In Dürrwangen hat die CSU, wenn man so will, ein Dauerabonnement auf den Posten des Bürgermeisters. Bei den am 8. März anstehenden Kommunalwahlen trifft mit Amtsinhaber Jürgen Konsolke erstmals seit langem ein christsozialer Vertreter auf einen Gegenkandidaten.
Ein kurzer Blick in die jüngere kommunalpolitische Geschichte Dürrwangens: Von 1966 bis 1996 steuerte Hans Beißer als ehrenamtlicher Bürgermeister die Geschicke der Kommune, ehe im Anschluss Franz Winter die eingeschlagene Entwicklung in 24 Jahren als Rathauschef fortsetzte. 2020 übernahm Jürgen Konsolke für die CSU – er war damals als einziger Kandidat mit einem deutlichen Vertrauensvorschuss am Wahltag (89, 9 Prozent) und einer soliden Mehrheit im Gemeinderat ausgestattet worden.
Mit acht Sitzen hatte die CSU, inzwischen mit dem Bürgerblock liiert, vor sechs Jahren deutlich mehr Sitze im Gemeinderat als die SPD-Freie Wählerschaft und die Wählergruppe Markt Dürrwangen (WMD) errungen, die jeweils drei Vertreter stellten. Ein Selbstläufer ist am 8. März für die Mehrheitsfraktion aber nicht zu erwarten.
Denn nach rund sechs Jahrzehnten, in denen es in Dürrwangen bei Kommunalwahlen stets nur einen Bewerber für das Amt des Bürgermeisters gegeben hatte, wartet auf die Bevölkerung am 8. März eine Alternative zu Amtsinhaber Konsolke: Mit dem 37-jährigen Jens Goth schickt die Wählergruppe Markt Dürrwangen (WMD) einen Herausforderer ins Rennen. Das Ziel der 2020 erst wenige Monate vor der damaligen Kommunalwahl gegründeten Gruppierung ist ambitioniert: Von den 14 Plätzen im Gemeinderat will die WMD sieben für sich erobern.
Einigkeit herrscht bei den Bewerbern über die anstehenden Herausforderungen der Gemeinde: „Vordringlich ist die Bewältigung der finanziellen Belastungen aufgrund der anstehenden Projekte”, meint der amtierende Bürgermeister, gelernter Bankkaufmann. Jens Goth, seines Zeichens Finanzbeamter, geht einen Schritt weiter und sagt dazu: „Entscheidend wird es sein, Prioritäten klug zu setzen, die Fördermittel konsequent zu nutzen und Entscheidungen nachvollziehbar und transparent zu gestalten.”
Unterschiede sind bei den Schwerpunkten zu erkennen: Goth will die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur in den Fokus rücken. Daneben sollen Angebote und Rahmenbedingungen für alte und junge Menschen weiterentwickelt werden. „Besonders am Herzen liegen mir eine funktionierende Kita und unsere Schule.” Er wolle sich daneben um die Gewerbeansiedlung kümmern, „um die wirtschaftliche Basis der Kommune zu stärken und langfristige Einnahmen zu sichern”.
Amtsinhaber Konsolke setzt auf „Familienpolitik” und „die Schaffung von Arbeitsplätzen”. Dabei nennt er konkret die Ausweisung von Wohnflächen, Freizeitangebote für die Jugend, die Unterstützung von Vereinen sowie den Bau von Radwegen. Zusätzliche Stellen sollen durch die Ansiedelung von Unternehmen im Gewerbegebiet Lerchenbuck entstehen.
Während der Herausforderer laut eigenen Angaben bislang keine kommunalpolitischen Tätigkeiten innehat, kann Konsolke auf Erfahrungswerte zurückgreifen: Der 56-Jährige ist CSU-Vorsitzender des Ortsverbandes Dürrwangen, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes des bayerischen Gemeindetages sowie stellvertretender Kreis- und Bezirksvorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung KPV der CSU in Bayern.
Als größter Unterschied zwischen den Bewerbern wird die Herangehensweise in den Tagen nach der Wahl sichbar. Konsolke ist „ohne Anlaufzeit” sofort handlungsfähig, während Goth im Falle seiner Wahl „zunächst das Gespräch mit der Verwaltung suchen” würde, um „laufende Projekte und bestehende Probleme zu bewerten”. Sein Ziele müsse es sein, handlungsfähig zu sein und Vertrauen zu schaffen.
Dagegen könnte Konsolke „genau dort weitermachen, wo wir als Marktgemeinde aktuell stehen”. Er meint damit bereits laufende oder auf den Weg gebrachte Projekte wie die Erschließung des Gewerbegebiets, den Bau eines Radweges sowie Straßen-, Wasser- und Abwasserleitungssanierungen. „Mein Ziel ist es, begonnene Projekte erfolgreich abzuschließen und gleichzeitig neue Impulse zu setzen.”
Mit dem Amtsinhaber an der Spitze schicken CSU/Bürgerblock zwei Bewerberinnen und zwölf Bewerber ins Rennen. Bei der Wählergruppe Markt Dürrwangen treten vier Frauen und zehn Männer an. Das Team der SPD-Freie Wählerschaft, das 2020 noch mit einer eigenen Liste angetreten war, wird diesmal mit vier Bewerbern auf der CSU-Bürgerblock-Liste notiert.