Bis Jahresende soll Krankenhauslandschaft neu gestaltet sein | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.07.2026 14:02

Bis Jahresende soll Krankenhauslandschaft neu gestaltet sein

Bayerns Krankenhauslandschaft ist im Umbruch - bis zum Jahresende soll die Zuweisung der Leistungsgruppen abgeschlossen sein. (Symbolbild) (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Bayerns Krankenhauslandschaft ist im Umbruch - bis zum Jahresende soll die Zuweisung der Leistungsgruppen abgeschlossen sein. (Symbolbild) (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Bayerns Krankenhauslandschaft ist im Umbruch - bis zum Jahresende soll die Zuweisung der Leistungsgruppen abgeschlossen sein. (Symbolbild) (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Bis zum Jahresende soll die Neuzuweisung der Leistungsangebote aller Krankenhäuser in Bayern abgeschlossen sein. „Der Medizinische Dienst Bayern hat die interne Prüfung der rund 3.400 Anträge der Kliniken nunmehr fast abgeschlossen. Auf der Grundlage der finalisierten Gutachten wird Bayerns Gesundheitsministerium ab Herbst die Zuweisungsentscheidungen treffen“, teilte die Staatskanzlei nach einer Sitzung des Kabinetts in München mit. Bayernweit gebe es derzeit 258 allgemeine Klinikstandorte.

Mit den von der Bundesregierung neu eingeführten Leistungsgruppen wird festgelegt, welche medizinischen Leistungen künftig an welchem Krankenhaus noch von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden. 

„Kommen jetzt in die heiße Phase“

„Wir kommen als Planungsbehörde jetzt in die heiße Phase“, betonte Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU). Es sei eine schwierige Lage für die Krankenhäuser, nun gelte es, die sogenannten Leistungsgruppen zu verteilen, also die Frage, welche medizinischen Leistungen künftig wo angeboten werden. Die Krankenhäuser würden im August ihre Gutachten erhalten, in der Folge würden dann die Leistungsgruppen zugeteilt. Der Prozess werde aber auch nach dem Jahresende weitergehen, sagte Gerlach.

„Es ist wichtig, dass unsere Krankenhauslandschaft sich verändert, und zwar nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch personell“, sagte Gerlach. An den Kliniken fehlten viele Fachkräfte, weshalb durch Kooperation und Zentralisierung geschaut werden müsse, wie die Krankenhauslandschaft auch in zehn, in 20 Jahren noch funktioniere, „nicht nur finanziell, sondern eben auch durch fachliche Vorgaben, die damit einhergehen“.

Gerlach rechnet auch mit Klagen von Kliniken 

Ziel sei es, ein Netz zu spannen, damit die Menschen in zumutbarer Entfernung eine entsprechende medizinische Grund- und Notfallversorgung erhielten, sagte Gerlach. Dies bedeute nicht immer nur ein möglichst kurzer Weg, sondern ein Weg, auf dem den Menschen auch geholfen werde. Dazu gehörten auch entsprechende Rettungsfahrzeuge und Hubschrauber.

Darüber hinaus gehe es auch darum, Überkapazitäten abzuschaffen, die man sich so im Gesundheitssystem nicht mehr leisten könne. Als Beispiel nannte sie die Endoprothetik, den Austausch zerstörter Gelenke wie Hüften oder Knie. Das werde nicht überall auf Zustimmung der Kliniken stoßen, sie rechne auch mit Klagen von Kliniken.

Wirksame Entbürokratisierungshebel benötigt

Auf Nachfrage gab Gerlach an, sie habe noch keine Anhaltspunkte dazu, wie viele Kliniken oder Fachabteilungen im Zuge der Neustrukturierungen geschlossen werden müssten. Sie sei aber sehr beruhigt, dass alle Kliniken im Grundversorgungsbereich entsprechende Anträge gestellt hätten, was zeige, dass es hier nicht zu Schließungen komme.

Gleichwohl gehe es in dem Verfahren darum, dass die Kliniken überleben könnten. In jedem Fall brauche es aber noch einen wirksamen „Entbürokratisierungshebel“, mit dem die Kliniken eigene Einsparungen vornehmen könnten.

Söder: „Es wird Veränderungen geben“

„Es wird Veränderungen geben“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Der anstehende Prozess sei „kniffelig und herausfordernd, aber ich bin sicher, es wird am Ende funktionieren“. Ziel sei es, dass am Ende jeder die Versorgung erhalte, die er brauche und die Krankenhäuser eben nicht mit Defiziten arbeiten müssten, sondern „wirtschaftlich solide, langfristig stabil sind“.

Oberziel sei, „quasi eine Garantie abzugeben, dass Notfallversorgung in Bayern flächendeckend möglich ist und Spitzenmedizin in Bayern angeboten werden kann“.

© dpa-infocom, dpa:260721-930-416730/1


Von dpa
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