750 Jahre Zisterzienser Nonnenkloster Birkenfeld – ein Grund zum Feiern. Genau das tun die Bewohnerinnen und Bewohner des Neustädter Ortsteils vom 4. bis 16. September und legen sich für ihr Schmuckstück mächtig ins Zeug. Eingebettet in die Kirchweih wird ein buntes Programm geboten.
Los geht es am Donnerstag, 4. September, mit einem Bürgergespräch, zu dem Bürgermeister Klaus Meier wie in den Vorjahren kommen wird. Die Kirchweih beginnt am Freitag, 5. September, um 21 Uhr mit einer Rocknacht am Klosterhof. „N.O.T” spielen Hardrock und Metal. Gespielt werden, wie Ortssprecher Bastian Krämer im Gespräch mit unserer Zeitung ausführt, Coverklassiker unter anderem von Iron Maiden, AC/DC, und Volbeat.
Tradition und Partystimmung verbinden sich am Samstag, 6. September, wenn ab 15 Uhr der Festumzug der Ortsburschen und Madli mit Musik durch den Ort zieht. Mit dabei ist dann auch der Wagen, der beim Heimatfestumzug in Neustadt im Tross mitzog. Bestückt ist das Gefährt unter anderem mit dem Wetterreiter aus der Unterkirche des Klosters. Dort wird er danach wieder seinen angestammten Platz einnehmen, verspricht Krämer.
Das Aufstellen der Kirchweihfichte, die Kerwa-Predigt und der Bieranstich gehören am Samstag ebenfalls zum Programm. Partystimmung kommt mit dem „Cocktail Duo” auf, das Schlager, Rock und Pop im Repertoire hat. Auf die Spuren der Zisterzienser kann man sich am Sonntag, 7. September, begeben, wenn man an der geführten Wanderung mit Robert Schütz teilnimmt. Diese startet um 9.30 Uhr am Neustädter Bahnhof. Der Wanderweg (N1) umfasst zehn Kilometer. Interessierte werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0173/7300864 anzumelden.
In die Geschichte des 1275 von Burggraf Friedrich II. von Hohenzollern und seiner Gemahlin Helena von Sachsen gegründeten Zisterzienserinnenklosters können die Wanderer am Ende ihrer Tour eintauchen. Dies ist auch im Rahmen der Führung möglich, die Erich Herndl übernimmt. Eingeladen wird ab 10 Uhr zum Festgottesdienst, den Pfarrerin Sabine Rabenstein in der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Klosterkirche St. Maria halten wird.
Der gelernte Orgelbauer und Organist Christoph Lachmann wird das aus dem Jahre 1998 stammende Instrument spielen. Nach dem um 11 Uhr beginnenden Mittagstisch, kommen die Kinder voll auf ihre Kosten. Geboten wird ein abwechslungsreiches Spielprogramm.
Wieder in die Vergangenheit reisen, um mehr über die adeligen Nonnen zu erfahren, die hier mehr als 250 Jahre lebten, ist ab 15 Uhr möglich. Dann bietet Erich Herndl eine weitere Führung für alle Interessierten an. Das Kloster war religiöses Zentrum, bewirtschaftete Höfe und besaß Wein- und Fischrechte. Nach der Reformation 1550 wurde es aufgelöst.
Bastian Krämer weist auch auf die Sonderausstellung von Walter Gramming hin. Er zeigt Bilder seiner Mutter Maria Gramming-Stahl – einer sehr engagierten Künstlerin, die eine enge Verbundenheit zum Birkenfelder Kloster pflegte. Krämer erzählt, dass sie ihre Zeichnungen vom Gebäude auf Postkarten drucken ließ. Den Verkaufserlös spendete sie für das Kloster. Damit wurde sie zu einer wichtigen Förderin.
Zu sehen sein werden zudem Bilder von Birkenfeld, die es heute und in früheren Zeiten zeigen. Etliche Aufnahmen hat der Ortssprecher bereits, würde sich aber über weitere Exemplare freuen. „Die Fotos werden digitalisiert, danach bekommt sie jeder zurück”, unterstreicht er. Während der Festtage werden sie, mit Untertiteln versehen, auf einem Bildschirm durchlaufend zu sehen sein. Mit einem Weißwurst-Frühschoppen mit Musik, der um 10.30 Uhr beginnt, wird am Montag, 8. September, das Ende der Kirchweih eingeläutet. Der Stimmungsabend beginnt um 18 Uhr mit der Band „Lucky”.
Im Rahmen einer geplanten Lesung mit Dr. Wolfgang Mück können Interessierte dann noch einmal mehr über die bewegte Klostergeschichte erfahren. Das Bauwerk ist nicht nur ein historisches Denkmal, sondern, so Krämer, mit seinen architektonischen Details und dem neuen Wanderweg nebst Infotafeln ein lebendiges Erlebnis fränkischer Ortskultur.
Um eine Attraktion reicher wird Birkenfeld demnächst sein. Es soll eine Figurenbeute in Form einer Nonne in der Blumenwiese am Ortseingang (rechter Hand von Neustadt kommend) aufgestellt werden. Bastian Krämer absolviert derzeit eine Imkerausbildung, da er sich um die dann in der Beute lebenden Bienen kümmern will. „Unser Ziel ist es, Klosterhonig zu bekommen.”
Die neue Holzfigur wird drei Meter hoch sein und bemalt werden. Neben ihr sollen noch ein Pavillon und eine Sitzgruppe platziert werden. Für Letztgenanntes und die Figur wurden rund 16.000 Euro angesetzt. Neben einer Förderung und dem Erlös aus Festen hofft Krämer auf Sponsoren, die sich an den Kosten beteiligen. Am 28. September soll die Beute um 14.30 Uhr enthüllt werden.