E-Bikes waren noch rar, als es vor zehn Jahren erste Gespräche über eine durchgehend asphaltierte Radwegverbindung zwischen Dombühl und Schillingsfürst gab. Inzwischen sind diese Vehikel Standard und den Radweg gibt es noch immer nicht. In den nächsten Monaten wird sich das ändern. Am Freitag war Spatenstich.
Im Juni 2025 sei mit der Fertigstellung der Strecke zu rechnen, vielleicht klappe es auch einen Tick früher mit der Freigabe, meinte der Dombühler Bürgermeister Jürgen Geier. Die Marktgemeinde, auf deren Gebiet deutlich mehr als die Hälfte der etwa drei Kilometer langen Gesamtstrecke liegt, hat bei der Planung und Ausführung des Projektes die Federführung. Der Radweg wird vom nordwestlichen Ortsausgang Dombühls entlang der Kreisstraße bis zum Fischhaus-Badeweiher geführt und von dort am Waldrand entlang über den Fischhausweg zur Schillingsfürster Norma-Kreuzung.
Die Kostenschätzung für das Vorhaben bewegt sich bei rund 1,4 Millionen Euro. Gerechnet wird mit einer Förderung von rund einer Million Euro durch den Freistaat Bayern und mit einem Zuschuss des Landkreises von etwa 130.000 Euro, was einen Restanteil von insgesamt rund 270.000 Euro bedeuten würde, den die beiden Kommunen gemäß der auf sie entfallenden Streckenanteile finanzieren müssen.
In dem Projekt stecke jahrelange Vorbereitungsarbeit mit teilweise schwierigen Grunderwerbsverhandlungen, die vor allem 2021 gelaufen seien, und einem nicht gerade unkomplizierten Abstimmungsprozess mit Behörden sowie Trägern öffentlicher Belange, erklärte Geier. So sei eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung erfolgt und ein landschaftspflegerischer Begleitplan mit der Festlegung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen nötig gewesen.
Mit den entlang der Kreisstraße erforderlichen Rodungsarbeiten hätten Anfang 2024 die Erdarbeiten begonnen. Er sei froh, dass es mit der Umsetzung jetzt in die Vollen gehen könne, so Jürgen Geier.
Was hier entstehen werde, sei nicht in erster Linie gedacht als Aufwertung des Freizeitangebots der beiden Kommunen, sondern als „Alltags-Radweg“, den beide Kommunen als wichtigen Baustein ihrer Verkehrsinfrastruktur sähen, betonte der Dombühler Bürgermeister. Es gehe darum, für die Bevölkerung eine schnelle, direkte und sichere Rad-Verbindung zwischen den Orten zu schaffen. Davon profitierten Berufspendlerinnen und -pendler, die für den Weg zum Bahnhof nach Dombühl künftig kein Auto mehr bräuchten, ebenso wie Jugendliche, die zur Schillingsfürster Mittelschule radeln könnten. Der touristische Mehrwert werde natürlich gerne mitgenommen, so Bürgermeister Geier.
Sein Schillingsfürster Kollege Michael Trzybinski äußerte sich ähnlich. Hier entstehe eine attraktive Alternative zum Autofahren auf der Kreisstraße. Der Radweg werde geräumt, wenn es schneie, und somit auch im Winter verlässlich nutzbar sein. Natürlich habe es auch kritische Stimmen gegeben. So sei mit Blick auf bestehende Wege die Notwendigkeit einer durchgängigen Asphaltierung bezweifelt worden. Er sei aber überzeugt davon, dass nur ein solcher Vollausbau über die gesamte Strecke den erhofften Mehrwert bringe, so Trzybinski.
Als Vertreter des Landkreises gratulierte FDP-Kreisrat Rainer Erdel (Dietenhofen) zur Realisierung. Auch bei Radwegen sei das längst nicht mehr so einfach, die Erwartungshaltung der Bevölkerung aber nach wie vor groß, meinte er. Für das Staatliche Bauamt Ansbach betonte der zuständige Abteilungsleiter Marius Bierlein, dass mit solchen Trassen an Kreisstraßen wichtige Lücken im Radwegenetz geschlossen würden. Dieses überörtliche Nutzungskriterium sei hier erfüllt, weshalb der Freistaat in diesem Fall auch entsprechend hoch fördere.