Alkoholfrei und Automaten-Verkauf: Gute Ideen für den Frankenwein? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.04.2024 09:00

Alkoholfrei und Automaten-Verkauf: Gute Ideen für den Frankenwein?

Tamara Bischof, Dr. Birgit Kreß, Robert Kistner, Günther Dürr (verdeckt) und Matthias Schwarz (von rechts) bei der Besichtigung des Bullenheimer Winzerbetriebs Dürr. (Foto: Ulli Ganter)
Tamara Bischof, Dr. Birgit Kreß, Robert Kistner, Günther Dürr (verdeckt) und Matthias Schwarz (von rechts) bei der Besichtigung des Bullenheimer Winzerbetriebs Dürr. (Foto: Ulli Ganter)
Tamara Bischof, Dr. Birgit Kreß, Robert Kistner, Günther Dürr (verdeckt) und Matthias Schwarz (von rechts) bei der Besichtigung des Bullenheimer Winzerbetriebs Dürr. (Foto: Ulli Ganter)

Es war nicht als Wahlkampfwerbung gedacht, sondern Seniorchef Günther Dürr beschrieb die Rolle seiner Tochter Julia im Bullenheimer Weinbaubetrieb, den sie mit ihren Eltern zusammen führt: „Es ist egal, ob Mann oder Frau – Hauptsache, man macht das, was man tut, mit Leidenschaft.“ Landratskandidatin Dr. Birgit Kreß griff diesen Satz dankbar auf.

Es war geballte Frauenpower am Start, beim Besuch der Kandidatin der Freien Wähler im Bullenheimer Weinbaubetrieb. Neben Julia Dürr-Döppert und Birgit Kreß war unter anderem auch Landrätin Tamara Bischof aus dem Nachbarlandkreis Kitzingen dabei.

Genauso wichtig war die Anwesenheit eines Mannes, der sich im Hintergrund hielt: Matthias Schwarz, Burgbernheimer Bürgermeister und parteiinterner Konkurrent von Kreß, setzte durch seine Anwesenheit ein Zeichen für die Geschlossenheit der Freien Wähler.

Die Grenzen im Weinparadies sind egal

Das Weinparadies als landkreis- und bezirksübergreifende „Werbegemeinschaft“ wurde dabei von Bischof als zukunftsweisend gepriesen. Gebietsgrenzen seien den Touristen egal. Allerdings, so der Tenor beim Alt-Landrat Walter Schneider und beim Senior-Chef des Weinbaubetriebs: Nach Corona sei die Werbung für den Wein noch nicht wieder voll auf Touren gekommen. Ein Arbeitsfeld also für einen zukünftigen Landrat – oder eine Landrätin.

„Für uns haben die Messen eine zentrale Bedeutung“, betonte Günther Dürr. Dort erreiche man neue Kunden. Ein attraktiver Auftritt, zum Beispiel unter dem Dach des Landkreises, an dem sich wechselnde Weinbau-, Beherbergungs- und weitere Betriebe beteiligen, war beispielsweise ein Wunsch. Der Vorsitzende des Bullenheimer Weinbauvereins, Robert Kistner, sprach außerdem an, dass es mit der Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße, dem Weinparadies und in seinem Fall dem Regionalbuffet schon eine Vielzahl an Vermarktungsgemeinschaften gibt. „Ich weiß nicht, wie man das besser unter einen Hut bringt“.

Nur auf den Kunden zu warten, das reicht nicht

Die Kunden und Kundinnen würden immer anspruchsvoller. Um Jüngere zu erreichen, brauche man eine attraktive Vinothek, wie bei den Dürrs und Wein-„Events“, waren sich die Fachleute einig.

Angesprochen wurde als weiteres Thema die Schwierigkeit, genug Personal in der Gastronomie zu finden. So sollen in der Weinparadiesscheune in Zeiten, in denen der Andrang die Kapazitäten übersteigt, Automaten dafür sorgen, dass niemand hungrig oder durstig bleibt. Als Bürgermeister einer der Weinparadiesgemeinden bezeichnete Rainer Mayer aus Weigenheim die Investitionen dafür als lohnend. Sie kämen durch die Pacht wieder herein.

Auch die Bewässerung ist ein Thema – Kreß, Bischof und Schneider kamen direkt von einem Besuch der Fernwasserversorgung Franken (FWF) in Uffenheim: Dürr regte an, Rückhaltebecken dafür zu nutzen. Wie seine Tochter Julia berichtet hatte, werde bei jungen Rebanlagen bereits eine Bewässerung mitverlegt. „Gespeist wird die leider mit Trinkwasser der FWF – das ist eigentlich viel zu kostbar.“ Die Nutzung der Regenrückhaltungen sei auch Bestandteil der Überlegungen für einen klimaresilienten Landkreis. Das Konzept wird kommende Woche dem Umweltminister Thorsten Glauber übergeben.

Alkoholfreier Wein aus Franken? „Schmeckt nicht”

Zum gegenwärtigen Angebot an alkoholfreiem Wein sagte Kistner nur drei Worte: „Er schmeckt nicht.“ Dennoch war man sich einig, dass analog zum Bier, wo diese Entwicklung viel früher begonnen hatte und inzwischen schmackhafte Ergebnisse hervorbringe, das selbe zukünftig auch beim Wein zu erwarten sei.

Matthias Schwarz wiederum zeigte sich aufgeschlossen dafür, bei der Vermarktung des Streuobstes vom Wein zu lernen. Idealerweise ließe sich beides kombinieren. „Vielleicht können wir Wein und Streuobst noch viel besser zusammenbringen.“

Birgit Kreß hatte zu Beginn bei ihrer Vorstellung ihre eigene Herkunft aus der Landwirtschaft betont. Sie wolle Wirtschaft, Betriebe und Tourismus stärken, kündigte sie an. Auf eine lange Rede verzichtete sie, sondern konzentrierte sich mehr aufs Zuhören. Sie wolle die Anliegen der Menschen in den verschiedenen Ecken des Landkreises noch besser kennenlernen.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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