Ein halbes Jahrhundert – so lange besteht der Förderverein Fränkisches Freilandmuseum. Grund genug, mit einer Ausstellung quer durch das Fränkische Freilandmuseum auf die Unterstützung des Museums durch den Förderverein hinzuweisen – „stolz und selbstbewusst“, wie es Fördervereinsvorsitzender Ulrich Herz formulierte.
Lob von allen Seiten und eine Chemie, die stimmt. Um es mit Museumsleiter Dr. Herbert May und Ulrich Herz zu sagen: „Zwischen uns passt kein Blatt Papier.“ Das ist zugleich der Tenor der Ausstellungseröffnung, die wegen der 85 angemeldeten Mitglieder kurzerhand in die Betzmannsdorfer Scheune verlegt wurde. Man hatte mit weniger Präsenz gerechnet.
Nach der dortigen rund einstündigen Veranstaltung machte sich die Gruppe auf den Weg, um einige der zwölf dezentral im Gelände verteilten Informationstafeln im Freilandmuseum zu besichtigen. Sie weisen nicht nur auf die Vorteile einer Mitgliedschaft im Förderverein hin, sondern zeigen das vielfältige finanzielle Engagement des Vereins, das zum Aufbau verschiedener Museumsgebäude ebenso beitrug und -trägt wie beispielsweise die Förderung eines Volontariats mit damals jährlich rund 25.000 Mark.
Zunächst war es jedoch Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster, der die Entwicklungen aufzeigte, die letztlich zur Erfolgsgeschichte des Freilandmuseums führten – dem inzwischen größten Freilichtmuseum Bayerns. In jedem der sieben Bezirke gibt es eines. Dass an diesem Erfolg der Förderverein einen gehörigen Anteil hat, war aus Forsters Aussagen deutlich herauszuhören.
Der Verein habe seinen Namen „frühzeitig mit Leben erfüllt“, blieb ein halbes Jahrhundert kontinuierlich am Ball und brachte sich ein. „Einige Projekte konnten überhaupt erst mit Hilfe des Vereins verwirklicht werden“, so Forster. Museumsleiter Dr. Herbert May erinnerte an die Gründungszeit des Fördervereins in den 1970er Jahren, einer Zeit des Umbruchs. „Die Abrissbirne wurde nicht mehr kalt“, das Freilandmuseum wurde in einer Zeit gegründet, „als in den Dörfern der Abriss umging. Man hat gerettet, was zu retten war.“ Häuser wurden im Museum wieder aufgebaut, aber man hatte keine Einrichtung, nichts.
Zur Erinnerung: Der Förderverein schenkte dem Freilandmuseum beispielsweise die komplette Inneneinrichtung der Ölmühle aus dem Spessart. Die Ausstellung „Freundesgaben“ zeigte schon 2003 nur Sachen, die der Förderverein für das Freilandmuseum gekauft hatte. Waren es am Anfang Hunderte von Deutschen Mark, die zur Unterstützung flossen, so fördert der Verein heute bis 2027 den Wiederaufbau einer Scheune aus Reuth am Wald (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) mit einer Million Euro – nicht zuletzt dank der rund 9600 Mitglieder, die Geschäftsführerin Friedericke Enser am Rande der Veranstaltung als topaktuelle Zahl nannte.
An die „Großstadtmenschen, die über Bauernhäuser nachdachten“, erinnerte Ulrich Herz. Von den 1975 anfänglich 27 Gründungsmitgliedern, nur zwei waren Frauen, wuchs die Zahl kontinuierlich an. 1982 wurde die Fränkische Weihnacht im Saal des Museumsgasthauses Zur Krone gefeiert, „erstmals in drangvoller Enge“, zitierte Herz aus einem damaligen Protokoll.
Die Geländeausstellung biete eine sehr gute Gelegenheit, um neue Mitglieder zu gewinnen, so der Fördervereinsvorsitzende, der für die Umsetzung Christine Berger und Dr. Markus Rodenberg vom Museumsteam explizit dankte.
Ein Versprechen gab Ulrich Herz am Ende der Veranstaltung im Namen des gesamten Fördervereins: „Unterm Strich ist der Verein immer da, wenn Bezirk und Museum uns brauchen.“ Ein Schlusswort, das auch Dr. Karin Falkenberg gerne hörte. Sie war als Gast zugegen und wird ab Oktober 2025 als Nachfolgerin von Dr. Herbert May, der in Ruhestand geht, das Fränkische Freilandmuseum leiten.