Vize-Bürgermeister der Partnerstadt Anglet stirbt in Ansbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.10.2024 20:18, aktualisiert am 03.10.2024 18:07

Vize-Bürgermeister der Partnerstadt Anglet stirbt in Ansbach

Jean-Michel Barate (links) fühlte sich in Ansbach wohl. Beim Partnerschaftsjubiläum 2023 begrüßte ihn hier Landtagspräsidentin Ilse Aigner (Zweite von rechts). Mit dabei waren Elke Homm-Vogel, Klaus Dieter Breitschwert (Mitte) und Oberbürgermeister Thomas Deffner. (Archivfoto: Oliver Herbst)
Jean-Michel Barate (links) fühlte sich in Ansbach wohl. Beim Partnerschaftsjubiläum 2023 begrüßte ihn hier Landtagspräsidentin Ilse Aigner (Zweite von rechts). Mit dabei waren Elke Homm-Vogel, Klaus Dieter Breitschwert (Mitte) und Oberbürgermeister Thomas Deffner. (Archivfoto: Oliver Herbst)
Jean-Michel Barate (links) fühlte sich in Ansbach wohl. Beim Partnerschaftsjubiläum 2023 begrüßte ihn hier Landtagspräsidentin Ilse Aigner (Zweite von rechts). Mit dabei waren Elke Homm-Vogel, Klaus Dieter Breitschwert (Mitte) und Oberbürgermeister Thomas Deffner. (Archivfoto: Oliver Herbst)

Es ist ein mehr als trauriges Ende eines Treffens der Partnerstädte in Ansbach. Jean-Michel Barate, erster stellvertretender Bürgermeister im französischen Anglet, verstarb am Dienstag im Klinikum Ansbach. Dies bestätigte am Mittwoch sein unmittelbares Umfeld. Vorangegangen sei ein medizinischer Notfall.

Der 71-jährige Barate hatte in Ansbach ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, wie es aus seinem Umfeld weiter heißt. Hier habe man den Vize-Bürgermeister noch operiert. Vertreter aus den Partnerstädten Anglet, Fermo in Italien und Bay City in den Vereinigten Staaten waren wegen der Grünen Nacht, die am vergangenen Samstag stattfand, nach Ansbach angereist.

Vor seiner politischen Laufbahn hatte der Ansbach-Freund Jean-Michel Barate ein geisteswissenschaftliches Studium in Bordeaux absolviert und wirkte als Chocolatier im eigenen Unternehmen in den Angleter Nachbarstädten Bayonne und Biarritz. Als Vize-Bürgermeister war er für die Städtepartnerschaft mit Ansbach zuständig.

2021 erhielt Jean-Michel Barate eine der höchsten Auszeichnungen, die der Nachbarstaat Frankreich vergibt: als Ritter des Ordens der Künste und der Literatur, also „Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres“ in der Landessprache.

Eine Liebeserklärung in deutscher Sprache

Jean-Michel Barate kümmerte sich lange nicht nur wegen seines Amtes in der Kommune so intensiv um die Städtepartnerschaft. Die Freundschaft mit Ansbach war ihm in über vier Jahrzehnte Lebensaufgabe und Herzensangelegenheit.

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Als die Partnerschaft im vergangenen Jahr ihr 55-jähriges Bestehen feierte, fasste er dieses Empfinden in der außerordentlichen Stadtratssitzung in Worte. Am Ende seiner Rede sprach er auf Deutsch: „Liebes Ansbach, ich liebe dich.“

Was er da noch nicht wusste: Wenige Augenblicke später erhielt er das Ansbacher Stadtsiegel von 1532. Laudatorin war Bürgermeisterin Elke Homm-Vogel. Barate reagierte bewegt auf die Geste.

Anhänger eines friedlichen und vereinten Europas

„Jean-Michel Barate war seit Jahrzehnten einer meiner engsten Freunde“, betonte Klaus Dieter Breitschwert am Mittwoch gegenüber der Fränkischen Landeszeitung. Der frühere Landtagsabgeordnete und Ansbacher Bürgermeister ist Ehrenbürger beider Städte und weilt derzeit in Anglet.

„Ich habe den Kontakt mit ihm in den Jahren, in denen er nicht in der Kommunalpolitik tätig war, weiter intensiv gepflegt“, sagte er. Sein Tod reiße eine tiefe Lücke.

Oberbürgermeister Thomas Deffner würdigte Barate am Rande der Gedenkfeier zum Tag der Deutschen Einheit als „Motor der Städtepartnerschaft in Anglet“. Er sei über Jahrzehnte von der Verbindung mit Ansbach regelrecht begeistert gewesen und habe dafür gesorgt, dass die Partnerschaft auch gelebt wird. Sehr regelmäßig habe er als Vertreter Anglets an offiziellen Anlässen in Ansbach teilgenommen.

Es sei auch für ihn persönlich ein „großer Verlust“, befand Deffner. Er habe Jean-Michael Barate 2014 erstmals persönlich kennengelernt. „Seitdem hat sich eine Freundschaft entwickelt.“

Einen Meilenstein seines erfolgreichen Engagements wird der Verstorbene als Anhänger eines friedlichen und vereinten Europas nicht mehr erleben. Am 8. Mai 2025, also 80 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus, begründen Anglet und Fermo ebenfalls eine Partnerschaft. Damit bekommt die Freundschaft aller drei Kommunen ein offizielles Fundament. Jean-Michel Barate war ein Hauptarchitekt.

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