Ansbacher Kunstpreis 2025: Wer gewonnen hat | FLZ.de

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Veröffentlicht am 24.10.2025 21:06, aktualisiert am 27.10.2025 08:24

Ansbacher Kunstpreis 2025: Wer gewonnen hat

Fast wie ein Grabdenkmal: „Monument” von Andreas Blank, dem Hauptpreisträger des Ansbacher Kunstpreises 2025. Er hat sie aus Marmor, Alabaster, Basalt, Serpentinit und Bronze gefertigt. (Foto: Thomas Wirth)
Fast wie ein Grabdenkmal: „Monument” von Andreas Blank, dem Hauptpreisträger des Ansbacher Kunstpreises 2025. Er hat sie aus Marmor, Alabaster, Basalt, Serpentinit und Bronze gefertigt. (Foto: Thomas Wirth)
Fast wie ein Grabdenkmal: „Monument” von Andreas Blank, dem Hauptpreisträger des Ansbacher Kunstpreises 2025. Er hat sie aus Marmor, Alabaster, Basalt, Serpentinit und Bronze gefertigt. (Foto: Thomas Wirth)

Nicht drei Preise, wie geplant, sondern vier verliehen die Verantwortlichen am Freitagabend im Ansbacher Kunsthaus Reitbahn 3. Die Jury wollte noch einen Sonderpreis vergeben. Den mit 3000 Euro dotierten Hauptpreis erhält der Bildhauer Andreas Blank.

Ein Blick in die Ausstellung belegt, was der Juryvorsitzende Johannes Vetter in seiner Begrüßung hervorhob: „Unsere Künstler aus der Region: heute längst nicht mehr im provinziellen Folklore verhaftet, sondern weltoffen und vernetzt, die Gesellschaft und die Weltlage studierend. Mein Eindruck ist, unsere Künstler im romantischen Franken sind in den letzten Jahren ernster geworden.”

Die Laudationes hielt die Fürther Literaturwissenschaftlerin und Kunsthistorikerin Dr. Frauke Bayer. Überzeugt hätten die Preisträgerinnen und der Preisträger durch „Originalität und handwerkliches Können”. Beim Blick ins Kunsthaus, wo alle nominierten Arbeiten zu sehen sind, sprach sie von einer „überwältigenden Ausstellung großartiger Kunstwerke”. In ihren Laudationes arbeitete sie Aspekte der Bedrohung und Gefährdung heraus.

Andreas Blank, Jahrgang 1976, lebt in Aurach und Berlin. Ausgezeichnet wird er mit dem Hauptpreis für seine Steinskulpturen, die virtuos ausgeführt alltägliche Gegenstände wie Stiefel, Hemd oder Aktenkoffer täuschend realistisch darstellen und sie so gleichzeitig hinterfragen. „Box with Military Boots“ ist ein Karton mit den Militärstiefeln seines Großvaters. Blanks „Monument” hingegen ist ein überdimensionierter schwarzer Aktenkoffer, auf dem ein weißes Hemd liegt – eine Konstellation wie für ein Denkmal oder Hochgrab. „In ihrer eleganten wie zeitlosen Klassizität” und ihrem intellektuellen Anspruch”, erinnern sie Frauke Bayer „an das Werk des belgischen Surrealisten René Magritte”.

Eine Gesellschaft unter Druck

Den zweiten Preis, der mit 2000 Euro dotiert ist, erhält Tanja Oppel, die 1986 in Ansbach geboren wurde und heute in Würzburg lebt. Die Jury würdigte ihre Arbeit „Violent Frustration“ (gewalttätige Frustration) als Ausdruck einer Gesellschaft, die unter Druck steht und in der Zerstörung ein Ventil sucht. „I'm so fucking mad” steht auf einer typographisch ansprechend gestaltenden Aluverbundplatte: „Ich bin so verdammt wütend”, könnte das übersetzt werden. Die Folgen sieht man der Platte an. Sie ist übersät mit kleinen Einschlägen. Neben ihr lehnt ein schwarzer Baseballschläger. Frauke Bayer: „Die Kunst aus Destruktion wird so auch zu einem Symbol der Vulnerabilität einer Gesellschaft mit Beschädigungen, Dellen, Wunden und Narben.”

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Katharina Bender ist mit zwei Papierarbeiten vertreten. Ihre großformatige Bodeninstallation „PAX” besteht aus 2025 gleichgroßen, weißen Papierstreifen, wirkt beim Umrunden durch die gewellte Struktur aber lebendig schattierungsreich und bewegt. Der Titel, das empfindliche Material und die symbolische Zahl der Streifen, lassen Frauke Bayer in ihrer Fragilität an „alle Brüche in der Historie der Menschheit” denken. Aber auch die Anmutung des Gefieders einer Friedenstaube erkennt die Laudatorin. Katharina Bender erhielt den dritten, mit 1000 Euro dotierten Preis.

Der Sonderpreis in Höhe von 500 Euro geht an Christine Metz, die 1953 in Dinkelsbühl geboren wurde und heute in Ried lebt. Ihre meisterhafte Zeichnung „Antnest” (Ameisennest) überzeugte die siebenköpfige Jury. Die Zeichnung erinnerte Dr. Frauke Bayer an Albrecht Dürers Naturstudien wie „Das große Rasenstück“. Zugleich erkannte sie etwas „latent Bedrohliches”, einen „postapokalyptischen Zustand” in ihr, wie sie in ihrer Laudatio darlegte.

Kein Kürzen bei Kunst und Kultur

Verliehen wurde der 11. Ansbacher Kunstpreis vom Kulturforum Ansbach, der Stadt Ansbach und der Sparkasse Ansbach. Oberbürgermeister Thomas Deffner sicherte in seinem Grußwort zu, dass die Zuwendungen für Kunst und Kultur in Ansbach nicht gekürzt würden. Er würdigte zudem die Arbeit des Kulturforums, allen voran von Jurymitglied Johannes Vetter, der den Wettbewerb federführernd organisiert hat.

Vorstandsvorsitzender Werner Frieß versprach, dass die Sparkasse auch den nächsten Ansbacher Kunstpreis in vier Jahren unterstützen werde.

Musikalisch umrahmt wurde die Verleihung von Jaspar Libuda. Der Berliner Komponist und Kontrabassist steuerte drei suggestive Stücke bei, die auf ihre Art so bildhaft und assoziationsreich waren wie die ausgestellten Werke.


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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