Ein kleines Stück weiter ist die Heilsbronner Stadtverwaltung mit ihrem Vorhaben, das Bahnhofsgebäude in die neue Heimat für die Musikschule umzubauen. Dem Ratsgremium wurde jetzt der aktuelle Planungsstand vorgestellt. Ohne Gegenstimme wurde dafür votiert, die Planungen weiter voranzutreiben.
„Es geht darum, eine Entscheidung herbeizuführen”, leitete Fachbereichsleiter Tobias Christ in der Sitzung des Stadtrates den Tagesordnungspunkt ein. Denn erst danach können eine konkrete Kostenschätzung erarbeitet und die noch benötigten Fachplaner – zum Beispiel Tragwerk, Akustik und Brandschutz – ausgeschrieben werden. Auch der Antrag an die Städtebauförderung für Zuschüsse muss noch gestellt werden. Denn ohne Förderung ist das Projekt nach den Worten von Christ für die Stadt nicht finanzierbar.
Die jetzt vorgestellte Planung stammt aus der Feder des Regensburger Büros „Century 3 Europe GmbH”. Sie unterscheidet sich gar nicht so sehr von dem bereits vorhandenen Sanierungsgutachten aus dem Jahr 2023. Wie Oliver Luxi vom Planungsbüro berichtete, sind im Erdgeschoss unter anderem ein Konzertraum, Lagerflächen, Garderoben und ein nur von außen zugängliches öffentliches WC vorgesehen. Um die Barrierefreiheit zu gewährleisten, arbeiten die Experten mit einer Rampenlösung im Eingangsbereich.
Im ersten und zweiten Obergeschoss sind etwa die verschiedenen Unterrichtsräume und Platz für die Verwaltung und Musiklehrer vorgesehen. An der Außenhülle des Bahnhofsgebäudes wollen die Fachleute die Eingriffe möglichst gering halten, „Der Charme des Gebäudes soll erhalten bleiben”, sagte Luxi. Neben der Rampe am auffälligsten sind wohl eine Außentreppe für den Brandschutz und ein breiteres Vordach. Den Vorschlag aus dem Gremium, auf der linken und rechten Seite des Vordaches noch einen Windschutz zu installieren, nahm Luxi mit auf.
Freie-Wähler-Stadtrat Wolfgang Prager, der auch Vorsitzender der Stadtkapelle ist, zeigte sich zufrieden mit den Planungen. „Die Bedürfnisse der Musikschule wurden alle berücksichtigt”, erklärte er. Das kommt nicht von ungefähr. Sowohl mit Prager als auch Musikschulleiter Claus Bernecker wurde die Entwurfsplanung vorab abgestimmt.
Das Projekt kostet freilich eine Menge Geld. Laut Planer Luxi kommt eine erste grobe Kostenschätzung auf rund 3,4 Millionen Euro. Zuletzt stand über die Städtebauförderung eine Förderung in Höhe von bis zu 80 Prozent im Raum – sofern das Bahnhofsumfeld in die Überlegungen mit einbezogen wird. Laut Andreas Schnabl vom Planungsbüro wäre es zudem denkbar, über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bis zu 250.000 Euro zu generieren.
Dafür muss das Gebäude freilich auch energetisch auf Vordermann gebracht werden. Die Rede war von einer PV-Anlage auf dem Dach, einer Wärmepumpe und einer Dämmung des Gebäudes. Von einer Innendämmung rieten die Experten indes ab. Einerseits, weil dadurch Platz im Inneren verloren geht. Und andererseits, weil eine Außendämmung deutlich effektiver sei.
Geht es nach den Planern, soll im Herbst der Bauantrag abgegeben werden. Im Februar/März des nächsten Jahres könnte dann mit den Abbrucharbeiten begonnen und das Bauprojekt im vierten Quartal 2026 auch abgeschlossen werden. „Ein sehr ambitionierter Plan”, lautete die Meinung aus den Reihen der Stadträte.
Diskussionsbedarf gab es auch noch bei der öffentlichen Toilette, weil eben nur ein WC vorgesehen ist. Da müsste zumindest noch ein Pissoir eingebaut werden oder im Idealfall eine zweite Toilette, so die Meinung einiger. Die Planer werden sich diesen Bereich noch einmal anschauen. Letztlich stimmte der Stadtrat einhellig der Planung zu und beauftragte die Verwaltung mit der weiteren Bearbeitung des Projektes.