Auf rund 650.000 Euro wird der Umbau des alten Wasserwerks in Wassertrüdingen geschätzt, damit die Jugend dort einen Treffpunkt bekommt. Die enormen Kosten und das seit vielen Jahren im Raum stehende Versprechen nach neuen Räumen waren Thema im Wassertrüdinger Rat. In einem nächsten Schritt sollen nun die Fördermittel ausgelotet werden.
Unter dem Punkt „Sonstiges“ nahm Jugendbeauftragter Jörg Edelmann (Parteiunabhängige Fraktion) Bezug auf die vorangegangene Sitzung des Bauausschusses, in der die Planung des beauftragten Büros vorgestellt worden war. Wichtig sei jetzt ein klares Signal an die jungen Leute, so Edelmann im Rat. Er plädierte dafür, bei den Haushaltsberatungen Mittel für die Instandsetzung des Erdgeschosses bereitzustellen und mögliche Förderungen zu eruieren.
Der Planer hat, wie Stadtbaumeister André Schultz mitteilte, drei Bauabschnitte vorgesehen, von denen das Erdgeschoss mit Anbau und Außenanlagen auf geschätzt 345.000 Euro kommen würde. Eigenleistungen und Fördermittel seien in der Summe noch nicht berücksichtigt. Als nächstes werde man mit den Förderstellen Kontakt aufnehmen, so Schultz. Außerdem, fügte Bürgermeister Stefan Ultsch hinzu, müssten die möglichen Eigenleistungen noch ermittelt werden.
Das alte Wasserwerk hatte vor einiger Zeit Zweiter Bürgermeister Klaus Schülein (CSU) als mögliches Domizil für die Jugend ins Gespräch gebracht, nachdem zuvor mehrfach über denkbare Standorte diskutiert worden war. In der Sitzung des Stadtrates legte Schülein dar, dass sich die Sache nun doch aufwendiger gestalte als ursprünglich gedacht gewesen sei. Angesichts der nunmehr im Raum stehenden hohen Kosten plädierte er dafür, als sinnvolle Alternative einen Verkauf des Anwesens zu überlegen. Mit dem Erlös und weiteren Mitteln könne die Stadt für die junge Generation etwas Neues bauen.
Katharina Bucher (Parteiunabhängige Fraktion) warf ein, dass es keinen Beschluss des Stadtrates zu einem Standort gebe. Die Sache mit dem Wasserwerk sei vom Zweiten Bürgermeister einfach in die Wege geleitet worden. Bucher wollte wissen, wie viel Geld bereits für die Planung ausgegeben worden sei, und zeigte sich verwundert über die jetzigen Zweifel an der bereits getroffenen Weichenstellung. Edelmann wiederum erinnerte an die Haushaltsberatungen im vergangenen Jahr, bei denen Einigkeit darüber bestanden habe, dass das Wasserwerk als Standort weiter verfolgt werde. Letztlich gehe es um eine Lösung, die finanzierbar sei, legte Peter Wittmann (CSU) dar. Da sei es doch nachvollziehbar, parallel nach Alternativen Ausschuss zu halten.
Wichtig sei, dass das Thema nicht weiter geschoben werde, betonte Bucher. Denn eigentlich sei der jungen Generation bereits vor der Gartenschau wegen des Abrisses des alten Lagerhauses, in dem sich der frühere Treff befunden hatte, ein neues Jugendzentrum versprochen worden. „Wir sind hier in der Pflicht.“