Das zerstörte Altarbild in Ansbach soll restauriert werden | FLZ.de

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Veröffentlicht am 09.07.2023 15:10

Das zerstörte Altarbild in Ansbach soll restauriert werden

In der Heilig-Kreuz-Kirche beratschlagen Dekan Dr. Matthias Büttner, Frank Weihermann von der Gesamtkirchengemeinde und Pfarrer Hermann Spingler wegen des Schadens (von links). (Foto: Alexander Biernoth)
In der Heilig-Kreuz-Kirche beratschlagen Dekan Dr. Matthias Büttner, Frank Weihermann von der Gesamtkirchengemeinde und Pfarrer Hermann Spingler wegen des Schadens (von links). (Foto: Alexander Biernoth)
In der Heilig-Kreuz-Kirche beratschlagen Dekan Dr. Matthias Büttner, Frank Weihermann von der Gesamtkirchengemeinde und Pfarrer Hermann Spingler wegen des Schadens (von links). (Foto: Alexander Biernoth)

Eine Woche nach dem Anschlag auf das Altarbild in der Heilig-Kreuz-Kirche auf Ansbachs Stadtfriedhof ist die Bestürzung weiterhin groß. Ein Unbekannter zerschnitt mit einem Messer das Gemälde mit einem auferstandenen und segnenden Christus. Die Kirchengemeinde äußert sich zur möglichen Restaurierung.

Über das Motiv des Täters rätselt die Polizei ebenso wie Dekan Dr. Matthias Büttner und der Pfarrer der Kirchengemeinde Heilig Kreuz, Hermann Spingler. Vorigen Montag hatte man der Polizei gemeldet, dass das Bild beschädigt ist.

Nach einer ersten Schätzung beträgt der Schaden rund 1000 Euro. Das Leinwandbild sieht nach dem Anschlag schlimm aus, wie der Geschäftsführer der Gesamtkirchengemeinde Ansbach, Frank Weihermann, sagt. Das Bild des Ansbacher Malers Georg Friedrich Bischoff ist stark beschädigt, aber die Verantwortlichen der Kirchengemeinde zeigen sich zuversichtlich, dass es möglich ist, es zu restaurieren.

„Tiefe Verachtung für den Glauben“

„Wer sich an einem Altarbild in einer Kirche vergreift, drückt damit seine tiefe Verachtung für den darin zum Ausdruck kommenden Glauben aus. Und verletzt damit auch Menschen, die in dieser Kirche Trost und Hilfe finden.“ So steht es auf einer Tafel, die die evangelische Gemeinde neben dem Altar aufstellte.

Sie weist mit der Tafel auf Artikel 4 des Grundgesetzes hin, der eine ungestörte Religionsausübung festschreibt. Nur auf der Basis des Grundgesetzes sei ein Zusammenleben in Frieden und Freiheit möglich, unterstrich auch Ansbachs Dekan Matthias Büttner.

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Das Altarbild hat einen hohen emotionalen Wert

Die Ermittlungen der Polizei laufen noch. Wenn diese abgeschlossen sind und die versicherungsrechtlichen Fragen ebenfalls geklärt sind, werde über die Restaurierung des Gemäldes entschieden, heißt es. Es habe bereits Gespräche mit einem Restaurator gegeben, stellt Frank Weihermann fest.

Für viele Gemeindeglieder, so berichtet Pfarrer Hermann Spingler, aber auch für viele Besucher des Stadtfriedhofs habe das Bild einen hohen emotionalen Wert. Es seien bereits Besucher auf ihn zugekommen, die erzählten, dass sie bei jedem Friedhofsbesuch durch einen Aufenthalt in der Kirche und den Blick auf den segnenden Jesus Kraft für den Alltag schöpften.

Das Kunstwerk auf einem Mobiltelefon

Ein Besucher erzählte, er habe ein Foto des Bildes auf seinem Mobiltelefon gespeichert. Es sei eine Trostquelle für ihn. Die Gemeinde Heilig Kreuz wird nach den Worten des Pfarrers alles tun, damit das Gemälde in wenigen Monaten restauriert an seinen Platz zurückkehrt.

Der Maler Georg Friedrich Bischoff wurde am 18. November 1819 in der Ansbacher Neustadt geboren und starb am 19. November 1873. Sein Grab auf dem Stadtfriedhof ist nicht erhalten.

In der Heimatstadt benannte man 1902 die Bischoffstraße nach dem Maler Georg Friedrich Bischoff, aber auch nach zwei Brüdern des Künstlers: Der eine, Kaspar Jakob Bischoff, war Komponist, der andere, Johann Nikolaus, widmete sich der Mathematik.

Die Polizei bittet Zeugen um Hilfe. Sie nimmt Hinweise auf den Täter unter der Telefonnummer 0981/9094-121 entgegen.


Von Alexander Biernoth
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