Seit 2006 gibt es die Städtepartnerschaft zwischen Ansbach und Fermo in Italien. Der Verein der Freunde von Fermo und Umgebung hat es sich zum Ziel gesetzt, dieser Freundschaft Leben einzuhauchen. Doch in fast 20 Jahren wurden treibende Kräfte älter: Junges Blut ist gesucht.
Es klingt fast wie eine Liebesgeschichte aus Hollywood: 2006 suchte Ansbach eine Partnerstadt. Genau wie das italienische Fermo an der Adria. Fränkische Lebensart trifft auf „La dolce vita“. Doch gerade die Unterschiede machen den Reiz dieser Freundschaft für die Vorsitzende Julia Borowsky und ihre Stellvertreterin Petra Müller vom Verein der Freunde von Fermo und Umgebung aus.
„Fermo liegt auf Hügeln in der Nähe zum Meer. Von den Bergen hat man einen weiten Ausblick. Ganz anders als hier in Ansbach“, schwärmen die beiden. Der Verein organisiert alle zwei Jahre eine Busfahrt nach Italien. Fuhr er die 1000 Kilometer früher durch, plant er mittlerweile eine Besichtigung mit Übernachtung für die Fahrt ein.
Die nächste Fahrt steht für 2026 an. Das ist zugleich das 20. Jubiläum der Städtepartnerschaft. Die Stadt unter der Koordination von Melanie Herrmann plant in Abstimmung mit dem Verein der Freunde ein großes Festprogramm für den Besuch. Was genau, ist noch offen, Borowsky und Müller schätzen aber, dass eine Ansbacher Abordnung im Sommer nach Fermo reisen wird und im Winter die Italiener empfangen werden. Auch in Fermo gibt es einen Freundschaftsverein, der von Francesco Gismondi geleitet wird.
Er bemüht sich sehr um die Beziehungen und fuhr mit seinem alten Fiat 500 schon mehrfach die weite Strecke nach Ansbach. Bei aller Begeisterung für die Freundschaft plagen den Verein der Freunde in Ansbach Nachwuchssorgen. Zwar umfasst die Organisation etwa 150 Mitglieder, Borowsky und Müller schmeißen den Laden aber zu großen Teilen allein. Darum würden sie sich freuen, wenn neue Mitglieder den Verein bereichern würden.
Denn Aktivitäten gäbe es genug: Eine Abordnung aus Fermo kommt jährlich meist im Sommer oder in der Adventszeit nach Ansbach. Gerade die Weihnachtsmärkte seien bei den Partnern von der Adria beliebt, schließlich gebe es diese zumindest in solcher Form nicht bei ihnen zu Hause. Oft wohnen die Gäste privat bei den Ansbacher Vereinsmitgliedern: „Sie sind wie ein Teil der Familie.“
Aber auch sonst hat der Verein viel zu bieten: Am 8. Februar steht das Wintergrillen im eigenen Vereinsheim an. Zweimal im Jahr will man gemeinsam kochen – natürlich italienisch. Und jeden dritten Donnerstag im Monat gibt es um 19 Uhr den Vereinsstammtisch im Gasthaus Dolce Vita. Bereits eine Stunde früher treffen sich Interessierte an der Sprache zum gegenseitigen Austausch auf Italienisch.
Ein besonderer Höhepunkt im Kalender ist der jährliche Besuch des Oktoberfests auf der Piazza del Popolo in Fermo. Natürlich bietet Fermo dort fränkisches Bier aus der Partnergegend an. Das Fest läuft drei Tage. Der Verein der Freunde hat regelmäßig einen eigenen Stand und verkauft fränkische Süßigkeiten. Meist bleibt die kleine Abordnung zum Ausgleich fünf Tage.