Das Blechbläserensemble Dinkelsbühl begeistert mit fränkischem Konzertprogramm | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.11.2025 19:03

Das Blechbläserensemble Dinkelsbühl begeistert mit fränkischem Konzertprogramm

Das Blechbläserensemble Dinkelsbühl: Frank Prechter, Armin Bestelmeyer, Stefan Schneider, Johannes Krauß und Otto Czech (von links) sorgten mit ihren Gstanzln für Lacher. (Foto: Martina Haas)
Das Blechbläserensemble Dinkelsbühl: Frank Prechter, Armin Bestelmeyer, Stefan Schneider, Johannes Krauß und Otto Czech (von links) sorgten mit ihren Gstanzln für Lacher. (Foto: Martina Haas)
Das Blechbläserensemble Dinkelsbühl: Frank Prechter, Armin Bestelmeyer, Stefan Schneider, Johannes Krauß und Otto Czech (von links) sorgten mit ihren Gstanzln für Lacher. (Foto: Martina Haas)

Franken hat ziemlich viel zu bieten: charakterstarke Menschen, schöne Landschaften, Wein und natürlich Bratwürste. Dass auch ein ganzes Konzertprogramm fränkisch gestaltet werden kann, stellte das Dinkelsbühler Blechbläserensemble unter Beweis.

In der voll besetzen St.-Pauls-Kirche hörte das Publikum eine musikalische Reise quer durch die Jahrhunderte. Damit sich gleich alle richtig verorten konnten, eröffnete das Quintett den Konzertabend mit dem „Frankenlied”, der inoffizielle Landeshymne des nördlichen Landstrichs Bayerns.

Drei Anläufe für das „Gloria”

Auf dem musikalischen Zeitstrahl stoppte das Ensemble bei Josef Erasmus Kindermann, einem im 17. Jahrhundert in der Frankenmetropole Nürnberg geborenen, lebenden und gestorbenen Komponisten. Ob der Spross einer Kammmacherfamilie auch virtuos auf einem Kamm spielen konnte, ist zwar nicht überliefert. Für sein „Gloria” brauchte das Dinkelsbühler Blechbläserensemble jedenfalls drei Anläufe, bis das Stück zu voller Schönheit erklang.

Ihren Lapsus nahmen die Musiker jedenfalls humorvoll. „Aller guten Dinge sind drei”, meinte Armin Bestelmeyer, der durch den Abend führte. Die nächste Station war Bayreuth, Mekka aller Wagnerianer. Dass Richard Wagners Opern eine Herausforderung für alle Orchester, Sängerinnen und Sänger sind, ließ Bestelmeyer nicht unerwähnt, sein Ensemble jedenfalls meisterte den Zusammenschnitt geschmeidig. Und Stefan Schneider bewies, dass er nicht nur Trompete und Flügelhorn beherrscht, sondern auch seine Stimme.

Waren die Bremer Stadtmusikanten fränkisch?

Dass die Bremer Stadtmusikanten einen Bezug zu Franken haben könnten, erschien bislang unwahrscheinlich. Bestelmeyer klärte das Publikum auf: Jannik Helm, der an der Musikhochschule Würzburg ausgebildet wurde, hat für das Mainfranken-Theater der unterfränkischen Metropole aus dem Märchen der Brüder Grimm eine musikalische Lesung gemacht. Mit der war das Blechbläserensemble bereits am Landestheater Dinkelsbühl zu Gast. Ausschnitte waren jetzt auch in der St.-Pauls-Kirche zu hören.

Franken ist auch für seine Feste und Kirchweihen bekannt. Eine Tradition sind dabei die Gstanzln und Kerwa-Lieder. Dass das in allen Genres agierende Quintett auch mit solchem Repertoire unterhalten kann, stellte es unter Beweis. Der Sams-Marsch – die beliebte Kinderbuch-Figur wurde vom Bamberger Autor Paul Maar erfunden und von David Saam ins Fränkische übersetzt – bildete eine weitere musikalische Facette des Abends ab.

Mix aus Pachelbel und Rap

Der Kanon in D-Dur des Barock-Komponisten Johann Pachelbel – auch er wurde in Nürnberg geboren – in der Bearbeitung des Blechbläserensembles bildete den kreativen Abschluss des Programms. Tubist Frank Prechter legte die Basis für einen Mix mit Rap-Einlage von Stefan Schneider, der bis zu „Let it Be” von den Beatles führte.

Ohne Zugaben kamen die fünf Musiker, darunter auch Otto Czech (Posaune und Tenorhorn) sowie Johannes Krauß (Basstrompete, Posaune und Tenorhorn) nicht herum. Bei John Legends „All of Me” fand dann aber auch Armin Bestelmeyer keinen Bezug zu Franken mehr.

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