Das „Klassenzimmer Natur“ des Bund Naturschutz ist ins Winterhalbjahr gestartet. Das Programm unterstützt Schulklassen und Kindertagesstätten beim Entdecken und Erforschen natürlicher Ressourcen. Die Nachfrage nach dem Angebot, bei dem pädagogische Kräfte die Einrichtungen besuchen, ist hoch.
Er ist nachts im Wald unterwegs, seine Lieblingsspeise sind Mäuse und Regenwürmer ... Wer ist das? Angespanntes Nachdenken am frühen Morgen in der städtischen Kindertagesstätte Windsbach im Landkreis Ansbach. Eine Katze? Ein Eichhörnchen? „Nein, ein Fuchs! Ich habe schon mal einen gesehen“, ruft eines der Kinder in die Morgenrunde. Für alle, die noch nie gefühlt haben, wie sich ein Fuchs anfühlt, hat Umweltpädagogin Karin Brenner ein Fuchsfell dabei. Manche Kinder streicheln hingebungsvoll darüber, andere trauen sich kaum hinzulangen.
„In solchen Situationen merkt man, wer schon mal was mit einem Tier zu tun hatte und wer noch nicht“, sagt Karin Brenner. Wenn Sie mit ihrem Erlebniskoffer beim „Klassenzimmer Natur“ in niederen Jahrgangsstufen oder gar im Kindergarten zu Besuch ist, läuft viel über „Sehen und Tasten“, erklärt die Umweltpädagogin. Grundsätzlich findet der eher theoretische Erklärteil, zumindest im Winter, drinnen statt. Bei den anschließenden Ausflügen in Wald und Natur geht es dann darum, das Gelernte zu Entdecken. „Da ist auch oft die Aufmerksamkeit zum Zuhören zu gering“, so Brenner.
Grundsätzlich geht es beim „Klassenzimmer Natur“ darum, die Kinder durch den direkten Kontakt mit der Natur dabei zu unterstützen, möglichst früh ein Umwelt- und Naturbewusstsein zu entwickeln. „Es gibt Kinder, die haben schon Kängurus gesehen und kennen sich bestens mit Dinosauriern aus, wissen aber nicht, was um sie herum in der heimischen Natur passiert“, erklärt Christina Beckler, Geschäftsführerin des Bund Naturschutz Ansbach.
Auch trage das Angebot zur mentalen Gesundheit der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen bei. „Bei dem engen Lehrplan haben die Kinder häufig Schwierigkeiten sich zu konzentrieren. Unser Ansatz, Inhalte in der Begegnung zur vermitteln, kommt sehr gut an“ sagt Christina Beckler. Im vergangenen Kursjahr haben rund 90 Gruppen am Programm teilgenommen. „Unsere Umweltpädagogin Karin Brenner war täglich unterwegs.“
Auch das Herbst- und Winterprogramm ist gefragt, bis Ende 2023 ist Karin Brenner ausgebucht, erst im neuen Jahr sind wieder Klassenzimmer-Termine buchbar. Kindertagesstätten und Schulen können wählen zwischen Unterrichtseinheiten zu den Schwerpunkten Igel, Biber, Hecke oder Wald. In allen Bereichen wird das Thema „Totholz ist prima fürs Klima“ behandelt. „Totholz ist extrem wichtig. Hier leben Tiere drin“, erklärt Karin Brenner draußen im Wald. Damit sie und weitere Kleinstlebewesen einziehen können, haben Kindergartenkinder eine Käferburg gebaut.
Auf dem Boden entdecken die Kinder Fichtenzapfen oder „Waldcroissants“, wie Karin Brenner sie nennt. An ihnen haben bereits verschiedene Wesen genascht, die Naturlehrerin zeigt den Unterschied zwischen Mäuse- und Eichhörnchenknabberspuren. Vorher, in den Räumen der Kita, hatte sie bereits erklärt, wie das aussehen wird. „Ich finde es spannend, dass wir tatsächlich jedes Mal Zapfen mit solchen Fraßspuren finden“, meint Brenner.
„Wie passiert so etwas, wo kommen die Dinge her? Das wollen wir unseren Kindern beibringen“, sagt Milena Disterer, die stellvertretende Leiterin des städtischen Kindergartens in Windsbach.
Als Einrichtung mit umweltpädagogischer Ausrichtung sind Personal und Kinder mindestens einmal die Woche im Wald, durch das Angebot des Bund Naturschutz soll die Umweltbildung noch weiter vertieft werden.
Einrichtungen oder Schulen, die am „Klassenzimmer Natur“ teilnehmen, zahlen einen Unkostenbeitrag von zwei Euro pro Kindergartenkind und drei Euro pro Schulkind. Das gesamte Programm wird gefördert vom Freistaat Bayern und der Stiftung der Vereinigten Sparkassen in Stadt und Landkreis Ansbach. Anmeldemöglichkeiten und Details zum Programm gibt es im Internet unter www.ansbach.bund-naturschutz.de/ klassenzimmer-natur