Nach nicht einmal einer Stunde war alles vorbei: Die vom Ortsvorsitzenden Klaus Ulrich Knorr und seinem Team ausgewählten 20 CSU-Listen-Kandidaten und Kandidatinnen plus drei Ersatzleute wurden allesamt ohne Gegenstimme nominiert.
Damit wolle die Partei laut Knorr „im Wahlkampf mit der Qualität der Gemeinderatskandidaten überzeugen“.Der Ortsvorsitzende hofft, nach dem Wahltermin am 6. März 2026 „eine erhebliche Anzahl von Ratsmitgliedern und die erste Bürgermeisterin zu stellen“. Wie berichtet, hatte sich die CSU schon im April auf die Gemeindekämmerin Patrizia Fierus (36) als Nachfolgekandidatin für den aktuellen Amtsinhaber Uwe Emmert (siehe Kasten) festgelegt. Fierus steht nun zudem auf Platz 1 der CSU-Liste für den Rat der Gemeinde im Landkreis Fürth.
Fierus war es auch, die durch die Liste führte. Zuvor hatte sie erläutert, wie der Vorschlag zustande gekommen ist: „Menschen aus allen möglichen Sach- und Lebensbereichen“ sollten sich unter den 20 befinden. Dabei gab sie selbstkritisch zu, dass zwar der Frauenanteil gegenüber der letzten Wahlliste 2020 gestiegen sei, „aber nur von fünf auf sechs. Das ist immer noch zu niedrig.“ Immerhin liege aber der Altersdurchschnitt der Kandidierenden nun bei knapp 45 Jahren, im Vergleich zu 2020 um über zwei Jahre niedriger.
Zwei aktuelle weibliche CSU-Ratsmitglieder stehen aber nicht auf der Liste, werden damit definitiv nicht mehr dem künftigen Gemeindeparlament angehören: die 3. Bürgermeisterin Lore Forstmeier – sie war auch bei der Versammlung nicht dabei – und Karin Henning. Von den aktuellen CSU-Ratsmännern kandidiert nur Benjamin Britting nicht mehr.
Geleitet wurde die Wahl von der jüngst neu gekürten CSU-Vorsitzenden im Landkreis Fürth Franziska Wespel. Die beruflich als Professorin an der Hochschule in Triesdorf Tätige nannte es „beeindruckend, dass hier so viele Mitglieder anwesend sind. Und es ist auch nicht normal, so viele Kandidaten zu haben.“ Denn immerhin 42 Stimmberechtigte waren in den Gasthof Brauhaus gekommen. Und alle machten auf dem einzigen Wahlzettel des Abends ihr Kreuz bei dem „Ja“ für die Vorschlagsliste. Zuvor hatte Wespel sich die Zustimmung für eine „Sammelabstimmung im Block“ geholt.
Hinter der Bürgermeisterkandidatin steht auf Platz 2 Thorsten Enßner, der dem Rat seit 2020 angehört. Es folgen der aktuelle zweite Bürgermeister Wolfgang Bernreuther und Fraktionssprecher Hans-Peter Mahr.
Christian Hamm (Platz 7) ist der erste „Neue“, an zwölfter Stelle steht Ortsvereinschef Knorr, bisher noch nicht im Rat vertreten. Unter Nummer 20 ist Tom Emmert zu finden, der Sohn des amtierenden Bürgermeisters. Nach der eindrücklichen Einmütigkeit bei der Stimmabgabe blieb Wahlleiterin Wespel nur noch, zu gratulieren. „Nun können wir sauber in den Kommunalwahlkampf ziehen.“
Als die CSU-Kandidierenden für die Gemeinderatswahl gesucht wurden, saß Wilhermsdorfs Bürgermeister Uwe Emmert zwar ganz vorne zwischen dem örtlichen Parteichef und der Kreis-Vorsitzenden. Doch erst ganz am Ende der Versammlung meldete er sich zu Wort. Das sei für ihn zwar „ganz ungewohnt, dass ich gar nichts zu sagen hatte“, gab der seit elf Jahren Amtierende zu. Das lag auch daran, dass sein Name nicht auf der „aus meiner Sicht wunderbaren guten Liste“ stand.
Emmert sagte, er sei dem Rat seiner Frau gefolgt, nicht mehr zu kandidieren. „Denn Aufhören heißt, nicht weiter mitbestimmen zu wollen.“ Er nannte zum Beispiel die Gefahr, dass Fehler der vergangenen Jahre im Rat aufgearbeitet werden müssten – da wolle er sich lieber zurückhalten. „Ich werde aber auf der CSU-Kreistagsliste kandidieren“, gab er bekannt – und damit auch, dass er nicht ganz auf die Lokalpolitik verzichten werde. „Und außerdem steht auf der Liste ja der Name Emmert drauf. Vielleicht merken ja die Leute gar nicht, dass da Tom und nicht Uwe steht“, fügte er grinsend an.
CSU Liste Wilhersmdorf:
Platz 1:Patrizia Fierus (36)
Platz 2: Thorsten Enßner (47)
Platz 3: Wolfgang Bernreuther (61)
Platz 4: Hans-Peter Mahr (65)
Platz 5: Michael Dirnberger (48)
Platz 6: Barbara Mahr (32)
Platz 7: Christian Hamm (40)
Platz 8: Petra Döhla (59)
Platz 9: Edwin Wening (60)
Platz 10: Nadine Baumann (50)
Platz 11: Peter Köninger (59)
Platz 12: Klaus Ulrich Knorr (53)
Platz 13: Brigitta Fliehr (39)
Platz 14: Alexander Masetzky (42)
Platz 15: Daniel Schubert (42)
Platz 16: Barbara Weißkopf (37)
Platz 17: Marcel Moser (29)
Platz 18: Alexander Günther (51)
Platz 19: Bernd Hitz (44).
Platz 20:Tom Emmert (28)
Hinweis: Das in Klammern angegebene Alter der Kandidatinnen und Kandidaten entspricht dem Alter, das sie am Wahltag haben.