Blühende Wiese statt steriler Rasen: Bereits zum dritten Mal hofft die Ortsgruppe Ansbach des Bund Naturschutz auf möglichst viele Gartenbesitzer, die mal ganz entspannt im Liegestuhl sitzen bleiben statt zum Rasenmäher zu greifen. Ziel sind 100 Gärten, die bei der Neuauflage der Aktion Juni-Wiese mitmachen und ihre Rasenflächen zu naturnahen Wiesen umgestalten.
Bei einem Pressetermin im idyllisch gelegenen Garten von Reinhild und Christian Pape im Ortsteil Schalkhausen zeigten sie ihre Rasenflächen, die das Ehepaar bis Anfang Juli stehen lässt. Nur noch das Moos müsse vorher raus, erzählte Christian Pape. Das sei sehr anstrengend, weil sich das Moos auf der Fläche breit gemacht habe.
Das Nichtmähen lohne sich auf alle Fälle, machte Landschaftsarchitektin Susanne Wolf deutlich. Spätes oder weniger häufiges Mähen führe zu artenreichen Lebensräumen. Je größer die Vielfalt im Garten sei, desto mehr Pflanzen und Tiere fühlten sich wohl und fänden Nahrung, erklärte sie.
Oliver Rühl, Vorsitzender der Ortsgruppe Ansbach des Bund Naturschutz mit rund 600 Mitgliedern, mäht seinen Rasen schon seit Jahren nicht, wie er feststellte. Die Bodenfeuchtigkeit habe sich enorm verbessert, sagte er. Doch das Nichtmähen sei nicht zu dogmatisch zu verstehen, so der Vorsitzende weiter. Als Beispiel nannte er Flächen, wo Sitzgruppen stehen oder Kinder spielen.
Ein grünes Schild mit Liegestuhl und QR-Code darauf macht in den Gärten der Teilnehmer auf die Aktion aufmerksam. Ein Tütchen mit heimischem Saatgut für Bienenweiden gibt es obendrauf. Doch eine blühende Wiese mit Gänseblümchen und Ehrenpreis, Ferkelkraut oder Wegerich zu bekommen, erfordere etwas Geduld und dauere ein paar Jahre, sagte Susanne Wolf. „Es ist quasi wie sich im Liegestuhl auszuruhen“, stellte sie mit einem Augenzwinkern fest. Nähere Informationen zur Aktion Juni-Wiese gibt es auf der Internetseite der Ortsgruppe Ansbach.