Was die Sportart „Boule” in Gutenstetten so beliebt macht | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.03.2024 11:00

Was die Sportart „Boule” in Gutenstetten so beliebt macht

Sie haben Boule zu ihrem Hobby gemacht: Jeden Mittwoch und Samstag treffen sich Gutenstettener zum Kugelwerfen – im Sommer wie im Winter. (Foto: Christa Frühwald)
Sie haben Boule zu ihrem Hobby gemacht: Jeden Mittwoch und Samstag treffen sich Gutenstettener zum Kugelwerfen – im Sommer wie im Winter. (Foto: Christa Frühwald)
Sie haben Boule zu ihrem Hobby gemacht: Jeden Mittwoch und Samstag treffen sich Gutenstettener zum Kugelwerfen – im Sommer wie im Winter. (Foto: Christa Frühwald)

Es geht in erster Linie um die Geselligkeit und um das Werfen auf ein Schweinchen. Auf ein Schweinchen? Nein, natürlich nicht auf ein lebendes Tier, vielmehr auf die kleine Kugel im Boule, die so genannt wird. Eine Gruppe von elf Männern und zwei Frauen trifft sich in Gutenstetten regelmäßig mittwochs und samstags. Sie haben Boule zu ihrem Hobby gemacht.

Boule kommt aus Frankreich, heißt auf Deutsch schlicht und einfach „Kugel“ und wird als Oberbegriff für Kugelspiele verwendet. Die populärste Variante dieser „Jeux de Boules“ ist Pétanque, das auch in Deutschland immer mehr Freunde findet.

Vor gut zehn Jahren nahm es in Gutenstetten seinen Lauf. Am Sportgelände unter den Kastanien wurde eine Boulebahn errichtet. Damals hätte wahrscheinlich niemand damit gerechnet, dass dieses Spiel in der Aischgrundgemeinde derart einschlägt und so beliebt wird.

Besuch aus der Partnerkommune im Limousin

Hintergrund zum Bau der Bahn ist die Partnerschaft mit den Freunden von Saint-Hilaire-les-Places im Limousin, die damals zu Besuch waren. Die Einweihung der Fläche fand im Jahr 2013 im Rahmen des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft statt. Eine Gruppe Gutenstettener traf sich danach regelmäßig im Sommer zum Boulespielen – und plötzlich fehlte im Winter eine Beschäftigung.

Und so kamen sie auf die Idee, eine Boulebahn in einem Innenraum zu errichten, die im Landkreis nach Aussagen der Gutenstettener einzigartig sein dürfte. Rudi Schelter stellte kurzerhand einen Raum zur Verfügung und baute ihn gemütlich um. Mit freigelegtem Fachwerk und Natursteinen wirkt die Stube mit dem beheizten Ofen fasst schon kuschelig. Den Ausbau in dem Gebäude hat Rudi Schelter liebevoll gestaltet.

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Jeder übernimmt einen Teil der Arbeit

Sogar „Boule“ in Großbuchstaben wurde in die Wand eingelassen. Jeder der „Bouler“ strahlt Freude und Begeisterung aus. Die Sportart steht auf der Liste ihrer Freizeitbeschäftigungen ganz oben, erzählen sie wie aus einem Munde. Am Eingang stehen Getränkekisten, denn Durst leiden muss bei den Spielern keiner.

Jeder übernimmt gewisse Organisationsarbeiten. Der eine bringt Brennholz mit, der andere ein paar Häppchen oder sogar manchmal Weißwürste. Aber natürlich steht das Spiel an erster Stelle. In zwei Gruppen wird geworfen und jeder möchte gewinnen. Helmut Distler, Ehrenvorsitzender des Gutenstettener Sportvereins und einer, der die Bahn damals vor gut zehn Jahren mit ins Leben gerufen hatte, plauderte ein bisschen aus dem Nähkästchen und erklärte die Spielregeln.

Dem Schweinchen am nächsten

Die zwei Gruppen werden stets neu ausgelost – die „Roten“ und die „Weißen“. Jeder Spieler habe zwei Kugeln, die er abwechselnd auf die etwa zwölf Meter lange Bahn mit Brechsand wirft, bis alle Exemplare darauf liegen. Das Team, dessen Boule-Kugel am Ende eines Durchgangs am nächsten am Schweinchen liegt (die Mini-Kugel wird zuerst in die Bahn geworfen und ist die Orientierungsstelle), gewinnt einen oder mehrere Punkte. Wer am Ende die meisten hat, der gewinnt.

Die Freundschaften untereinander werden so gepflegt. Es gibt Geburtstagsfeiern und gemeinsame Kirchweihbesuche. Und es wird bei den Gutenstettener Boule-Spielern viel gelacht, denn es ist eine lustige Gemeinschaft. Alt und Jung können dieses Gesellschaftsspiel ausüben – und richtig gut zu Fuß muss man dabei auch nicht sein. „Es macht uns allen sehr viel Spaß“, sagen die Gutenstettener, ehe die Kugeln wieder durch den Raum fliegen.

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