Kindersnacks locken mit bunten Verpackungen und ansprechenden Namen. Oft ist der Zusatz „ohne Aufstreusalz“ aufgedruckt. Das vermittelt: Was die Kinder da knabbern, ist besonders salzarm. Ist es aber oft gerade nicht, wie eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ergab.
Bei 30 Kindersnacks überprüften die Verbraucherschützer den Salzgehalt auf der Verpackung. Das Ergebnis: Viele der Produkte sind salziger, als es Kindern guttut. Der Salzgehalt der Snacks im Durchschnitt: 1,92 Gramm Salz auf 100 Gramm Knabbereien. Beim Spitzenreiter waren es sogar 2,8 Gramm.
Da Kinder je nach Alter und Gewicht laut der Verbraucherzentrale nicht mehr als zwei bis fünf Gramm Salz am Tag zu sich nehmen sollten, können sie schon am Limit sein, wenn so eine Tüte geleert ist. Noch mehr Salz ist dann kaum noch drin, doch auch in Wurst, Käse, Brot oder Fertigprodukten steckt welches.
Fazit der Verbraucherschützer: An Knabberprodukten sollten Kinder sich keinesfalls satt essen. Wenn überhaupt, sollten Eltern ihrem Nachwuchs nur sehr kleine Portionen gönnen. Eine Alternative zu den knusprigen Snacks sind zum Beispiel Gemüsesticks.
Was ist schlecht an zu viel Salz? Es erhöht das Risiko für Bluthochdruck und damit Herz-Kreislauf-Krankheiten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung weist darauf hin, dass in Deutschland auch schon Kinder und Jugendliche mitunter zu hohen Blutdruck haben, ältere eher als jüngere.
Doch selbst wenn die Blutdruckwerte bei den Kleinen noch nicht im roten Bereich sind - viel Salz in der Kindheit kann das Risiko für späteren Bluthochdruck erhöhen. Und nicht zuletzt gewöhnen sich Kinder so schon früh an salzigen Geschmack.
Was die Tester nicht geprüft haben: gekennzeichnete Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder unter drei Jahren, etwa Knabberstangen aus Getreide mit entsprechender Altersangabe. Denn dafür gelten strengere EU-Regeln, auch für den Salzgehalt.
Was die Verbraucherschützer aber kritisieren: Im Geschäft stehen oft alle Produkte im selben Regal. Eltern sehen nicht unbedingt den Unterschied, weil die Hinweise nur klein auf der Verpackung stehen.
© dpa-infocom, dpa:260427-930-999506/1