauscht worden.
Die Feuerwehr kann den produzierten Strom selbst verbrauchen und damit die Ausgaben drücken, freute sich Oberbürgermeister Thomas Deffner. Das sei ökologisch sinnvoller und nachhaltiger als ein Rückbau. Schließlich funktionieren die Module ja noch. Für ihn ist die Bürgersolaranlage „ein tolles Projekt”.
Deffner dachte bei der Übergabe auch darüber nach, im Feuerwehrgebäude einen Speicher zu installieren. Die Wache sei auch ein Leuchtturm im Katastrophenfall und deshalb mit einem Notstromaggregat ausgestattet. Im Falle eines Falles müsste das vielleicht gar nicht erst anlaufen, wenn ein Speicher vorhanden ist. Auch die Installation von E-Ladesäulen sei eine Überlegung wert.
Der OB verwies auf Erhebungen der Metropolregion. Demnach liege Ansbach bei den PV-Anlagen ebenso an der Spitze wie bei den E-Ladesäulen. Und auch bei Ausbildungen im Bereich der „Green Skills” sei die Stadt ganz vorne dabei. Bei den „Green Skills” geht es um das Know-how für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft und Gesellschaft. Sie sind entscheidend für die ökologische Transformation.
Etliche der 15 Gesellschafterinnen und Gesellschafter sind zum offiziellen Übergabetermin gekommen. Sie waren vor 20 Jahren Pioniere in der neuen Art der Energiegewinnung. Es fehlte noch an Erfahrungswerten, wie solche Projekte am sinnvollsten umgesetzt werden. Martin Stümpfig, heute Landtagsabgeordneter der Grünen, damals im Umweltamt der Stadt tätig, hat das Vorhaben maßgeblich angeschoben. Er suchte geeignete Dachflächen und unterstützte die Investoren. „Es war mühsam”, blickt der Grünen-Politiker heute zurück. Als das Projekt kurz vor der Umsetzung stand, sprangen mehrere Investoren wieder ab.
Die Mitglieder der Bürgerphotovoltaikanlage Ansbach GbR haben auf ihrer Versammlung im Oktober einstimmig beschlossen, die GbR zum Jahresende aufzulösen und die Anlage der Stadt Ansbach zu schenken. EIne Entscheidung, die belegt, dass es ihnen damals mit ihrer Investition um die Sache ging und nicht darum, große Gewinne einzustreichen. Denn in diesem Fall hätten sie die alten Module durch neue ersetzt, um weiterhin eine garantierte Einspeisevergütung zu erhalten. Sie hätten damit aber auch eine Menge Müll verursacht.