Der Markt Obernzenn bekommt einen neuen Bürgermeister. Mit einer überzeugenden Mehrheit von 63,7 Prozent hat sich der Herausforderer Johannes Weiß (CSU) gegen den Amtsinhaber Reiner Hufnagel (Freie Wählergemeinschaft/FWG) durchgesetzt.
Die Wahl hatten 2065 Wahlberechtigte. 1472 Menschen machten von diesem Recht Gebrauch. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 71,3 Prozent. 28 Stimmen waren ungültig. 920 Wahlberechtigte machten ihr Kreuzchen bei Johannes Weiß, 524 bei Reiner Hufnagel, entsprechend 36,3 Prozent.
„Ich hatte mit einem knapperen Ergebnis gerechnet. Jetzt ist es doch relativ deutlich geworden“, sagte Reiner Hufnagel. Die Unzufriedenheit der Menschen sei im Wahlkampf deutlich spürbar gewesen – vor allem bezogen auf den geplanten Neubau der Kläranlage und weitere große Investitionen im Abwasserbereich. „Vermutlich hat das den Ausschlag gegeben“, so der 57-jährige Diplom-Verwaltungsfachwirt (FH).
Er habe viel Zeit und Energie in sein Amt investiert, so Hufnagel. Um angestoßene Projekte wie den Kindergartenneubau weiter zu begleiten, stehe er für ein Marktgemeinderatsmandat zur Verfügung. „Das ist für mich Teil der politischen Glaubwürdigkeit.“ Da der Großteil der bisherigen Gremiumsmitglieder nicht mehr angetreten war, werde es viele Veränderungen geben. „Da ist es bestimmt gut, wenn auch ein paar alte Hasen dabei sind.“ Hufnagel war Listenführer der FWG.
Von der Deutlichkeit des Ergebnisses zeigte sich auch Johannes Weiß überrascht. Grundsätzlich sei er aber optimistisch gewesen, denn auch er habe die von Hufnagel geschilderte Stimmung in der Bevölkerung wahrgenommen. „Fairerweise muss man sagen, dass bei den wichtigen Projekten wie Kindergarten- und Kläranlagenneubau in den vergangenen sechs Jahren wenig passiert ist“, so der 26-jährige Polizeibeamte. Die Menschen wünschten sich „einen anderen Zug und neue Ideen.“
Er freue sich jetzt sehr auf die neue Aufgabe und darauf, Verantwortung für seine Gemeinde übernehmen zu können. Er wünsche sich eine schnelle und reibungslose Übergabe der Amtsgeschäfte, um möglichst bald loslegen und anpacken zu können. „Die Menschen wollen jetzt Ergebnisse sehen. Dafür wurde ich gewählt, und das möchte ich auch umsetzen.“
In Obernzenn zieht die CSU mit fünf Sitzen in den Gemeinderat ein. Grüne, Liste Land und FWG kommen auf jeweils zwei Mandate. AfD, die Wählergemeinschaft Egenhausen und die Bürgerliste Urphertshofen erreichen je einen Sitz.