Vom Flüchtlingscamp in Griechenland über Blechbläser in der U-Bahn bis zum bayerischen Ministerpräsidenten: Diese und weitere Motive sind in der Ausstellung „Pressefoto Bayern 2023“ zu sehen. Die Schau wurde jetzt im Brücken-Center eröffnet und ist bis zum 3. Februar zugänglich.
„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, betonte Wolfgang Grebenhof. Laut dem stellvertretenden Vorsitzenden des bayerischen Journalisten-Verbandes (BJV) ist dieses Sprichwort nicht mehr ganz taufrisch, „aber wahr wie eh und je“. Ein Foto beschreibe eine Situation auf einen Blick, es erzähle eine Geschichte und wecke Emotionen, führte er aus.
Die Bilder machen aber auch Lust auf zusätzliche Informationen, die ein Text liefert. Deshalb hielt Grebenhof fest: „Fotografen und Schreiber sind ein Team. Es geht nur miteinander.“ Das beste Ergebnis gebe es nur dann, wenn jeder sich auf das Gewerk, das er perfekt beherrscht, konzentrieren kann.
Die Ausstellung, die auf dem gleichnamigen Wettbewerb des BJV beruht, gibt es seit dem Jahr 2000. Damit soll die Bedeutung der Pressefotografie in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden, wie Grebenhof betonte.
Die aktuelle Auflage sticht durch zwei Punkte heraus. Zum einen wurden mit 1035 Bildern so viele Aufnahmen wie noch nie eingereicht. Die besten 80 Bilder, die von einer Jury ausgewählt werden, sind in der Ausstellung zu sehen. Sieger gibt es in acht Kategorien wie etwa Serie oder Tagesaktualität. Hinzu kommen ein Sonderpreis Europa und ein Newcomer-Award für junge Fotografen bis 35 Jahre.
Zum anderen hat mit Lorenz Mehrlich von der Süddeutschen Zeitung zum ersten Mal ein Volontär das Pressefoto des Jahres abgeliefert. Das Siegerbild mit dem Titel „Gestrandet“ zeigt laut Grebenhof ein Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Samos. Der Nachwuchspreis ging an die freie Fotojournalistin Sophie Linckersdorff für ihre Bilderserie zur Landshuter Hochzeit. Ein Bild von Markus Söder, umringt von Ehrengästen in Allersberg, brachte Jana Vogel von der Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung den Sieg in der Kategorie Tagesaktualität.
Brücken-Center-Chef Andreas Schmid empfindet es als besondere Ehre, dass Ansbach die erste Station der Wanderausstellung des bayerischen Journalisten-Verbandes ist. Die Fotos ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Das sei schon beim Aufbau zu beobachten gewesen.
Pressefotos sind schon etwas besonderes, wie Oberbürgermeister Thomas Deffner sagte. „In der Regel bleiben die Guten für Jahre oder Jahrzehnte in Erinnerung.“ Als Beispiel nannte er ein Foto aus dem Vietnamkrieg, das ein nacktes und hilfloses Mädchen zeigt, deren Haut durch einen Napalm-Angriff versehrt worden war.
Solche und andere Fotos sollen laut dem OB zum Nachdenken anregen. Die wichtige Aufgabe der Presse sei es, den Menschen den Spiegel vorzuhalten. „Das gilt insbesondere für Politiker.“