Im Tauziehen um den künftigen Betrieb des „Regionalverkehrs Mainfranken”, zu dem auch der Regionalexpress Nürnberg–Würzburg gehört, ist eine Entscheidung gefallen: Der Einspruch der unterlegenen Deutschen Bahn (DB) wurde laut Pressemitteilung zurückgewiesen. Nun kommt die Gesellschaft Benex zum Zug.
Zuständig für die Ausschreibung ist die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG). Sie organisiert und finanziert den Nahverkehr auf den Schienen im Freistaat. Das Netz „Regionalverkehr Mainfranken” beinhaltet die elektrifizierten Strecken rund um Würzburg. Dazu zählt auch die Expresslinie RE10 von Nürnberg über Neustadt/Aisch nach Würzburg.
Bisheriger Betreiber ist die DB. Im Oktober 2025 gab die BEG bekannt, das Netz für den Zeitraum Dezember 2030 bis Dezember 2042 an Benex vergeben zu wollen – eine Gesellschaft im Besitz eines britischen Investmentfonds, die an mehreren Eisenbahnunternehmen Anteile hält. Unter dem Namen Agilis fahren in Bayern bereits Züge im Raum Regensburg und Ingolstadt sowie in Oberfranken.
In Folge der Ankündigung reichte die DB einen Nachprüfungsantrag ein. Das Ergebnis nun: „Die Vergabekammer Südbayern hat den Nachprüfungsantrag der DB Regio im Vergabeverfahren Regionalverkehr Mainfranken zurückgewiesen”, berichtet die BEG auf FLZ-Anfrage.
„Benex hat das beste Angebot in Bezug auf Preis und Qualität abgeliefert”, lässt sich Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) in einer Pressemitteilung der BEG zitieren.
Noch unklar ist, mit welchen Fahrzeugen Agilis an der Ausschreibung teilgenommen hat. Die BEG hat für den künftigen Betrieb auf dem RE10 mehr Sitzplätze gefordert. Auch WLAN sollen die Züge erhalten. Langfristig sei zudem ein Halbstundentakt gewünscht – allerdings nur, wenn der Infrastrukturbetreiber DB InfraGO hierfür die nötigen baulichen Kapazitäten schafft.
Die S-Bahn zwischen Nürnberg und Neustadt/Aisch ist nicht Teil des Pakets. Die Linie wird im Zuge der Vergabe zur S-Bahn Nürnberg vergeben. Die Ausschreibung hierzu ist kürzlich gestartet.