Mit Blaulicht und Martinshorn machen die Fahrzeuge von Feuerwehr und Rotem Kreuz auf sich aufmerksam. Rund 130 bis 140 Einsatzkräfte arbeiten Hand in Hand. Es war am Samstag im Ansbacher Ortsteil Eyb kein echter Einsatz, aber eine Einsatzübung, die besonders realistisch sein sollte. Was gab das Szenario den Aktiven vor?
„Es ist schon enorm.“ Der Stadtbrandrat und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ansbach, Steffen Beck, ist niemand, der dramatisiert. Das Übungsgeschehen jedoch schilderte er deutlich. Er sprach von einem größeren Unfall mit vielen Verletzten in einem Linienbus und darüber hinaus. Beim Aufbau am Freitag hätten Passanten gedacht, der Unfall wäre real, und hätten mithelfen wollen.
Was die etwa 130 bis 140 Einsatzkräfte betrifft, waren um die 70 Ehrenamtliche aus dem Kreisverband Ansbach im Bayerischen Roten Kreuz (BRK) unter ihnen, wie Kreisgeschäftsführer Christian Bernhard darlegte. Sie engagierten sich in Bereitschaften in Ansbach und dem gesamten Landkreis, fügte der stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter Peter Wallmüller hinzu.
Von den Freiwilligen Feuerwehren (FFW) waren die Brandschützer aus Ansbach und dem Ortsteil Brodswinden im Einsatz. Die im Ortsteil Hennenbach waren in diesem Zeitraum für den Grundschutz zuständig, hätten also, wenn während der Übung tatsächlich etwas passiert wäre, als erste Feuerwehr reagiert.
Rund 50 Menschen spielten Verletzte, das Aufbauteam umfasste 15 Personen und an Übungsbeobachtern waren es um die zehn, wie der Stadtrandrat berichtete.
„Grüß Gott, hier ist Thomas Deffner.“ Gegen 13.15 Uhr setzte in der Eichenbachstraße der Oberbürgermeister den Notruf bei der Integrierten Leitstelle Ansbach via Handy ab. „Es ist beteiligt ein Bus, der quer auf der Fahrbahn steht, ein Lkw“ sowie Autos und ein Schlepper.
In der Übung galt es, einige knifflige Aspekte zu beachten. Wichtig war etwa zu erkennen, dass es ein Laster mit Elektroantrieb war. Dies betonte Steffen Beck. „Mit entsprechendem Gefahrenpotenzial“, ergänzte Feuerwehrarzt Dr. Hermann Schröter, der das Szenario mit Steffen Beck erläuterte. Einige Stadträtinnen und Stadträte informierten sich.
Nur die Schwerverletzten bleiben an der Unfallstelle, an der sie die Einsatzkräfte vor Ort behandeln. Darüber informierte der Arzt. Die anderen Patientinnen und Patienten brächten sie zu einem Behandlungsplatz, der in der Einsatzübung auf dem Gelände der Firma Diehl Metering eingerichtet war.
Das Klinikum Ansbach kann in der Realität einen Schwerstverletzten aufnehmen, wie Hermann Schröter ausführte. „In so einem Fall werden sie wahrscheinlich sagen, ein zweiter geht, weil sie es auch aufgrund der Zertifizierung müssen.“
Alle anderen müsse man in andere Krankenhäuser fliegen. Es sei denn, dass man die Patientinnen oder Patienten zeitlich entsprechend versetzt zuweisen könne.
Die Einsatzkräfte wussten, dass eine Übung anberaumt ist, aber das Szenario kannte nur ein kleiner Kreis, wie Steffen Beck schilderte. Er zeigte sich stolz auf das Team aus Feuerwehren und BRK. Es habe ruhig und sachlich geübt.