Die gute Nachricht: Viva Voce macht weiter – auch wenn Bastian Hupfer sich am Sonntag verabschiedet. Der Voce-Tenor, einer der vier Gründer, verlässt die A-cappella-Band nach gut 27 Jahren. Leicht sei ihm die Entscheidung nicht gefallen, aber nach reiflichem Überlegen stimmig, sagt er.
Änderungen in der Besetzung sind für Ensembles, die lange bestehen, keine Seltenheit. Viva Voce wurde 1998 von ehemaligen Mitgliedern des Windsbacher Knabenchores gegründet. Bastian Hupfer, intern kurz Basti genannt, gehörte zu den Gründungsmitgliedern und war seitdem dabei, als Tenor mit komödiantischem Talent. Nur zwei Jahre hatte er pausiert, um seine Lehrzeit als Schreiner zu absolvieren.
„Nach vielen hundert Konzerten und noch mehr Kilometern unterwegs“, so der Sänger, „stellte sich immer wieder die Frage: Bühne oder Arbeit?“ Er spielt dabei auf seine aktuelle Tätigkeit an. Seit September 2022 arbeitete der Voce-Tenor neben der Gesangsspur schon im BegegnungsCentrum der Mission EineWelt in Neuendettelsau. Die Leitung des Tagungs- und Seminarzentrums hat Hupfer gemeinsam mit seiner Kollegin Julia Passyar übernommen. Zeitweise, sagt er nachdenklich, habe er dort Überstunden gemacht, um die Termine mit Viva Voce wahrnehmen zu können. „Schon irgendwie verrückt“, schmunzelt er, „aber das war lange auch okay so.“ Außerdem war das viele Unterwegssein zunehmend auch nur schwer mit der Familie, der Sänger hat zwei Kinder, vereinbar.
Inzwischen sieht Basti Hupfer manches anders. Bereits im Herbst 2024 habe er seinen Kollegen Bescheid gegeben, dass er seine Sängerkarriere beenden wolle. „So ganz begeistert“, sagt er, „war keiner.“ Inzwischen ist aber soweit alles besprochen und zum 31. Dezember auch endgültig Schluss.
Jedes der letzten Konzerte sei gefühlt schon wie ein Abschiedskonzert gewesen, blickt er zurück. Am emotionalsten werde sein letzter Auftritt mit Viva Voce am kommenden Sonntag sein. „Und das dann auch noch im heimatlichen Ansbach“, ergänzt er zögernd. Dankbarkeit und ein wenig Wehmut klingen in solchen Sätzen mit. Für Viva Voce werde es weitergehen. Die A-cappella-Band wird auch diesen zweiten Wechsel im laufenden Jahr verkraften. Bereits im Juli hatte Andreas Kuch neue Wege eingeschlagen. Mit dem Münchner Beatboxer Simon Eisen gibt es einen Nachfolger, der mit Viva Voce inzwischen etliche Konzerte gegeben hat. Auch für Bastian Hupfer ist ein Nachfolger gefunden. In Kürze soll der benannt werden.
Ein wenig mulmig sei ihm schon, was die Zeit nach Viva Voce angehe, sagt Hupfer. „Aber das wird sich nach und nach einpendeln.“ Worauf er sich freut? Mehr Zeit für die Familie und auch für sich und eigene Interessen zu haben, mal etwas zu unternehmen. Darauf freut sich der Sänger besonders.
Ob er zukünftig hin und wieder einspringen würde, sei völlig offen. Eine Ausnahme sei aber schon besprochen. In Veitshöchheim beim „Fastnacht in Franken” werde er ausnahmsweise 2026 noch einmal dabei sein. Zu kurz sei die Einarbeitungsphase für den neuen Kollegen.
Was für eine tolle Zeit er mit Viva Voce sowie auch vielen anderen Kollegen erleben durfte, sei schon etwas Besonderes, sagt er abschließend. Das gelte natürlich auch für die vielen treuen Fans. So richtig, schätzt Bastian Hupfer, werde sich das erst mit etwas Abstand setzen.