Bei der Finalpremiere schaut der Fortuna-Spielertrainer nur zu | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.04.2025 08:00

Bei der Finalpremiere schaut der Fortuna-Spielertrainer nur zu

Auf dem Weg nach oben in den Verbandspokal? Fortuna-Trainer Steffen Engelhardt hat Erfahrung in der Sache. (Foto: Martin Rügner)
Auf dem Weg nach oben in den Verbandspokal? Fortuna-Trainer Steffen Engelhardt hat Erfahrung in der Sache. (Foto: Martin Rügner)
Auf dem Weg nach oben in den Verbandspokal? Fortuna-Trainer Steffen Engelhardt hat Erfahrung in der Sache. (Foto: Martin Rügner)

Für den FV Fortuna Neuses ist so ein Kreispokalfinale ein ganz neues Erlebnis. Für den Trainer nicht. Doch der kann seinem Fußballteam am Donnerstag, 1. Mai, ab 15 Uhr, gegen den FC Kalchreuth nicht helfen. Also nicht auf dem Platz.

„Ich schätze, für mich ist Sommerpause“, sagt Fortuna-Spielertrainer Steffen Engelhardt, der an einem Muskelfaserriss in der Wade laboriert.

Einmalige Erlebnisse mit Dinkelsbühl

Seine Pokalerfahrung würde dem Team bei der Kreispokalfinalpremiere bestimmt nicht schaden. Vor Jahren wurde der Defensivspieler mit den Spfr Dinkelsbühl Kreissieger und bestritt anschließend große Spiele gegen die Profiteams von Jahn Regenburg und den Würzburger Kickers. „Das waren schon ziemlich einmalige Erlebnisse in meiner Laufbahn“, sagt Engelhardt.

Auf Spiele gegen höherklassige Teams darf der Sieger erneut hoffen. Die 22 Kreissieger bekommen jeweils 1000 Euro Prämie und dürfen sich mit etwas Glück beim Wunschlos-Verfahren im Verbandspokal einen attraktiven Gegner auf ihren Sportplatz holen, wobei auch die Drittligisten zur Wahl stehen. Ausgelost wird am 11. Juli.

Gegner Kalchreuth ist Pokalverteidiger

Endspielerfahrung hat auch der FC Kalchreuth. Vergangenes Jahr machte sich der Tabellenführer der Bezirksliga Nord schon einmal mit Erfolg auf den Weg nach Südwesten und gewann den Kreispokal mit einem 3:0 bei den Spfr Dinkelsbühl, präsentierte dabei seinen vielen mitgereisten Anhängern eine abgezockte und defensivstarke Elf.

Unter Druck: Spfr-Torwart Philipp Neuberger, Teamkollege Philipp Müller und der Kalchreuther Torschütze Timm Wagner (von links). (Foto: M. Rügner)
Unter Druck: Spfr-Torwart Philipp Neuberger, Teamkollege Philipp Müller und der Kalchreuther Torschütze Timm Wagner (von links). (Foto: M. Rügner)

Kalchreuth stürmt im Pokalfinale die Festung der Spfr Dinkelsbühl

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Auch diesmal haben sich mehrere Fanbusse aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt angesagt, was mit dazu beitragen dürfte, dass sich die Einwohnerzahl von Neuses (gut 300) am Spieltag der Fortuna mal wieder kurzfristig vervielfacht.

In 27 Ligaspielen nur 17 Gegentore

„Das Spiel ist schon ein Gradmesser für uns“, sagt Engelhardt, der auf die verletzten Tim Baumann und Tobias Unfried verzichten muss. Bei der SpVgg Mögeldorf hat er sich erkundigt, wie man dem FCK beikommt, denn die feierte jüngst einen 4:0-Erfolg in Kalchreuth. Jetzt kommt es noch auf die Umsetzung gegen eine ausgeglichen besetzte Elf an, die in 27 Ligaspielen nur 17 Tore und lediglich drei Niederlagen kassiert hat.

Dreimal mehr Tore (54) musste Neuses als Tabellenzehnter der Bezirksliga Süd hinnehmen. Dass Engelhardt die Favoritenrolle nicht so klar vergeben sieht wie die Tabellen vermuten lassen, hängt auch damit zusammen, dass seine Truppe die Pokalaufgabe aus einem guten Lauf heraus in Angriff nimmt (vier Spiele ohne Niederlage, drei Siege).

Steiniger Weg ins Endspiel

Außerdem hat Neuses mit den Mögeldorfern im Viertelfinale nach Elfmeterschießen schon einmal ein Spitzenteam der Bezirksliga Nord in der aktuellen Pokalsaison geschlagen. Der Weg ins Endspiel führte die Fortuna außerdem über den TV Dietenhofen (2:1) und die SG Segringen/Dinkelsbühl (5:4).

Kalchreuth schaltete nach einem 4:3 über Germania Nürnberg im Viertelfinale Süd-Titelanwärter TSC Neuendettelsau aus (2:0) und im Halbfinale den TSV Altenberg (4:0).

Finale im Zeichen der Organspende

Die Kreispokal-Endspiele stehen in ganz Bayern in diesem Jahr im Zeichen der Organspende. Daher sollte es die Zuschauer nicht wundern, wenn sie rund um das Spiel in Neuses auf Flyer oder Plakate zum Thema treffen, ist es doch Teil der Organspende-Aktionsspieltage.

„Der Amateurfußball in Bayern mit seinen rund 4500 Vereinen verkörpert nicht nur sportliche Leidenschaft, sondern auch ein starkes soziales Engagement. An den Aktionsspieltagen möchten wir gemeinsam mit der Bayerischen Gesundheitsministerin Judith Gerlach aufklären, Vorurteile abbauen und für eine bewusste Entscheidung pro Organspende sensibilisieren“, so BFV-Präsident Christoph Kern.

2011 wurden Lunge und Leber transplantiert

Bei der Fortuna gibt es mit Rainer Wölzlein einen Experten für das Thema. Dem 48-jährigen Fußballfunktionär wurden 2011 Lunge und Leber transplantiert. Er hat am eigenen Leib erfahren, wie wichtig Organspenden sind. Mit seiner eigenen Lunge hätte er das erste Pokalfinale seines Vereins wohl nicht erleben dürfen.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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