Wer die Leistung der Freiwilligen Feuerwehr Ansbach bewerten will, muss nur etwas rechnen können. 2025 gab es 567 Einsätze zu bewältigen. Dies berichtete der Stadtbrandrat und Kommandant Steffen Beck in der Jahresversammlung. Das sind pro Tag im Schnitt mehr als anderthalb. Auf einzelne ging er besonders ein.
Ungewöhnlich nannte der Kommandant die zahlreichen Brände (80), auch große (6), im vergangenen Jahr. Viel Zeit wandte er dafür auf, auf den Brandeinsatz am Autohaus Poschner im August zurückzublicken. Es sei hier eine Stahlkonstruktion, und „man hat die Löschmaßnahmen von außen durchgesetzt”. Als schwierig bezeichnete er viele Autoreifen und Gummi, die in Brand geraten seien. Deshalb habe man von außen mit Schaum gearbeitet.
Er erinnerte darüber hinaus zum Beispiel an ein Auto in der Rezat mit eingeklemmter Person im Januar 2025, „auch ein seltener Einsatz”, den Brand eines Müllhauses in den Hürner-Höfen im Mai, beziehungsweise der zehn Mülltonnen darin, oder den Dachstuhlbrand in der Endresstraße im selben Monat. „Auch das ist sehr herausfordernd: enge Bebauung, viel Löschwasserbedarf.”
Ein Jahr vorher, also 2024, verzeichnete die Feuerwehr laut Steffen Becks Worten 506 Einsätze. Das bedeutet für 2025 ein Plus von rund zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. In seiner Präsentation standen überdies 560 Einsätze für 2023 und 577 für 2022.
Der Kommandant legte eine Top-5-Liste mit den häufigsten Einsatzszenarien vor. Dabei lagen auf Platz eins anschlagende Brandmeldeanlagen (81 Alarme) – vor akut zu öffnenden Wohnungstüren (74), kleinen Einsätzen der technischen Hilfeleistung, also von Gebäuden, die zu sichern sind, bis zu Kellern, die unter Wasser sind (69), Kleinbränden (45) und Autounfällen (32).
Für den Kommandanten erfreulich war die Zahl der 141 erwachsenen Aktiven und der Jugendlichen in den Reihen der Feuerwehr. An erwachsenen Aktiven wies er 122 Personen, darunter 21 Frauen, aus. Darüber hinaus erwähnte er die 19 Jugendlichen, darunter ein Mädchen, und die zwölf Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, darunter drei Mädchen.
Die Kinder- und die Jugendfeuerwehr lobte Steffen Beck als „Rückgrat unserer Wehr” und Feuerwehrleute von morgen. Was das Durchschnittsalter in der Feuerwehr Ansbach betrifft, sprach er von 32,9 Jahren. „Das ist eine Verjüngung der Mannschaft um 2,1 Jahre.”
Die Brandschützerinnen und Brandschützer leisteten 2025 genau 23.875 Stunden für die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt, wie der Kommandant erläuterte. Dies sei „wieder ein Rekordwert”, auf den Durchschnittslohn in Deutschland umgerechnet eine Ersparnis von 612.000 Euro. Die aktuell 17 Fahrzeuge und fünf Anhänger am Standort spulten gemäß den Angaben des Stadtbrandrats knapp 47.600 Kilometer ab.
Auf einen großen Einsatz schon im neuen Jahr war bereits Oberbürgermeister Thomas Deffner als Vorsitzender der Feuerwehr eingegangen: auf den Brand in der Silvesternacht in der Herbartstraße. „Da war das neue Jahr gerade 20 Minuten alt.”
Als geschäftsführender Vorsitzender stellte Klaus Schwarzbeck fest: „Das Ehrenamt in der Feuerwehr verdient höchste Anerkennung und Wertschätzung.” Die engagierten Mitglieder setzten sich unermüdlich für das Wohl der Mitmenschen ein.
Sie stünden oft in herausfordernden Situationen bereit: um Leben zu retten und Sachwerte zu schützen. Die Feuerwehrleute opfern laut den Worten des geschäftsführenden Vorsitzenden ihre Freizeit, um sich fortzubilden, zu üben und im Ernstfall schnell und effektiv zu handeln.
Oberbürgermeister Deffner als Vorsitzender würdigte die Feuerwehr ebenfalls für den Einsatz im vergangenen Jahr. „Es war einiges zu bewältigen.” Der Rathauschef zeigte sich beeindruckt, wie professionell die Feuerwehrleute handelten. Da sitze jeder Handgriff, und die Aktiven agierten schnellstens und verhinderten Schlimmeres.
Die jungen Feuerwehrleute hob er ebenso hervor. „Wir brauchen die Jugend, das muss in der Feuerwehr kontinuierlich weitergehen.” Der Rathauschef schilderte außerdem, was nach einem Einsatz auf der Wache noch zu leisten sei, um das Material wieder auf Vordermann zu bringen: etwa Schläuche zu kontrollieren und für den nächsten Einsatz wiederherzurichten oder die Masken der Atemschutzgeräteträgerinnen und -träger entsprechend zu behandeln.