Brot verbindet die Welt: Internationales Bäcker-Treffen in Dachsbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.06.2025 07:00

Brot verbindet die Welt: Internationales Bäcker-Treffen in Dachsbach

Globale Kruste, lokale Krume: Ein Treffen internationaler Bäcker fand in der Bäckerei von Arnd Erbel in Dachsbach statt. (Foto: Nicole Gunkel)
Globale Kruste, lokale Krume: Ein Treffen internationaler Bäcker fand in der Bäckerei von Arnd Erbel in Dachsbach statt. (Foto: Nicole Gunkel)
Globale Kruste, lokale Krume: Ein Treffen internationaler Bäcker fand in der Bäckerei von Arnd Erbel in Dachsbach statt. (Foto: Nicole Gunkel)

Wer glaubt, dass Brot nur ein Grundnahrungsmittel ist, kennt die Gemeinschaft rund um Arnd Erbel nicht. Aus Panama, Australien, Schottland, den Niederlanden, Großbritannien, den USA und ganz Deutschland kamen rund 20 Bäckerinnen und Bäcker für ein paar Tage zum Austausch in die fränkische Provinz.

Vier Tage lang wurde in der Bäckerei Erbel in Dachsbach (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) gebacken, probiert, philosophiert und natürlich gelacht. Dass zeitgleich die internationale Backmesse in Düsseldorf stattfand, war kein Zufall. Doch einige Teilnehmer reisten ausschließlich für das Treffen in Mittelfranken an.

Die Unterkünfte waren so vielfältig wie die Gäste selbst: Übernachtet wurde in umliegenden Pensionen, in Erbels Haus und im Wohnwagen im Garten. Damit alle auch den Aischgrund erkunden konnten, stellte der Gastgeber jedem ein eigenes Fahrrad zur Verfügung.

„Der Teig ist ein Spiegel der Seele”

Die Gruppe ist kein offizieller Verband, sondern ein loser Zusammenschluss leidenschaftlicher Bäcker und Brotverrückter, die sich einmal jährlich irgendwo auf der Welt treffen. Im vergangenen Jahr war es Verona, diesmal fiel die Wahl auf Dachsbach.

Mit dabei war auch Cesare Salemi, ein gebürtiger Italiener, der mittlerweile in Australien lebt und Brotöfen in Eigenregie entwickelt. „Der Teig ist ein Spiegel der Seele, der Ofen lügt nicht“, sagt er, und bringt damit auf den Punkt, was die Gruppe verbindet: die Liebe zum ehrlichen, handwerklich hergestellten Brot. „Jeder sollte sein eigenes Brot backen können“, so Salemi.

Ein solcher Ofen, den man zu Hause einfach an eine Steckdose anschließen kann, steht auch bei Julian König in der Nähe von Göttingen. Der hauptberufliche Schulleiter nutzt seine Ferien, um in Erbels Backstube mitzuarbeiten. König möchte künftig auch gewerblich Brot backen, dafür braucht er derzeit noch grünes Licht von der Handwerkskammer.

Verzicht auf Hefe und Gärhilfen

Ein striktes Programm gab es für die Tage in Dachsbach nicht – ganz bewusst. Stattdessen standen gemeinsames Backen und der Austausch von Ideen im Mittelpunkt. Gastgeber Arnd Erbel führte seine Gäste unter anderem in die Kunst der „Hergottsköpfe“ ein und experimentierte mit geschimmelten Brot. Das sei ähnlich wie bei Schimmelkäse, sagt er.

Was alle Gäste eint, ist der Verzicht auf Zusätze wie Hefen oder künstliche Gärhilfen. „Bread is love“ bringt es Cesare Salemi auf den Punkt, der davon überzeugt ist, dass die industrielle Fertigung der Lebensmittel und Fast Food die Menschen krank macht.

Gutes Brot verbindet, so Salemi. Und die Freundschaft der Bäcker und Brotliebhaber verbindet auch über Ländergrenzen und Ozeane hinweg. Der Treffpunkt für nächstes Jahr steht auch schon fest: 2026 feiern sie ihre Brotleidenschaft in Griechenland.


Von Nicole Gunkel
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