Von einem Wettergott, der es gut gemeint hat, sprechen alle, die zum Gelingen des Bad Windsheimer Altstadtfests beigetragen haben. Bei der Zufriedenheit mit der Besucherzahl gehen die Aussagen auseinander, sie reichen von „bombastisch“ bis hin zu „ausbaufähig“. Ein Schnapsverkauf sorgte für Ärger beim Spielmannszug.
Alle Hände voll zu tun hatten die Ehrenamtlichen der Vereine, die die Plätze in der Altstadt am Wochenende bespielt haben. Dass ein „riesiges Engagement“ dahintersteckt, das weiß Birgit Grübler, Leiterin der Kur-, Kongress- und Touristik-GmbH (KKT), die dafür „sehr dankbar“ sei. Sie freue sich, dass alles „super geklappt“ hat und „alle lösungsorientiert zusammengearbeitet“ hätten bei diversen „Baustellen“, die sich im Vorfeld aufgetan hatten.
„Der Wettergott hat richtig gut mitgespielt“, sagt Hans-Jürgen Leitner vom Verein Moo Duk Kwan. Nach einem Verlustgeschäft im vergangenen Jahr habe heuer alles gepasst. Stimmung und Besuch seien „bombastisch“ gewesen am Klosterplatz: „Die Leute nehmen unser Programm von Jahr zu Jahr besser an.“ Nur eine Kiste Aperol habe er übrig gehabt und „beim Bier hätten wir maximal noch eine Stunde durchgehalten“, sagt er zufrieden. Da verkrafte man anfängliche Probleme durch ein Gerüst, das plötzlich dastand und den Bühnenaufbau verzögert habe.
Bei der Faschingsgesellschaft Illesheim an der Alten Weed zwickte es anfangs auch, vor allem mit Anträgen bei der Stadt, die dort lange gelegen hätten und erst recht kurzfristig genehmigt worden seien, bedauert Vorsitzender Christian Lorenz. Bei Stromproblemen habe Jochen Schauer von der KKT „wie selbstverständlich sofort geholfen“ und sei mit seiner Kollegin Daniela Übler immer ansprechbar gewesen, lobt Lorenz.
Kurzfristig standen den Narren die gewohnten Räume nicht zur Verfügung und sie mussten unter anderem die Schäufeleproduktion nach draußen verlegen. Man habe nahezu immer „volles Haus“ gehabt. Polizei und Sicherheitsdienst seien ständig präsent gewesen und haben „einen richtig guten Job gemacht“, so Lorenz.
Einen extra Sicherheitsdienst hätte der Spielmanns- und Fanfarenzug mit Wagnertanzgilde gebraucht, wie alle, die hochprozentigen Alkohol verkauft haben. Auch hätte man die Bar am Holzmarkt in einem „hässlichen Käfig“ verstecken müssen, erklärt Vorsitzende Maria Karnick. So seien nun mal die Auflagen. Vom Schnapsverkauf lasse man seit ein paar Jahren die Finger, das Fest verlaufe seitdem friedlicher am Holzmarkt und man habe weniger Glasbruch.
Ein am Platz ansässiger Gastwirt habe am Wochenende aber „harten Alkohol to go“ ausgeschenkt. Ein „No-Go“ findet Karnick, die Besucher hätten diesen freilich auch „in unserem Biergarten“ konsumiert. Der Wirt könne seine Sachen ja ausschenken, aber nicht zum Mitnehmen. Alle Vereine müssen sich an die Auflagen halten. „Gleiches Recht für alle“ fordert Karnick als Bedingung einer Teilnahme ihres Vereins am Altstadtfest 2026. „Sonst können wir das Geschäft auch mitnehmen und uns nicht an Auflagen halten.“
Grübler kann den Frust nachvollziehen, ihr seien aber die Hände gebunden. Das sei Sache des Ordnungsamts, sie werde das Thema dennoch mit in die Nachbesprechung nehmen und hoffe, auf einen „Lösungsansatz“. Die Auflagen findet sie aber „richtig und wichtig“, damit ein solches Fest gelingt. Eigentlich wolle man im Zunftlager aber ohnehin „ein Familienfest“ feiern, sagt Karnick. Das Essen sei das Hauptgeschäft. Saukopf und Schlachtschüssel seien Tradition.
In den letzten Jahren habe man bemerkt, dass der Sonntag immer weniger angenommen werde, „weil an den anderen Plätzen meist nichts mehr los ist“, kritisiert Karnick. Hier wünsche sie sich seitens der KKT ein „Durchgreifen“. Andere setzen auf Umsatz durch Alkoholverkauf und ließen den Sonntag, „weil da kein Geld verdient ist, links liegen“. Das Altstadtfest sei aber seit jeher Samstag und Sonntag gefeiert worden, der Freitag vor ein paar Jahren „neu“ dazugekommen, betont Karnick.
Generell habe man heuer weniger „essende Besucher“ gezählt, „das liegt wohl daran, dass einfach alles teurer wird. Im Einkauf, wie im Verkauf. Die Leute müssen ihr Geld zusammenhalten.“ Auch macht Karnick die „Stimmungsmache in der Stadt auf Facebook“ verantwortlich dafür, dass weniger Bad Windsheimer Lust hätten zu feiern.
Gefeiert wurde am Kornmarkt bei Blasmusik und vollen Bänken, so Hubertus Saule vom Förderverein Kinderträume, der dort mit der Jungen Union und der Volleyball-Abteilung des TV 1860 Bad Windsheim die Zügel in der Hand hatte. „Wir verfolgen weiter unsere Strategie: Wir fangen früher an und hören früher auf.“ So sei die Veranstaltung besser zu stemmen, denn es gebe immer weniger helfende Freiwillige, weshalb man die Volleyballer an Bord geholt habe.
„Viel besser als letztes Jahr“ sei es aufgrund des „richtig guten Wetters“ und der Tatsache, dass man sich nach drei Jahren der Teilnahme nun langsam einen Namen gemacht habe, in der Seegasse beim Verein Diamond Gym gelaufen, sagt Vorsitzender Heinrich Hammer: „Es war alles super.“ Das sieht auch die Polizei so, aus deren Sicht verlief das Altstadtfest 2025 „völlig unproblematisch“.