Markt Erlbach als Kommune und das Unternehmen „Naturenergie Zeilinger“ sind neue Mitglieder im „Team Energiewende Bayern“ des bayerischen Wirtschaftsministeriums. Somit stellt nur eine einzige Kommune bislang alle Vertreter aus dem Landkreis.
Die Firma „Wust, Wind & Sonne“, ebenfalls in Markt Erlbach ansässig, war bereits zuvor zum Teammitglied ernannt worden. Bayernweit gibt es laut Homepage mit den beiden neuen Mitgliedern jetzt also 80 dieser Unterstützer, darunter Firmen, Kommunen und Verbände. Teilnehmen kann jeder, der die Energiewende in Bayern voranbringen will.
Der Markt, betonte Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß, habe zwar in Bezug auf die Windkraft noch Nachholbedarf. Man hatte aber bereits 2022 deutlich mehr Strom produziert als im Gemeindegebiet verbraucht wurde. Sehr viel tue sich im Bereich der regenerativen Wärme-Erzeugung: Neben den beiden bestehenden Nahwärmenetzen für Markt Erlbach und das Neubaugebiet in Eschenbach wird derzeit im Eschenbacher Altort ein weiteres Netz gebaut.
Die Naturenergie Zeilinger UG versorgt umgerechnet inzwischen etwa 60.000 Haushalte mit grünem Strom. Besonders wichtig sei das Modell echter Bürgerbeteiligung. Auch für die Pacht hat man sich ein Konzept einfallen lassen, das dafür sorgt, dass nicht nur ein Landwirt profitiert und die anderen in die Röhre schauen.
Sowohl Kreß als auch Reinhold Zeilinger und Katrin Held, die für Naturenergie Zeilinger zum Termin gekommen waren, verwiesen neben dem Kampf gegen den Klimawandel auch auf den wirtschaftlichen Aspekt der Energie-Erzeugung. Sie sei einmal in Abu Dhabi gewesen und habe unwillkürlich gedacht: „Das wurde alles mit unserem Geld erbaut“, so Kreß. Das bestätigte Zeilinger: In einem seiner Windparks sei mittlerweile Energie im Gegenwert von zehn Millionen Euro erzeugt worden. „Diese zehn Millionen wären sonst in andere Länder geflossen.“ Und Länder wie Kuwait, die viel Öl und Gas liefern, beteiligen sich dann wieder an deutschen Unternehmen und gewinnen so Einfluss. Dieses Geld bleibe nun in der Region und werde auf viele verteilt.
Auslöser für sein Engagement in diesem Bereich sei der Bau der ersten Anlagen in Markt Erlbach gewesen, sagte Zeilinger. Zuerst seien von auswärtigen Investoren Bürgerwindräder zugesagt worden, doch dann wurde das Ganze revidiert: Die Investition sei zu unsicher für Privatleute, hatte es seinerzeit geheißen. Das Unternehmen wurde immer wieder verkauft und der neue Eigner konnte den Kaufpreis jeweils erneut abschreiben, so dass nie ein Euro Gewerbesteuer an Markt Erlbach geflossen sei. Diesem Modell wollte Zeilinger ein Ende bereiten.
Er lobte das mittelfränkische Vorgehen: Dr. Rainer Fugmann habe bei der Aufstellung des Regionalplans mit den Kommunen zusammen Vorranggebiete geschaffen. Alle hätten also die Chance genutzt, echte Bürgerprojekte zu entwickeln. Nicht verschwiegen wurde aber auch, dass derzeit im Markt Erlbacher Ortsteil Linden Unterschriften gegen mehrere Windradprojekte im Umkreis gesammelt werden.
Dr. Katrin Leuzinger, Bereichsleiterin der Stabsstelle „Energiewende“ bei der Regierung von Mittelfranken, lobte die Unternehmen, die sich lange bevor es politischen Rückenwind für die erneuerbaren Energien gab, dafür eingesetzt hatten. Einer ihrer ersten Termine im Amt sei die Einweihung der Agri-PV-Anlage von Naturenergie Zeilinger in Siedelbach gewesen, so Leuzinger. Kreß lobte ebenfalls den Schwung, den das Thema inzwischen hat, mahnte aber zugleich: „Den gleichen forschen Vortrieb brauchen wir jetzt beim Netz und der Speicherung von Strom.“
Dem „Team Energiewende Bayern“ kann jeder beitreten, der versucht, die Hindernisse für eine Energiewende aus dem Weg zu schaffen. „Die Wende bietet große Vorteile für unser Land“, sagte Leuzinger – „ökologisch und ökonomisch“.