Im Jahr 2025 haben 80 Restaurants in Deutschland einen Grünen Stern erhalten – 14 Restaurants kamen neu hinzu. Zu ihnen gehört auch das unmittelbar an der Romantischen Straße gelegene Landhaus Zum Falken. Wer durch das malerische Weindorf Tauberzell (Gemeinde Adelshofen im Landkreis Ansbach) fährt, radelt oder wandert, den begeistert das Ambiente.
Im Jahr 2020 hat der Guide Michelin mit dem Grünen Stern eine neue Auszeichnung eingeführt: Gewürdigt werden Lokale, die sich durch ihr nachhaltiges Engagement auszeichnen und gleichzeitig eine geschmacklich hervorragende Küche bieten.
Die Gastronominnen und Gastronomen müssen sich der Bedeutung einer umweltschonenden Betriebsführung und eines respektvollen Umgangs mit der Natur bewusst sein und entsprechende Initiativen in ihren Restaurants konsequent umsetzen. Die Tester erscheinen unangemeldet und anonym – „sie essen, trinken und zahlen. Wir hatten keinen blassen Schimmer“, sagt Lars Zwick, der Inhaber des Restaurants.
Das Ergebnis ihrer Bewertung machen sie an konkreten Maßnahmen fest. Dazu gehören unter anderem: Verwendung regionaler und saisonaler Produkte, Berücksichtigung biologisch-ökologischer Aspekte, artgerechte Haltung der verarbeiteten Tiere, Energieeinsparung und Müllvermeidung. Zwick weiß viel zu erzählen, wie er in seinem Betrieb die Kriterien für die Verleihung des Grünen Sterns zu erfüllen versucht hat.
Die Gastronomie hat er während seiner Ausbildung in sehr guten Hotels in Deutschland und Österreich kennengelernt. Im Jahr 2000 hat er das Landhaus Zum Falken in Tauberzell gekauft. Zusammen mit Jürgen Koch (Hotel Laurentius, Weikersheim) und Christian Mittermeier (Villa Mittermeier, Rothenburg) hat er die Firma Tauberhasen gegründet.
„Wir wollten nicht einfach irgendwo den Wein einkaufen, sondern den Wein auch im eigenen Weinberg erleben und mitfiebern, was wir trotz der Launen der Natur im Herbst ernten können.“ Lars Zwick besitzt außerdem rund 100 Bienenvölker. „Bienen halten kann jeder, aber ich will Imker sein. Ich will unsere Heimat schmecken. Und der Honig aus dem Taubertal schmeckt anders als der Honig aus dem Aischtal.“
Zum Frühstück können sich die Gäste über Demeter-Produkte, Honig, acht verschiedene Joghurts und Marmeladen freuen – „alles kommt komplett aus der Natur“. 200 Obstbäume sorgen dafür, dass immer frisches Obst zur Verfügung steht. An sämtliche verarbeiteten Lebensmittel stellt Zwick gehobene Ansprüche. Egal, ob Eier, Käse, Mehl oder Brot – „ich suche mir nur die Lieferanten aus, die meine Ansprüche erfüllen“.
„Damit wir nichts wegwerfen müssen, gibt es eine kleine Hühnerschar, die für die Verwertung der Reste sorgt“, erklärt er. Auf die Frage, wie er sich denn den Grünen Stern verdient haben könnte, antwortet Zwick: „Mit Regionalität, Saisonalität, Biodiversität und Wertschätzung – das passt zu uns.“
Die Einladung von Michelin sei zufällig von seiner Lebensgefährtin Melanie Beck im Spam-Ordner entdeckt worden. Ein Kollege musste ihn erst davon überzeugen, dass es nicht um eine Fake-Nachricht handelt. Völlig überrascht fuhr er nach Frankfurt, wo ihm im Palmengarten der Grüne Stern verliehen wurde. Die Freude war riesengroß und hat Lars Zwick mit seinen Angestellten unheimlich motiviert. Das ganze Dorf hat sich mitgefreut, denn im Landhaus Falken sind auch die Dorfbewohner willkommen.
„Wir sind eine Wirtschaft für jeden Tag und deshalb gibt es bei uns auch noch zwei Stammtische.“ Jetzt im Sommer ist alles schön, es kommen viele Touristen und das Hotel ist ausgebucht. „Aber wir müssen auch an den Winter denken“, meint Lars Zwick. „Deshalb sind uns die Gäste aus dem Dorf lieb und wert, denn die kommen auch im Winter und feiern ihre Familienfeste bei uns.“
Viel Werbung macht Lars Zwick mit dem Grünen Stern nicht, lediglich auf der Speisekarte ist ein kleiner Hinweis darauf zu lesen. Montags und Dienstags ist das Landhaus geschlossen, an den restlichen Wochentagen ist ab 17 Uhr geöffnet und am Sonntag ganztags.
In diesem Jahr feiert der Gasthof sein 25-jähriges Bestehen. Von Anfang an war seine Lebensgefährtin Melanie Beck, eine gelernte Hotelfachfrau, dabei. „Wir sind ein Familienbetrieb und sind stolz auf unsere langjährigen Mitarbeiter. Gerne nehmen wir auch Auszubildende mit ins Boot.“
Als ob es etwas Selbstverständliches wäre, erwähnt Lars Zwick am Ende noch eine Besonderheit: „Wir haben auch noch einen Weinberg in Südafrika und unterstützen dort ein Waisenhaus. Das Projekt dort heißt allerdings nicht Tauberhase, sondern Kaphase.“