Wo Teichwirtschaft im Kreis Ansbach auch Naturschutz ist | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.08.2025 19:28

Wo Teichwirtschaft im Kreis Ansbach auch Naturschutz ist

Eine Teichmolchlarve wurde im Uferbereich kurzzeitig eingefangen und durfte nach dem Ortstermin wieder in ihr nasses Element. (Foto: Peter Tippl)
Eine Teichmolchlarve wurde im Uferbereich kurzzeitig eingefangen und durfte nach dem Ortstermin wieder in ihr nasses Element. (Foto: Peter Tippl)
Eine Teichmolchlarve wurde im Uferbereich kurzzeitig eingefangen und durfte nach dem Ortstermin wieder in ihr nasses Element. (Foto: Peter Tippl)

Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Teichwirt Christian Baur und Stefanie Schwarz, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, haben sich an einer Weiherkette beim Weiler Tiefweg unweit von Dinkelsbühl getroffen. Themen waren das Zusammenspiel von Teichwirtschaft und Naturschutz sowie die Notwendigkeit einer stetigen Kommunikation.

Weiher gehören zum Landschaftsbild des Landkreises Ansbach und sind Markenzeichen einer Kulturlandschaft wie auch die Streuobstwiesen, führte Landrat Dr. Jürgen Ludwig an. Über 3000 Weiher befinden sich im Landkreis Ansbach. Diese werden von rund 400 Teichwirten überwiegend „als Hobby“ bewirtschaftet. Einige investieren viel Arbeit, Zeit und Geld in die Hege und Pflege der Teiche, so der Landrat.

Die Wasserflächen erfüllen wichtige Funktionen: bei Starkregen übernehmen sie die Regenrückhaltung, sie sind Sedimentenfänger und bieten Pflanzen einen Lebensraum.

Teichwirt und Obmann der Weihergemeinschaft Dinkelsbühl Christian Baur bewirtschaftetet die Weiherkette am Treffpunkt. Für ihn stehen zwar die Fische im Vordergrund, dennoch spielen viele Komponenten und Bedürfnisse in das Ökosystem Teich hinein: die Besatzdichte, die Präsenz vieler Tiere wie Eisvogel, Seeadler und Fischadler sowie unterschiedlicher Insekten. Bei Regen wird Humus von den Feldern eingetragen, Schilfbewuchs oder umgestürzte Bäume müssen regelmäßig entfernt werden.

20 Teiche liegen bei dieser Weiherkette zwischen Sinbronn und der Wörnitz aneinander. Dieser Verbund gewährleiste den Austausch der Arten, so Baur. Die Teichwirtschaft sei seine große Leidenschaft.

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Dass Teichwirte den Lebens- und Naturraum, schätzen und schützen, lobt Stefanie Schwarz, Leiterin der Untere Naturschutzbehörde. Sie lenkte den Blick auf die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten.

Molchlarve im Kescher

Mit einem Kescher fing sie eine Teichmolchlarve ein. Auch Wasserfledermäuse sowie verschiedenste Reptilien leben am und im Teich. Zudem wies Schwarz auf Pflanzen an der Uferzone hin: Wasserdost, Blutweiderich, Schilf und Rohrkolben, seien wichtig für Insekten.

Der Freistaat Bayern unterstützt mit dem Vertragsnaturschutzprogramm im Landkreis Ansbach 120 Hektar Teichlandschaften mit jährlich 80.000 Euro und das, so Stefanie Schwarz, in einem fünfjährigen Förderprogramm. Im Raum Dinkelsbühl nannte Schwarz Gebiete am Gaisweiher, am Walkweiher und am Sonnensee bei Flachslanden als Beispiele. Für sie sei ein enger Dialog zwischen Naturschutz und Teichwirtschaft wichtig.


Von Peter Tippl
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