Der Bürgerwindpark Frankenhöhe: 50 Millionen Euro für die Energiewende | FLZ.de

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Veröffentlicht am 27.04.2025 16:43

Der Bürgerwindpark Frankenhöhe: 50 Millionen Euro für die Energiewende

Bei der offiziellen Einweihung des interkommunalen Bürgerwindparks Frankenhöhe gaben Vertreter verschiedenster politischer Ebenen ein klares Bekenntnis zum Windkraftausbau ab. Ans Netz gingen bereits im Winter vier Anlagen vom Typ Vestas V 162 mit einer gemeinsamen Nennleistung von 24,8 Megawatt. (Foto: Yvonne Neckermann)
Bei der offiziellen Einweihung des interkommunalen Bürgerwindparks Frankenhöhe gaben Vertreter verschiedenster politischer Ebenen ein klares Bekenntnis zum Windkraftausbau ab. Ans Netz gingen bereits im Winter vier Anlagen vom Typ Vestas V 162 mit einer gemeinsamen Nennleistung von 24,8 Megawatt. (Foto: Yvonne Neckermann)
Bei der offiziellen Einweihung des interkommunalen Bürgerwindparks Frankenhöhe gaben Vertreter verschiedenster politischer Ebenen ein klares Bekenntnis zum Windkraftausbau ab. Ans Netz gingen bereits im Winter vier Anlagen vom Typ Vestas V 162 mit einer gemeinsamen Nennleistung von 24,8 Megawatt. (Foto: Yvonne Neckermann)

Unter sehr großem Besucherinteresse ist am Sonntag der interkommunale Bürgerwindpark Frankenhöhe mit zwei Anlagen in Dietenhofen im Landkreis Ansbach und zwei in Neuhof an der Zenn im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim eingeweiht worden. Sie waren bereits zum Jahresende ans Netz gegangen.

Politiker verschiedenster Parteien und Ebenen bekannten sich zum Windkraftausbau in Bayern. Angesagt hatte sich eigentlich auch Ministerpräsident Dr. Markus Söder. Der gab aber dem Begräbnis von Papst Franziskus den Vorzug.

Der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch. Bereits am frühen Morgen zogen bei strahlendem Sonnenschein zahlreiche Gruppen von Besuchern zu Fuß oder mit dem Shuttlebus zum Ort des Geschehens, dem Festzelt am Fuße der südlichsten der vier Anlagen nahe des Dietenhofener Ortsteils Lentersdorf. Die Feierlichkeiten, die fast den ganzen Tag in Anspruch nahmen, besuchten insgesamt rund 1000 Menschen.

Gefeiert wurde die Inbetriebnahme von vier Anlagen des Typs Vestas V 162 mit einer Nabenhöhe von 169 Metern, einem Rotordurchmesser von 162 Metern, einer Gesamthöhe von 250 Metern und einer Nennleistung von 6,2 Megawatt. Die jährliche Energieproduktion ist auf 48.500 Megawattstunden beziffert. Betrieben wird der Windpark von der Bürgerenergiegesellschaft Frankenhöhe GmbH & Co. KG mit Kommanditisten aus der Region.

„Von der Gesamtinvestition von rund 50 Millionen Euro haben 445 Bürger aus Dietenhofen, Neuhof und der unmittelbaren Umgebung zehn Millionen Euro an Eigenkapital aufgebracht“, informierte Erich Wust, Geschäftsführer des Projektierers Wust Wind und Sonne aus Markt Erlbach. Dies ergebe eine durchschnittliche Beteiligungshöhe von 22.500 Euro pro Gesellschafter. „Unser Leitgedanke des echten Bürgermodells ist damit vollumfänglich erfüllt worden“, befand Wust zufrieden. Noch nie sei bei einem Projekt aus seinem Hause eine so hohe Summe aus so einem kleinen geografischen Umkreis aufgebracht worden.

Die bayerische Staatsregierung wurde vertreten von Tobias Gotthardt, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. „Beim Ausbau der Windenergie wollen wir zwei bis drei Zähne zulegen“, kündigte er an. 1000 neue Windenergieanlagen bis 2030 laute der Plan. „Die aktuellen Zahlen zeigen, wir sind voll im Soll.“ 2024 habe sich die Zahl der beantragten Anlagen im Vergleich zum Vorjahr auf 252 fast vervierfacht, die Genehmigungen mit 91 Anlagen sogar mehr als verfünffacht. „2025 geht es kraftvoll weiter.“

Der grüne Landtagsabgeordnete Martin Stümpfig gratulierte dem regionalen Planungsverband in Westmittelfranken dazu, dass dieser als erster das Deklarationsziel von 1,8 Prozent der Fläche für die Windkraft erreicht habe. „Wir bewegen uns sogar bereits in Richtung der zwei Prozent.“ Ins Stocken geraten könne der „Aufwind“ allerdings durch den Netzausbau, der dringend deutlich beschleunigt werden müsse. „Wir freuen uns daher, Sie weiterhin anzuschieben“, sagte Stümpfig mit einem Augenzwinkern an die Adresse des Netzbetreibers N-Ergie Netz.

Dies bestätigte Dr. Bernd Wust, Landesvorsitzender des Bundesverbands Windenergie: Es gebe zu wenig Netzzusagen für die Windenergie. Die Netzverknüpfungspunkte für Solarenergie könne man gut mit Windenergie überbauen. „Leider ist die N-Ergie sehr zögerlich.“

Der gastgebende Bürgermeister Rainer Erdel erinnerte an die Geschichte des Windparks. Im Februar 2021 habe man sich in einer Maschinenhalle mit den Flächeneigentümern getroffen, um auszuloten, ob diese eventuell zur Zusammenarbeit bereit seien. „Nur 18 Monate sind daraufhin vergangenen von der Idee bis zur Genehmigung – und das noch in Zeiten, als ein Bebauungsplanverfahren zwingend notwendig war“, lobte Erdel die flotte Arbeit des Projektierers, der Gemeinden, des Regionalen Planungsverbands und aller involvierter Behörden.

Verantwortlich für den Erfolg sei die Zusammenarbeit von Partnern aus der Region, die gemeinsam das Ziel verfolgt hätten, für die Region tätig zu sein, unterstrich auch Claudia Wust, Bürgermeisterin von Neuhof an der Zenn. Dort, beim Dorf Hirschneuses, steht der nördliche Teil des Bürgerwindparks Frankenhöhe.

Hans Herold, stellvertretender Landrat von Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, sah in der interkommunalen Kooperation ein Erfolgsrezept für die Bewältigung der Energiewende. Bürgermeister Rainer Erdel schnitt daraufhin symbolisch das rote Band am Windrad-Modell durch und wünschte dem Projekt „immer reichlich Wind auf dem Propeller.“


Von Yvonne Neckermann
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