Als Pizza mit Käse überbacken, Chips mit Dip oder ganz klassisch gebacken: Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Vorsitzender der Teichgenossenschaft Landkreis Ansbach, hat am Klosterweiher die Karpfensaison eröffnet. Vor dem Genuss stand das Abfischen des Gewässers bei bestem Sommerwetter mit viel Sonnenschein an.
Die Karpfenlust mit Live-Musik, Kunsthandwerkermarkt, Kinderspaß und Karpfen in vielen Variationen fand zum siebten Mal in Heilsbronn statt. Landrat Jürgen Ludwig lobte das gute Zusammenspiel zwischen Gastronomie und heimischen Teichwirten. Er selbst hatte die Karpfenlust – ähnlich wie die traditionellen Veranstaltungen in Dinkelsbühl und Feuchtwangen – angeregt.
Die Gaststätten mit im Boot zu haben, sei ein „wichtiger Baustein“, so der Landrat. Der Karpfen sei der Lieblingsfisch in der Region, stellte Jürgen Ludwig fest. Sorge in den kommenden Jahren bereite der Fischotter. „Er tötet über den Hunger hinaus“, erklärte der Landrat. Ein Problem, das auf Mittelfranken zukomme.
„In diesem Jahr sind die Karpfen Riesenteile“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin von Heilsbronn, Gabriele Schaaf, am Rande der Veranstaltung. Sie ließ sich Karpfenchips – das sind kleine Fischstücke mit Teig ummantelt und in Fett herausgebacken – schmecken.
Und auch das eigens gebraute Bier – der Karpfenlüstling – der Brauerei Dorn aus Bruckberg kam sehr gut bei der Kommunalpolitikerin an. „Das Bier ist sehr lecker. Vielleicht etwas heftig um die Uhrzeit, aber dann schwimmt der Fisch besser“, stellte Gabriele Schaaf mit Augenzwinkern fest.
Das Karpfenjahr sei ein ganz normales gewesen, so Harald Siller, stellvertretender Vorsitzender der Teichgenossenschaft Ansbach. Der Karpfen habe die richtige Größe, die Menge sei ausreichend und die Fische seien gesund, so Siller weiter.
Der warme, gleichmäßige Sommer im Juni und Juli habe dem Karpfen während der Hauptwachstumsphase gutgetan, und es habe ausreichend Wasser zur Verfügung gestanden. „Nur der Start im Frühjahr war nicht der beste“, erklärte Harald Siller.
Aber der August und September zum Ende hin seien wieder gute Monate vom Wetter her für den Karpfen gewesen. „Die Oberpfalz, Oberfranken und Niederbayern fallen in dem Jahr komplett weg, was Karpfen betrifft“, erklärte Harald Siller von der Teichgenossenschaft Ansbach, die aktuell 450 Mitglieder hat.
Schuld sei der Fischotter in den Regierungsbezirken. „Der Fischotter hat natürlich auch seine Berechtigung, aber es geht darum, das Gleichgewicht zu halten und um geeignete Maßnahmen, um das Tier in Schach zu halten“, sagte der Teichwirt.
Er isst Karpfen gerne süß-sauer, weil es für ihn gut zusammenpasst. Denn der Fisch stammt ursprünglich aus Asien und fand über die Römer seinen Weg nach Europa.