Der Diespecker Kreisverkehr bleibt trotz aller baulicher Maßnahmen ein Unfallschwerpunkt. Laut dem zuständigen Unfallexperten Bastian Stegmeier konnte zwar hier ein deutlicher Rückgang verzeichnet werden. Vier Mal allerdings krachte es immer noch, was dem Kreisel einen Platz ganz oben in der Statistik bescherte.
Die beiden Polizeiinspektionen Neustadt und Bad Windsheim stellten zusammen mit dem Verkehrssicherheitsbeauftragten Stegmeier die Verkehrsunfallstatistik für den Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim vor. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei demnach insgesamt 2731 Unfälle. Das sind knapp neun Prozent mehr im Vergleich zum Jahr zuvor.
Die Zahl der schweren Unfälle sowie die Zahl der Schwerverletzten hat hingegen abgenommen, erfreulicherweise auch die der getöteten Verkehrsteilnehmer. Fünf waren in 2022 noch zu beklagen, drei im Jahr darauf.
Für diese schweren Verkehrsunfälle sind nach Einschätzung der Ermittler vor allem Unachtsamkeit und fehlende Konzentration ursächlich. Insgesamt weist die Statistik viele Karambolagen beim Wenden, beim Rückwärtsfahren und beim Ein- und Anfahren auf. Vorfahrtsmissachtungen liegen auf dem zweiten Rang und Fehler beim Überholen auf dem dritten Platz der Unfallstatistik.
Insgesamt ereigneten sich im Jahr 2023 exakt 40 Verkehrsunfälle bei denen Alkohol im Spiel war. Hierbei wurden 23 Personen leicht und zwei schwer verletzt. Die meisten der alkoholbedingten Vorfälle geschahen mit dem Auto (28), doch mit acht Unfällen folgten die Fahrradfahrer (schon auf Rang 2.
Sieben Unfälle ereigneten sich im Zusammenhang mit Drogenkonsum. Hierbei wurden zwei Personen verletzt. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem zwölf derartige Unfälle registriert wurden, ist das ein Rückgang von 42 Prozent. Die mögliche Cannabis-Legalisierung spielt für die Polizei im Bereich Verkehr übrigens vorerst keine Rolle, so Stegmeier. Es sei schließlich so, dass alle bisherigen Grenzwerte im Bereich Cannabis bestehen blieben.
Nicht angepasste Geschwindigkeit führte im letzten Jahr zu 98 Verkehrsunfällen. Das sind etwa 13 Prozent weniger als noch 2022. Dabei wurden 52 Menschen verletzt. Nicht zuletzt zur Vorbeugung seien in 2023 genau 628 Geschwindigkeitsmessungen durch die Polizei durchgeführt. Spitzenreiter der Messungen waren ein Fahrer der mit 184 Stundenkilometern bei erlaubten 100 km/h unterwegs war.
Das Delikt „Unfallflucht“ habe allerdings erneut zugenommen, berichtete Bastian Stegmeier. Rund 360 solcher Fälle musste die Polizei bearbeiten. Durch einen neuen Unfallflucht-Fahnder soll die Aufklärungsquote künftig wieder steigen, kündigte Stegmeier in diesem Zusammenhang an. Im vergangen Jahr seien immerhin bereits 40 Prozent der Schuldigen ermittelt worden.
Die Unfallschwerpunkte im Landkreis sind inzwischen altbekannt. Immer wieder krachte es an Kreuzungen, Kreisverkehren und an neuralgischen Punkten diverser Staatsstraßen. Dabei ist der eingangs erwähnte Diespecker Kreisverkehr mit vier Unfällen Spitzenreiter, gefolgt von der Kreuzung der B8 bei Bräuersdorf und dem Straßenkreuz der B13 und der B470 bei Marktbergel.
Das staatliche Bauamt gibt bereits erste Pläne für die Überarbeitung mancher Unfallhotspots bekannt. So soll im Bereich der Bräuersdorfer Kreuzung zwischen Bundesstraße 8 und der Kreisstraße NEA 19 im kommenden Jahr eine Ampelanlage errichtet werden. Außerdem ist eine Fahrbahnerneuerung in Bad Windsheim im Kreuzungsbereich der Nürnberger Straße und der Staatsstraße 2253 vorgesehen. Hier sei, wie ein Vertreter des Bauamtes mitteilte, die Griffigkeit auf dem Asphalt nicht mehr gegeben. Die genauere Planung und Erneuerung soll in den nächsten Jahren erfolgen.