Die Photovoltaik-Freiflächenanlage ist ein wichtiger Schritt für das Gelingen der Energiewende in Diespeck. In einer kleine Feierstunde war der Bürgersolarpark Diespeck-Stübach West mit gut 20.000 Modulen von dem Unternehmen Südwerk Energie GmbH nun der Öffentlichkeit vorgestellt worden.
Dies sollte noch vor dem Herbst geschehen, um den Beteiligten, die diesen langen Prozess begleiteten, eine gute Lösung mit der Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger zu präsentieren, erklärte der Südwerk-Geschäftsführer, Manuel Zeller Bosse.
Die Vorstellung sei eine optimale Gelegenheit, Einblicke in die Umsetzung des Projektes zu bekommen und mit den Verantwortlichen und eventuell weiteren Beteiligten ins Gespräch zu kommen, hieß es gegenüber der Fränkischen Landeszeitung.
Der Bürger-Solarpark erstreckt sich auf einer Fläche von über acht Hektar. Aus der Anlagenleistung von 9090 Kilowatt-Peak (kWp) ergibt sich für die Freiflächen-Photovoltaikanlage ein Jahresertrag von sage und schreibe 10,2 Millionen Kilowattstunden (kWh). Dies reiche rechnerisch für den Strombedarf von 7840 Privatpersonen, ausgehend vom Durchschnittsverbrauch von 1300 kWh pro Person jährlich, rechnete Zeller Bosse vor. Dadurch leiste der Solarpark einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung in der Region Diespeck, meinte er.
Die Arbeiten laufen zur Zeit auf Hochtouren. Mit der Fertigstellung und Freischaltung rechne man im März 2025. Südwerk biete den Bürgerinnen und Bürgern Diespecks an, dass auch sie in diese Anlage investieren können, betonte Zeller Bosse und stellte eine „attraktive Rendite“ in Aussicht. Die Investitionssumme liege zwischen 500 und 20.000 Euro bei 4,5 Prozent mit einer Laufzeit von fünf Jahren mit einem Investitionsvolumen von 600.000 Euro.
Landrat Dr. Christian von Dobschütz, der zu Beginn des Projektes noch Diespecks Bürgermeister war, erinnerte sich an die ersten Gespräche und Anfangszeiten 2020 im Gemeinderat. Damals habe man sich die Frage gestellt, wie Diespeck seinen Beitrag zur Energiewende leisten könne. Es sei ein sehr langer Prozess gewesen. Es galt, sämtliche Flächen zu bewerten, und das Gremium entschied sich letztendlich für den sogenannten Martergraben unterhalb des Waldes zwischen Stübach und Baudenbach.
Von Dobschütz zeigte sich stolz, dass die Maßnahme noch während seiner Bürgermeister-Amtszeit in die Umsetzung ging. Er betonte der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim liege bei der Energiewende vier Jahre vor dem gesamtdeutschen Schnitt. Er bezeichnete die Maßnahme als wirtschaftlichen Aufschwung in dem Flächenlandkreis.
„Es ist notwendig und verpflichtend und wir wollen dabei sein“, sagte von Dobschütz. Er zitierte Scheinfelds Bürgermeister Claus Seifert mit den Worten: „Wenn wir schon die Heimat umbauen, dann wollen wir auch profitieren“. Die Netzinfrastruktur sei somit auf einem guten Weg. Er wünsche sich eine gute Bürgerbeteiligung und viel, viel Sonnenlicht und freue sich auf Steuermehreinnahmen in Diespeck. Südwerk will sich mit einer Zweigstelle in Diespeck niederlassen.
Diespecks Interimsbürgermeister Roland Schmidt erinnerte sich nach eigenen Worten noch zu gut, wie intensiv im Gemeinderat mit einem geeigneten Standort gerungen wurde. „Wir brauchen die Energiewende, damit wir künftig unabhängiger werden, und davon profitieren alle Diespecker“, sagte Schmidt.
Der Landrat hatte noch eine Zahl parat, die ihm der Leiter der Unternehmensentwicklung von N-Ergie Dr. Rainer Kleedörfer mitteilte. Demnach gebe der Landkreis jährlich 170 Millionen Euro für Energie (auch in Form von Öl) aus. Von dieser stolzen Summe könne durch eigene Produktion etwas eingespart werden.