Das Interesse war sehr groß: Die neue Sonderausstellung „Die Waffen einer Reichsstadt“ wurde offiziell im RothenburgMuseum eröffnet. Sie wird eineinhalb Jahre zu sehen sein.
Und rund eineinhalb Jahre lang wurde sie geplant, wie Stadtarchivar Dr. Florian Huggenberger in seiner Ansprache verriet. Beteiligt am Gesamtwerk waren so einige, zum Beispiel: Oberbürgermeister Dr. Markus Naser und Tourismusdirektor Dr. Jörg Christöphler (Idee). Huggenberger selbst wurde mit der Ausführung betraut – zu einer Zeit, als die neue Museumsleitung Inga Benedix noch nicht da war. Später haben die beiden sich dann gemeinsam um die Ausstellung gekümmert.
Das Ergebnis: Nicht nur ein Überblick über die verschiedenen Waffen der Stadt, sondern auch „zumindest in knapper Form“ (so Huggenberger) ein Überblick über die Stadtgeschichte. Laut dem Stadtarchivar hat es das, zumindest in dieser Form, im Museum noch nicht gegeben.
Der Begriff „Waffen“ wurde bewusst weiter gefasst, erklärte er. Denn auch der Einsatz von Geld, Einfluss oder Rechtsmitteln konnte als Waffe dienen. Deshalb gebe es einige Objekte zu sehen, die aus dem gesellschaftlichen Bereich stammen: vom Porträt bis zum Meistertrunk-Humpen. Und: „Sie werden auch das Übel sehen, das mit Gewalt und Waffen einhergeht.“
Huggenberger lobte – wie auch Oberbürgermeister Naser und die Kulturbeauftragte Franziska Krause – das Team des Museums und auch speziell die Museumsleiterin Inga Benedix, die wegen Krankheit bei der Vernissage nicht dabei sein konnte. Huggenberger: „Vieles von dem, was ich mir am Anfang für die Ausstellung gewünscht habe, konnte durch Frau Benedix’ Expertise Wirklichkeit werden.“ Das sind: Einbeziehung des Publikums, klare Vermittlung, Ansprache von Kindern und ein Gegenwartsbezug.
Ein besonderes Lob sprach er der Kulturbeauftragten aus, die sich in die Interimsleitung des Museums „mit allem Engagement und Energie hineingestürzt“ habe. Sie habe die letzten Monate der Ausstellungsvorbereitung begleitet – „immer mit Neugier, mit Nachfragen, Unterstützung und mit konstruktiver Kritik“.
Krause selbst bedankte sich bei allen Beteiligten ausführlich, vor allem aber beim Museumsteam: „Vielen, vielen Dank für Euren unermüdlichen Einsatz, jeden Tag aufs Neue. Die Umstände sind nicht einfach, aber auf Euch kann man sich immer verlassen, und das ist wirklich nicht selbstverständlich.“
OB Naser freute sich, dass im Rahmen der Ausstellung die Sammlung Baumann mehr in den Mittelpunkt gerückt wurde. In Abwesenheit lobte er Inga Benedix so: „Sie kann auf das, was sie hier in den letzten Monaten erarbeitet hat, wirklich stolz sein.“ Gleich darauf lobte er auch das Museumsteam und die ehemalige Interimsleitung, die wieder eingesprungen sei: Tourismusdirektor Christöphler, Kulturbeauftragte Krause und Archivar Huggenberger.
Zur Sonderausstellung gibt es mehrere begleitende Termine. Der erst findet am Freitag, 7. Juni, statt: „Die Waffen eines Musketiers“. Ab 16.30 Uhr wird unter anderem folgende Frage geklärt: „Was hatte ein Musketier einst alles dabei?“ Dazu schlägt Michael Jakob sein Zelt im Innenhof des Klosters auf. Um 16 Uhr findet eine Ausstellungs-Führung statt (Anmeldung für die Führung: museum@rothenburg.de).