Am Wochenende wurde ein neues Kapitel in Neuendettelsau aufgeschlagen: Erstmals in der Geschichte des Ortes gibt es eine Brauerei, und schon in wenigen Wochen wird es erstes Bier geben, das vor Ort gebraut wurde. Andreas Steinbauer hat seine Brauerei an der Ecke Heilsbronner Straße/Am Kohlschlag eröffnet.
Gute Wünsche überbrachten zur Einweihung nicht nur Bezirkstagsmitglied Hans Popp, sondern auch Landrat Marco Meier und Bürgermeister Christoph Schmoll. Der Rathauschef bezeichnete die Brauerei als „sehr wohltuend“ für die Neuendettelsauer Gastronomieszene. Er hofft auf viele Biergenießer, die den vor Ort gebrauten Gerstensaft konsumieren.
Andreas Steinbauer (59) ist Diplombraumeister und hat von 1988 bis 1992 in Weihenstephan das Bierbrauen studiert. Er war in Brauereien in Ammerndorf, Weißenburg und in Thüringen tätig. Aufgewachsen ist er in Neuendettelsau und hat in Windsbach Abitur gemacht. Mit dem Bau der eigenen Brauerei hat sich Andreas Steinbauer seinen persönlichen Lebenstraum erfüllt. Baubeginn war im Mai 2025. Rund eine halbe Million Euro hat er in den Neubau samt kleiner Gastwirtschaft investiert.
Es gab bisher schon Bier von Andreas Steinbauer. In einer Brauerei in Burgkunstadt werden nach seinem Rezept die Sorten Pils, Rubin, Schwarz und Hefeweizen gebraut und abgefüllt. In seiner Gaststätte, aber auch in einigen Getränkemärkten in der Region gibt es Steinbauers Biere zu kaufen. Bisher werden pro Jahr 300 Hektoliter davon verkauft. Der Traum von Andreas Steinbauer war es aber, selbst Bier zu sieden.
In Massivbauweise wurde die kleine Brauerei errichtet. Zusammen mit seiner Ehefrau Daniela freut sich Andreas Steinbauer auf das erste Bier, das in Neuendettelau gebraut wurde. Neben der Brauanlage gibt es auch einen Gastraum, in dem in Zukunft das Bier im Anblick der Brauanlage getrunken werden kann. Steinbauer hofft, die kommunale Grünanlage direkt vor der neuen Brauerei in Zukunft öfter als Biergarten nutzen zu können. Bürgermeister Schmoll berichtet, dass die Gemeindeverwaltung derzeit überlege, zu welchen Konditionen sie dies gestatten wird.
Der 59-jährige Steinbauer hat sich, so berichtete er, seit seinem 15. Lebensjahr intensiv mit Bier beschäftigt. „Nicht so sehr, dass ich viel getrunken habe, sondern ich interessiere mich einfach dafür.“ Vor 15 Jahren erwischte ihn dann auch das Brauereisterben, wie er sagte, und er wurde Busfahrer beim Sozialkonzern Diakoneo. Dass das Thema Bier ihn nie wirklich losgelassen hat, belegt, dass er seit 2005 mit seiner Ehefrau eine kleine Gaststätte im Nebenerwerb betreibt. Dort wird hauptsächlich sein eigenes Bier ausgeschenkt.
Mit der neuen Brautechnik wird Andreas Steinbauer fünf Hektoliter pro Sud herstellen können. Er peilt an, 250 Hektoliter pro Jahr zu brauen. Welche zwei Sorten er genau brauen will, stehe noch nicht fest. Vielleicht ein Starkbier und ein Kellerbier. Klar sind aber zwei Dinge: Zum einen stellt er in der Brauerei das Bier her, das er für seine Gastwirtschaft benötigt. Zum anderen wird es kein Flaschenbier geben. „Die meisten Energiekosten entstehen durch das Reinigen und Abfüllen.“ Das in Neuendettelsau gebraute Bier wird es nur in Fässern geben.
Andreas Steinbauer will aber nicht nur Bier brauen, sondern auch Seminare und Führungen in seinem Neubau anbieten. So soll ein kleiner Beitrag dazu geleistet werden, die fränkische Braukultur am Leben zu halten. Mit einem Fest am Wochenende wurde die Eröffnung der Brauerei gebührend mit zahlreichen Interessierten gefeiert.