Aus für Pionier-Anlage: Deshalb kamen jetzt neue Paneele auf das Dach in Ulsenheim | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.09.2024 07:14

Aus für Pionier-Anlage: Deshalb kamen jetzt neue Paneele auf das Dach in Ulsenheim

Mit der neuen PV-Anlage hat Dr. Wolfgang Kornder deutlich mehr Paneele auf dem Dach seines Ulsenheimer Hauses. (Foto: Dr. Wolfgang Kornder)
Mit der neuen PV-Anlage hat Dr. Wolfgang Kornder deutlich mehr Paneele auf dem Dach seines Ulsenheimer Hauses. (Foto: Dr. Wolfgang Kornder)
Mit der neuen PV-Anlage hat Dr. Wolfgang Kornder deutlich mehr Paneele auf dem Dach seines Ulsenheimer Hauses. (Foto: Dr. Wolfgang Kornder)

Welche Energieform hat Zukunft? Eine Frage, die aktuell heiß diskutiert wird. Einer, der sich schon Anfang der 1990er Jahre damit beschäftigt hat, ist Dr. Wolfgang Kornder. Der Ulsenheimer hat im September 1994 seine Dach-Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen, als vielleicht sogar Erster in ganz Westmittelfranken, sagt er.

„Wissen Sie, Nachhaltigkeit muss man leben“, erklärt Kornder. Der ehemalige Religionslehrer und passionierte Jäger macht sich schon lange Gedanken über die ökologischen Fußspuren, die er hinterlässt. Anfang der 1990er Jahre hat er sein Haus am Rande des Markt Nordheimer Ortsteils Ulsenheim gebaut – und schon etwas weiter gedacht, als so mancher Häuslebauer zu dieser Zeit.

Je ein Strang für Warmwasser und Strom

Beim Bund Naturschutz hatte er mit dem Merkendorfer Willi Krauß auch einen echten Pionier mit im Boot. 1994 ging Kornders Photovoltaik-Anlage auf dem Dach in Betrieb. „Willi Krauß hat zu mir gesagt, dass es die erste in ganz Westmittelfranken war, und er hatte da den Durchblick.“

Ein Strang sorgte für warmes Wasser, die anderen Module speisten den Strom ins Netz an. Die Energie im Haus direkt selbst zu nutzen, das sei seinerzeit noch nicht wirklich möglich gewesen, erzählt Wolfgang Kornder. So weit sei die Technik vor rund 30 Jahren noch nicht gewesen. 3,3 Kilowatt Leistung hatte sie. „Die Module sind eigentlich noch gut.“ Aber die modernen Solar-Paneele haben einfach mehr Power. Knapp sechsmal so viel Kilowatt – 18 an der Zahl – wird die neue Anlage haben, die auch den kompletten Strom-Eigenbedarf der Kornders deckt. Mittlerweile sind die Bauarbeiten abgeschlossen, die Anlage ist in Betrieb.


Ich wollte schon immer vorangehen.

Wolfgang Kornder

„PV war uns ganz wichtig. Das ist das, was Zukunft hat.“ Das hatten seine Frau und er damals schon erkannt, sagt Kornder. „Ich wurde aber von einigen verspottet – schau an, der Ökofritze.“ Heute aber ist für ihn klar: „Wir waren die Vorreiter.“ Denn als die Einspeisevergütung kam, boomte der Solarstrom plötzlich.

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Wolfgang Kornder: „In dem Moment, wo man Geld damit machen kann, kommen sie alle.“ Selbst jene, die ihn früher noch ausgelacht hatten. „Ich wollte schon immer vorangehen, etwas bewegen.“ Bei der Photovoltaik blieb es dabei nicht, im Garten entwickelte er einen kleinen Wald und ein Feuchtbiotop, in dem er phasenweise sogar schwimmen konnte, erinnert sich der Ulsenheimer. Die Überleitung vom Fischweiher zur Gollach speiste es.

Auch Vorteile der Zisterne früh erkannt

Ebenfalls in den 1990er Jahren bauten sich die Kornders auch eine Zisterne, damals noch fast Marke Eigenbau, weil es keine Serienproduktion gegeben hatte. Noch heute ist er angetan davon: „Wenn das jeder machen würde, könnten wir Millionen Liter Trinkwasser sparen.“ Beim Ulsenheimer werden etwa Toiletten damit gespeist – der Theologe spricht von einem „anderen Gefühl, wenn ich weiß, das ist kein Trinkwasser“.

„Wir haben damals alles richtig gemacht“, sagt Kornder heute. Auch das Haus selbst sei mit Kalkputz und Holz sehr nachhaltig. „Die Zukunft der Energie liegt in Photovoltaik und Windkraft“, erklärt der Jäger-Funktionär – einer, der schon seit 30 Jahren den Energie-Zeitgeist erfasst hat.

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