Salzburg ist einmal im Jahr Mekka für europäische Trail-Läufer und beherbergt die Ultratrail-Veranstaltung Mozart100, an der in diesem Jahr über 3000 Athletinnen und Athleten aus 72 Nationen an den Start gegangen sind. Unter ihnen zwei Dinkelsbühler und ein Ehinger Sportler.
Der Mozart100 geht über mehr als 120 Kilometer und 5800 Höhenmeter. Start und Ziel war am Kapitelplatz in der Salzburger Altstadt. Diese Herausforderung nahmen mit Michael Kuhbach, Florian Zech (beide TSV Dinkelsbühl) und Jochen Bachbauer (VfL Ehingen) an. In einer Pressemitteilung berichten sie von ihren Erfahrungen.
Um 5 Uhr morgens fiel demnach der Startschuss. Die Route des Mozart100 führte die Teilnehmenden quer durch die Salzburger Innenstadt, bevor es in Richtung Salzkammergut ging. Dort angelangt, wartete der Gipfel des Zwölferhorns und der Schafberg, ehe es wieder zurück nach St. Gilgen am Wolfgangsee ging.
Von dort führte die Strecke Richtung Fuschl am See (Flachgau) und auf dem Rückweg in die Stadt Salzburg stand noch die Überquerung des Nocksteins, des Gais- und des Kapuzinerberges an. Alle drei Vertreter aus der Region kamen laut ihrer Mitteilung „sehr gut ins Rennen und konnten ihre gesteckten Kilometerzeiten in den ersten 20 Kilometern routiniert abspulen“.
„Die Vorbereitungen auf diesen Lauf liefen sehr gut und somit konnten wir dank unserer Trainingsvorbereitungen von je über 2000 Kilometern dieses Jahr anfänglich etwas zurückhaltend, jedoch insgesamt selbstbewusst in dieses Rennen starten“, resümierten Zech und Kuhbach, die Ende April bei den deutschen Ultratrail-Meisterschaften gemeinsam mit Michael Lutz, der dieses Rennen in Salzburg verletzungsbedingt absagen musste, Dritte in der Mannschaftswertung wurden.
Ihre Routine hätten sie beide weiter ausgespielt und sich bereits im ersten Drittel des Rennens in den Top 60 festgesetzt, berichten sie. Im weiteren Rennverlauf hätten sie dann beide, wie schon bei der deutschen Meisterschaft, Platz um Platz gutgemacht.
Im steiler und alpiner werdenden Abschnitt gelang es Kuhbach, einen etwas schnelleren Rhythmus zu laufen, wodurch er sich absetzen und in die Top 40 vorstoßen konnte. Bachbauer, der dieses Jahr in der Vorbereitung mit der ein oder anderen Laufpause zu kämpfen hatte, habe sich sein Rennen weiter sehr gut eingeteilt.
In der zweiten Rennhälfte ab Kilometer 60 blieben Zech und Kuhbach weiter stark und konnten auch etwaige Schwächephasen gut überstehen und sich weiter im vorderen Feld beziehungsweise in den den Top 40 behaupten, ist der Pressemitteilung zu entnehmen. In seiner Spitzenphase bei Kilometer 110 gelang es Kuhbach, bis auf Platz 31 vorzulaufen und der Abstand zu Zech habe zu diesem Zeitpunkt gut 15 Minuten betragen.
„Die finalen zehn Kilometer hatten es jedoch in sich“, berichten die Läufer. Auf den letzten Kilometern neben dem Aufstieg auf den Gaisberg und dem sofort darauf folgenden Downhill auch noch der Kapuzinerberg mit seinen gut 230 Höhenmetern und 261 Stufen gewartet. Und es hatte angefangen zu regnen. Mit diesen Bedingungen sei Zech jedoch sehr gut zurechtgekommen und habe so in der finalen Phase auf Kuhbach wieder Boden gut gemacht.
Nach einem Downhill in die Salzburger Altstadt sollte es geschafft sein. Nach 15:11:54 Stunden blieb die Uhr für Kuhbach als gesamt 35. und siebtbester Deutscher sowie als Fünfter in der Altersklasse M40 auf dem Kapitalplatz in Salzburg stehen. Zech folgte gleich danach mit 15:14:16 Stunden als 37. der Gesamtwertung (neuntbester Deutscher) und Sechster in der Altersklasse M 40.
„Zum Schluss hieß es für mich nur noch Augen zu und durch“ erinnert sich Kuhbach an seine letzten Kilometer und mit Zech war er sich einig: „Es war ein perfektes Rennen, mit einem perfekten Ergebnis, vor allem, wenn man die internationale Teilnehmerstärke betrachtet.“ Zech ergänzt: „Dieses Topergebnis war bei so einer Streckenlänge nur mit einem Support-Team der Extraklasse möglich“, weshalb sich beide direkt im Ziel bei ihren Familien und ihrem Teamkollegen Michael Lutz für die federführende Koordination am Streckenrand bedankten.
Bachbauer war zu diesem Zeitpunkt noch auf der Strecke und hatte neben dem immer stärker werdenden Regen und der einbrechenden Dunkelheit auch weiter mit muskulären Problemen zu kämpfen. Dank seines Willens und Biss habe er aber sein bisher längstes Rennen nach 18:27:30 Stunden als 152. und 16. in der M 45 „gut und glücklich ins Ziel“ gebracht.
Über die etwas kürzere Ultrastrecke mit 92 Kilometern und 4800 Höhenmetern waren das Läuferpaar Tanja Schienagel (Reitanlage Leibelbach) und Thomas Dahmen (TSV Dinkelsbühl) mit dabei. Vom Start in Fuschl am See an gestaltetet Dahmen sein Rennen ambitioniert, was er nach den ersten langen Anstiegen so nicht durchziehen konnte. Dank einer Tempo-Anpassung und seiner Läufererfahrung konnte er sein Rennen weiter positiv gestalten und als 52. (Neunter in der M40) nach 12:57:51 Stunden erfolgreich beenden. „Da haben mir ab Kilometer 30, mangels passender Vorbereitung, die nötigen Energiereserven gefehlt. Doch das Finish zählt und darüber bin ich mehr als glücklich“, wird Dahmen in der Pressemitteilung zitiert.
Für Tanja Schienagel sei dieses Rennen das erste Mal auf alpinen Trails überhaupt gewesen und darüber hinaus über eine Ultradistanz. Die Strecke und die Bedingungen hätten von ihr alles abverlangt. Sie beendete das Rennen als 25. Frau und Vierte in der Klasse W40 nach 15:26:19 Stunden.