Die Instandsetzung des Klosterchors und der historischen Stadtbibliothek in Bad Windsheim soll bis zur Eröffnung der Landesgartenschau am 29. April 2027 abgeschlossen sein. Bislang bewegt sich das Projekt jedenfalls im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen.
Der Förderverein Klosterchor und historische Stadtbibliothek Bad Windsheim hatte zur Jahresversammlung in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen. Rund 30 Mitglieder waren gekommen und ließen sich von der Vorsitzenden Sabine Detsch über Vergangenes, Aktuelles und Geplantes informieren. Demnach wollen sich die Verantwortlichen des Fördervereins erneut darum bemühen, dass die Stadt die Gestaltung des Klostergartens plant und umsetzt. Das Vorhaben war zuletzt 2024 dem Rotstift zum Opfer gefallen.
Damals hatte es geheißen, man wolle die Neugestaltung des Gartens aus Kostengründen „vorerst” nicht weiterverfolgen. Detsch, die auch Stadträtin ist, will erneut einen Antrag stellen und damit bewirken, dass der Stadtrat noch einmal über das Vorhaben beratschlagt und es in die Gesamtmaßnahme einbezieht. „Man kann nicht das Objekt sanieren und den Garten als Sumpfwiese stehen lassen. Das ist nicht in unserem Sinne”, sagte die Vorsitzende und betonte, dass der Garten großes Potenzial habe. Vor allem auch mit Blick auf die Landesgartenschau. Detsch hofft, dass das Vorhaben gelingt. „Ich bleibe zuversichtlich.”
Die Fortschritte auf der Baustelle des Klosterchores hob sie ebenfalls positiv hervor. Gerne würde sie den Mitgliedern des Fördervereins eine Führung anbieten und versprach, das mit dem Stadtbauamt abzusprechen. Denn eine Begehung sei wegen der laufenden Arbeiten derzeit nicht ungefährlich.
Sie selbst beteilige sich an den wöchentlichen Abstimmungen auf der Baustelle. Die würden stattfinden, „um gegebenenfalls eingreifen zu können”, sollte etwas Unvorhergesehenes eintreten. Detsch lobte die Zusammenarbeit mit den Akteuren. „Das ist Teamarbeit.” Man könne sich aufeinander verlassen, was nicht immer so gewesen sei und mitunter „viel Schaden” angerichtet habe. Als nun im Dezember das Richtfest gefeiert worden war, habe man vor allem die Handwerker gefeiert. „Sie sind meine Helden, und ich zolle ihnen meinen allerhöchsten Respekt.” Es werde mit großem Sachverstand gearbeitet und sie empfinde es als „hochqualitativ, was da geleistet wird”.
Der für die Baustelle verantwortliche Architekt Hermann Keim war bei der Jahresversammlung des Fördervereins anwesend und hätte eigentlich einen Vortrag über die Baufortschritte halten sollen. Da aber die Technik im Sitzungssaal des Rathauses streikte, entfiel dieser Punkt.
Ein paar Eckdaten lieferte Keim trotzdem. So informierte er auf Nachfrage über die insgesamt 64 Bohrungen, die stattfinden, um die Standsicherheit des Gebäudes zu festigen. Demnach seien drei Testbohrungen zunächst nicht erfolgreich verlaufen. Das Füllgut sei jedes Mal versackt – also komplett im Erdreich verschwunden, ohne dass ein Halt herzustellen gewesen wäre.
Weil eine Lösung zu dem Zeitpunkt noch nicht in Sicht gewesen sei, habe man das Dach vorgezogen. „Wir haben schließlich einen Zeitplan einzuhalten”, betonte Keim. Bei der zweiten Testbohrung habe man mit einem anderen Verfahren schließlich Erfolg gehabt. Und zwar mit einem „Strumpf”, der den Beton hält. „Zuerst wird acht Meter in den Boden gebohrt, dann kommt der Strumpf rein, gefolgt vom Beton. Das hält”, sagte Keim.
Von den Mitarbeitern der Firma aus Marktbergel, die diese Bohrungen nun ausführen, zeigte er sich beeindruckt. „Das sind harte Jungs, die ziehen das durch und lassen sich auch von Schnee und Frost nicht beirren.” Keim führt das auch auf die regionale Herkunft der Firma zurück. So sei bei einem Projekt im eigenen Umfeld der Antrieb, absolut saubere Arbeit abliefern zu wollen, erfahrungsgemäß stets groß.
Auch für die Zimmerer aus Albanien, die sich mit fränkischem Fachwerk wider Erwarten bestens auskannten und den Dachstuhl perfekt wieder aufbauten, sparte Keim nicht mit Lob. Sie hätten „extrem schnell” gearbeitet und super Arbeit abgeliefert.
Auf den Zustand der ausgelagerten Bücher der historischen Stadtbibliothek angesprochen, erklärte Detsch, dass diese „sukzessive gereinigt” werden und ihr Zustand gar nicht so schlecht sei, wie vielleicht zu erwarten gewesen wäre. „Der Schaden ist überschaubar.” Im Laufe der Zeit hätten die Bücher viel ausgehalten, bevor ihre Lage in den vergangenen zehn Jahren prekär geworden sei. Detsch zufolge hätten verschiedene Faktoren zusammengespielt; zuletzt sei sie angesichts des sich verschlechternden Klimas in den Räumen der historischen Stadtbibliothek schon nervös geworden.
Nun stehe man indes vor der Herausforderung, ein für die Bücher angemessenes Raumklima zu schaffen. Das aber sei gar nicht so leicht. „Es gibt dafür keine Lösung von der Stange”, sagte Detsch. Man suche aber nach der „bestmöglichen”. Das sei deswegen so kompliziert, weil jedes Material – darunter Papier, Holz, Leder, Leim, Tinte und Pergament – andere Bedürfnisse habe. Man werde nun ausloten müssen, welche Temperatur den Büchern insgesamt besonders zuträglich, wie diese am besten herzustellen und zu halten sei. Dazu sollen zeitnah Fachgespräche geführt werden.
Dass die historische Stadtbibliothek für Interessierte zugänglich gemacht werden muss, steht für Detsch außer Frage. „Die Bibliothek hat es verdient, besucht zu werden.” Dafür brauche es aber noch ein festes Konzept. Erste Ideen gebe es Detsch zufolge bereits. Doch wie weit man die Bibliothek öffnen werde, müsse noch im Detail geklärt werden.