Als einziger Bewerber tritt Stefan Carmanns in Weiltingen zur Wahl für das Amt des Bürgermeisters an. Ins Rennen geschickt hat ihn die Gruppierung „Bündnis Zukunft”, die im Februar 2025 gegründet worden war.
Carmanns ist 1977 in Dinkelsbühl geboren und lebt dort mit seiner Frau, einer gebürtigen Weiltingerin, und seinen zwei Töchtern. Seit rund 27 Jahren arbeitet er als Croupier bei der Spielbank Feuchtwangen. Erfahrung in der Kommunalpolitik habe er, wie er selbst sagt, bisher keine. Aber: „Kommunale Arbeit kann man lernen”, betonte er bei der Nominierungsversammlung im November.
Als Bürgermeister möchte der 48-Jährige die Grundlagen dafür schaffen, dass auch zukünftige Generationen in Weiltingen leben können und dafür eine funktionsfähige Infrastruktur vorfinden, teilte er der FLZ mit. Zudem will er die Finanzsituation der Kommune nachhaltig verbessern. Denn, „die notwendigen, anstehenden Investitionen trotz der sehr angespannten Finanzlage zu meistern und die Schulden zurückzufahren”, sieht er als größte Herausforderung, vor der die Gemeinde Weiltingen in den nächsten Jahren steht.
Der nächste Bürgermeister von Weiltingen wird seine Aufgabe in hauptamtlicher Funktion ausführen. Das hat das Ratsgremium im März 2025 entschieden. Da der amtierende Rathauschef Christoph Schmidt nicht mehr kandidiert, steht mit der Bürgermeisterwahl ein Wechsel an. Schmidt, der seinen Posten ehrenamtlich ausübt, hatte seinen Verzicht auf eine weitere Kandidatur Anfang vergangenen Jahres bekannt gegeben. Er wolle sich künftig ganz auf seine Tätigkeit als Zimmerermeister konzentrieren, lautete damals seine Begründung.
Schmidt war im Mai 2016 außerturnusmäßig zum Nachfolger von Lore Meier, die sich aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hatte, mit 91,86 Prozent gewählt worden, was zunächst eine sechsjährige Amtszeit bis 2022 zur Folge gehabt hätte. Um aber zum regulären Turnus der Wahltermine in Bayern zurückzukehren, wurde eine Verkürzung beschlossen. So trat Schmidt bei den Kommunalwahlen im März 2020 erneut an. Er hatte keinen Mitbewerber. 90,74 Prozent der Stimmen konnte er für sich verbuchen und startete damit in seine zweite Amtszeit als Weiltinger Gemeindeoberhaupt.
Die Freie Wählergemeinschaft Markt Weiltingen (FWW), die Schmidt als Bürgermeisterkandidat nominiert hatte, schickte damals 16 Kandidatinnen und Kandidaten als mögliche Gemeinderatsmitglieder ins Rennen. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,42 Prozent. Seither sind die zwölf Sitze des Ratsgremiums mit FFW-Kandidierenden besetzt. Eine andere Liste gab es nicht. Das wird sich bei der nächsten Wahl jedoch ändern. Gleich drei Gruppierungen werden mit entsprechenden Wahlvorschlägen auf den Stimmzetteln vertreten sein.
Die Freie Wählergemeinschaft Markt Weiltingen (FWW) schickt zehn Kandidatinnen und Kandidaten ins Rennen. Die Marktgemeinderäte Anita Schaupner, Herta Schmidt, Stefan Walter (Zweiter Bürgermeister), Kurt Schellmann, Matthias Schmidt, Daniel Naser, Jochen Ducke und Helmut Mehrike (Dritter Bürgermeister) treten erneut an. Zudem will sich Bürgermeister Christoph Schmidt nicht ganz zurückziehen. Er kandidiert auf der Ratsliste der FFW. Günter Mändle tritt hingegen nicht mehr zur Wahl an.
Die amtierenden Ratsmitglieder Dieter Schuster, Johannes Ruck und Rainer Babel, die bisher der FFW angehörten, sind bei der Kommunalwahl 2026 auf der neuen Liste der Gruppierung „Bündnis Zukunft“ (BZ) zu finden. Das BZ stellt insgesamt acht Kandidaten zur Wahl.
Für die ebenfalls neugegründete Freie Wählergruppe Frankenhofen (FWF) werfen sechs Männer und zwei Frauen ihren Hut in den Ring. Der Altersdurchschnitt beträgt knapp 39 Jahre.
Insgesamt liegt der Frauenanteil aller eingereichten Wahlvorschläge bei 15,4 Prozent. Im Gemeinderat sind aktuell zwei Frauen vertreten, was bei zwölf Sitzen einer Quote von 16,7 Prozent entspricht.