Der um 1522/23 angelegte und dann mehrfach erweiterte Ansbacher Stadtfriedhof ist als Begräbnisstätte über Jahrhunderte eine wichtige Quelle der Ortsgeschichte. Nach Einschätzung des Bezirks Mittelfranken ist er in seiner Anlage kulturhistorisch von überregionaler Bedeutung.
Der Markgräfliche Hofbaumeister Johann David Steingruber verband ab 1735 bereits bestehende Gruftkapellen nach einem einheitlichen Plan miteinander. Weitere folgten unter seinem Nachfolger Johann Caspar Wohlgemuth. Nach und nach kamen im 18. und 19. Jahrhundert neue, der jeweiligen Begräbniskultur entsprechenden Bauten dazu. So entstand nahezu geschlossener Kranz mit 171 Grufthäusern, der das langgestreckte, trapezförmige Gräberfeld um die Heiligkreuzkirche säumt.
Die Fassaden der Grüfte bestehen meist aus glatt verputztem Ziegelmauerwerk oder Sandstein. Häufig werden die Öffnungen von einem ornamentierten Gitter geschlossen. In der Gesamtanlage ergibt dies, trotz der Unterschiede im Detail etwa in der Größe oder der Bauornamentik aus unterschiedlichen Epochen, doch ein fast einheitliches Bild.
Die Zeit, aber vor allem Wind und Wetter, hatten die Bauten in unterschiedlichem Grad sanierungsbedürftig werden lassen. In der Nähe der Kirche im Norden der Anlage, wo die ältesten Grüfte situiert sind, begann man mit der modellhaften Sanierung. Für das bestens dokumentierte Pilotprojekt, das als Vorlage für die vielen noch zu sanierenden Grabbauwerke dienen soll, wählte man 22 Grufthäuser aus, die teils mit Sarkophagen, Statuen oder Epitaphien reich ausgestattet sind.
Acht vorbildlich renovierte Denkmäler in den Landkreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Ansbach sowie in der Stadt Ansbach hat der Bezirk Mittelfranken in diesem Jahr ausgezeichnet. Die FLZ stellt sie in loser Folge vor.
Dächer wurden repariert, beziehungsweise wo das nicht möglich war, erneuert und abgedichtet. Schäden an Statik und Mauerwerk wurden behoben, Gitter hat man entrostet und wieder gangbar gemacht, Grabplatten wurden stabilisiert, entziffert und der Bestand inventarisiert.
Begleitend sorgte eine stadtgesellschaftlich breit angelegte Unterstützung unter anderem für eine wissenschaftliche Aufarbeitung. So wurden auch weitere, dringend nötige finanzielle Mittel akquiriert. „Ohne dieses Engagement wäre das Modellprojekt nicht einmal ansatzweise in dieser Form möglich gewesen”, heißt es in der Laudatio des Bezirks zur Prämierung.
Nachdem die geeigneten Vorgehensweisen und Methoden zur Sanierung der Gruftkapellen gesucht, getestet und gefunden sind, kann auf dieser Grundlage das steinerne Geschichtsbuch von Ansbach mit seinen vielen Seiten nachhaltig gesichert werden.