Von Firlefanz bis Ramsch: Haben Sie auch schon einmal völlig unerwartet eine Sendung mit weitgehend wertlosen oder minderwertigen Produkten erhalten, die niemand bestellt hat - von Handyhüllen über Saatgut bis hin zu Modeschmuck? Dann sind sie völlig schuldlos in eine Betrugsmasche namens Brushing verwickelt worden, erklärt die Stiftung Warentest.
Hinter dem Ganzen stecken unseriöse Händler. Ihr Ziel: Verifizierte Fünf-Sterne-Bewertungen erhalten. Dafür beschaffen sie sich zunächst Kundendaten, etwa über Hackerangriffe oder aus dem Darknet. Mit diesen Namen und Adressen kaufen die Händler Waren aus dem eigenen Shop und lassen sie an die gekaperten Anschriften liefern.
Weil die Sendung tatsächlich zugestellt wird, werden die Empfänger als „verifizierte Käufer“ eingestuft - etwa auf Onlinemarktplätzen wie Amazon, das den Warentestern zufolge schwerpunktmäßig betroffen ist.
So geht es dann weiter:
Betroffene müssen bei solchen Brushing-Sendungen zwar nicht in Panik zu geraten, sollten aber aktiv werden und Folgendes wissen:
Nur wenn es sich erkennbar um einen echten Zustellfehler handelt – etwa durch einen Zahlendreher in der Hausnummer – sollte der Absender informiert und das Paket zur Abholung bereitgehalten werden.
Und noch einmal zurück, ganz an den Anfang: Um wirklich sicherzugehen, dass nicht doch jemand die Lieferung veranlasst hat, kurz einmal bei allen im Haushalt nachfragen.
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