Abschied mit Tränen bei Viva Voce in Ansbach: Bastian Hupfers letztes Konzert | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 23.12.2025 07:00

Abschied mit Tränen bei Viva Voce in Ansbach: Bastian Hupfers letztes Konzert

Da waren es fünf, aber nur kurz (von links): Simon Eisen, David Lugert, Stefan Delanoff, Bastian Hupfer und Heiko Benjes von Viva Voce bei Abschiedskonzert von Bastian Hupfer in der Ansbacher St.-Gumbertus-Kirche. (Foto: Elke Walter)
Da waren es fünf, aber nur kurz (von links): Simon Eisen, David Lugert, Stefan Delanoff, Bastian Hupfer und Heiko Benjes von Viva Voce bei Abschiedskonzert von Bastian Hupfer in der Ansbacher St.-Gumbertus-Kirche. (Foto: Elke Walter)
Da waren es fünf, aber nur kurz (von links): Simon Eisen, David Lugert, Stefan Delanoff, Bastian Hupfer und Heiko Benjes von Viva Voce bei Abschiedskonzert von Bastian Hupfer in der Ansbacher St.-Gumbertus-Kirche. (Foto: Elke Walter)

Viva Voce und Weihnachten – in Ansbach gehört ein Konzert der Voces vor dem Fest so dazu wie eines der Windsbacher. Was natürlich sinnig ist, weil die Voces aus dem Knabenchor hervorgegangen sind. Im neuen Jahr hält dann nur noch ein Ex-Windsbacher felsenfest den Ton. Mit Bastian „Basti” Hupfer verabschiedete sich der vorletzte.

Alles schien wie immer, so wie es beim Weihnachtskonzert von Viva Voce halt Tradition ist. Die A-cappella-Band mixte munter große Emotionen und herzlichen Humor. Feiertagssatire traft auf die Weihnachtsbotschaft, Ironie auf Bekenntnis.

Die Voces bauten aus Klassischem, Poppigem und Rockigem ein Evergreen-Programm, das fit fürs Fest machte. Weil die Voces ihren Vox-Pop-Stil nun seit bald einem Vierteljahrhundert kultivieren, sind etliche eigene Songs selbst schon Evergreens, Voce-Klassiker.

Der Ohrwurm-Faktor war hoch, das Gänsehaut-Potenzial ebenfalls. Und die Bühnenschneekanone ließ Schneeschaumflocken schneien. Was eine possierliche Form von Ironie ist. Sogar der Weihnachtsmann polterte herein. Es war der echte, natürlich. Er sieht Jürgen Wolf von den Stadtfreunden Ansbach ähnlich.

Stehender Beifall für Bastian Hupfer

Das Publikum war vom ersten Takt an dabei, es feierte die Band, klatschte mit. Später applaudierte es im Stehen. Einmal, zweimal, dreimal erhoben sich die Zuhörerinnen und Zuhörer im Lauf des Konzertes, um Bastian Hupfer, den Basti zu ehren. Und es flossen ein paar Tränen, im Saal bei Fans und vorne, dort wo die Bühne wäre und in der Gumbertuskirche die Altarstufen sind.

Vor fünf Jahren, beim Corona-Streaming-Konzert am vierten Advent, hatte sich hier Jörg Schwartzmanns, Ex-Windsbacher und der Beatbox-Virtuose der Voces verabschiedet. Er ging in Freundschaft. Nun ging Bastian Hupfer, der Komödiant, der Spieltenor der Gruppe. Auch er verlässt die Band im Guten – man kann das gar nicht oft genug betonen, weil es keine Selbstverständlichkeit ist.

Bastian Hupfer bedankte sich für „die ganz, ganz tolle Zeit”, erinnerte daran, dass die Voces „gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen sind”. Wegen seines neuen Berufs als Hotelleiter und seiner Familie, er ist Vater zweier kleiner Kinder, zieht er sich aus dem Showgeschäft zurück.

Daheim mit Kater Findus: Bastian Hupfer, Tenor bei Viva Voce seit 1998. (Foto: Elke Walter)
Daheim mit Kater Findus: Bastian Hupfer, Tenor bei Viva Voce seit 1998. (Foto: Elke Walter)

Großer Einschnitt bei Viva Voce: Mitgründer Bastian Hupfer verabschiedet sich

Er ist das komödiantische Talent der Ansbacher A-cappella-Band und einer ihrer Gründer. Am 21. Dezember tritt er mit ihr das letzte Mal auf – fast zumindest.
20.12.2025 11:00
query_builder4min

Sein erster persönlicher Dank galt seiner Familie, allen voran seiner Mutter, von der er die Sangeskunst und Willenskraft habe. Er dankte seinen Brüdern, die immer für ihn da seien, und seiner Ehefrau, „der tollsten Frau der Welt”, wie er bekannte: „Ohne dich hätte ich es so lange hier gar nicht ausgehalten.”

1998 einer der Gründer von Viva Voce

Lange war er tatsächlich dabei. Seit 1998, als sich Viva Voce beim Windsbacher Knabenchor formierte. Wie viele Auftritte er gemeinsam mit der A-cappella-Band absolviert hat, lässt sich kaum zählen. Seriöse Schätzungen laufen auf gut zweieinhalbtausend hinaus. Da fällt ein Abschied schwer.

Zeit für feuchte Augen also. David Lugert, Gründungsmitglied wie Bastian Hupfer und nun der letzte Windsbacher im Quartett, bedankte sich für den würdigen Übergang, danach übermannte die Rührung. Lange war die Umarmung. Heiko Benjes fasste kurz unter seine Brille: „Lasst uns noch was Lustiges machen.” Das Publikum lachte.

Seine Kollegen musste der Bass nicht weiter bitten. Flugs intonierten sie mit ihm einen ihrer Klassiker. „Wir schenken uns nix”. Die Viva-Voce-Vox-Pop-Sonnigkeit war zurück.

Dank für Unterstützung

Was Bastian Hupfer für das Miteinander der Gruppe bedeutet, lässt sich für Außenstehende schwer ermessen. Ein Ruhepol, ein guter Geist, ein Aufmunterer war er wohl. Man ahnt es, als Simon Eisen sich bei ihm für seine Unterstützung bedankte. Simon Eisen ist seit kurzem der Beatboxer der vier und ein Neuling im Profigeschäft.

Ersetzen wird sich Bastian Hupfer nicht lassen, ohne dass es auffiele. Kein Mensch gleicht dem anderen. Stefan Delanoff, sein Nachfolger, wird eigene Qualitäten entwickeln. Der Münchner bringt einige Erfahrung als Songschreiber, Musicalkomponist, Arrangeur und Keyboarder mit. Daraus kann was werden.


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
north