Umgestaltung der Altmühl: So wird Bayerns langsamster Fluss wieder natürlich | FLZ.de

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Umgestaltung der Altmühl: So wird Bayerns langsamster Fluss wieder natürlich

Einbau von Totholz als Lebensraum und Strukturelement.  (Foto: Wasserwirtschaftsamt)
Einbau von Totholz als Lebensraum und Strukturelement. (Foto: Wasserwirtschaftsamt)
Einbau von Totholz als Lebensraum und Strukturelement. (Foto: Wasserwirtschaftsamt)

Seit mehr als 30 Jahren entwickelt das Wasserwirtschaftsamt Ansbach an der Altmühl, dem „langsamsten Fluss Bayerns“, wieder eine am ursprünglichen Zustand ausgerichtete Flusslandschaft. Ab August wird die ökologische Umgestaltung der „Oberen Altmühl“ zwischen Thann und Leutenbuch fortgesetzt.

Dem Fluss fehlt es an Dynamik

Durch den monotonen, geradlinigen Gewässerverlauf fehle es dem Gewässer zwischen Neunstetten (Stadt Herrieden) und Ornbau an Dynamik und Struktur, heißt es in einer Pressemitteilung des Amtes. Der Mangel an Ufergehölzen führt in den Sommermonaten zu hohen Wassertemperaturen. Lebensraum für Fische und Kleinstlebewesen ist Mangelware. Abgeschwemmte Nährstoffe und Sedimente aus den umliegenden Flächen gelangen insbesondere über die kleineren Zubringer und Entwässerungsgräben in das Gewässer, Algenblüte ist die Folge.

Bei der jetzigen Umgestaltung steht die Verbesserung der Gewässerstruktur und -qualität im Vordergrund. Es werden an verschiedenen Stellen Maßnahmen zum Wasser- und Sedimentrückhalt umgesetzt. So werden zum Beispiel flache Mulden auf staatlichen Flächen parallel zur Altmühl angelegt. In diesen versickert das Wasser langsam in den Boden und Schwebstoffe können sich absetzen. Unterhalb von Leutenbuch soll eine ehemalige Flussschlinge der Altmühl wieder an das Gewässer angebunden werden.

Erwärmung durch Klimawandel

Die Maßnahmen im direkten Einzugsgebiet des Altmühlsees fügen sich ein in den Kontext der jüngst beschlossenen Anstrengungen zur Bekämpfung der Blaualgenproblematik im Altmühlsee. Zudem werden Buhnen aus Lehm und Totholz an ausgewählten Gewässerstellen in den Fließquerschnitt eingebaut. Diese sollen den Fließquerschnitt einengen, die Fließgeschwindigkeit abschnittsweise erhöhen und die Eigendynamik der „gemächlichen“ Altmühl anregen. Hierdurch entstehen ständig neue Lebensräume und ein dynamischer Flusslauf.

Diese neue Strukturvielfalt macht die Altmühl widerstandsfähig gegen Hochwasser, aber auch gegenüber längeren Trockenphasen. Der Erwärmung durch den Klimawandel wird mit der Entwicklung einer standortgerechten Ufervegetation begegnet. Neue Erkenntnisse verdeutlichen, wie wichtig Ufergehölze und Totholz im Gewässer für Kleinstlebewesen und Fische als Nahrungsquelle und Lebensraum sind. Daher werden im Bereich von Thann bis Leutenbuch gezielt Totholzbäume in das Ufer, aber auch in die Gewässersohle eingebaut. Damit die Baumstämme bei Hochwasser nicht aufschwimmen, werden sie eingegraben oder mit Wasserbausteinen beschwert.

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Bei den Baggerarbeiten wird im Herbst eine größere Menge an Gewässersediment und Oberboden anfallen. Interessierte Landwirte im Umkreis von Leutenbuch können sich beim Wasserwirtschaftsamt melden. Das beprobte Material kann voraussichtlich landwirtschaftlich zur Bodenverbesserung auf Ackerflächen verwendet werden.

Gewässer beschatten

Im Bereich oberhalb von Leutenbuch wird das Flurbereinigungsverfahren Altmühl IV voraussichtlich noch dieses Jahr abgeschlossen, sodass mittelfristig auch in diesem Bereich die naturnahe Umgestaltung der Altmühl fortgesetzt werden kann, um den Gewässerabschnitt fit für den Klimawandel zu machen.

Die ökologische Umgestaltung zwischen Großenried und Thann wurde im Herbst/Winter 2024 erfolgreich abgeschlossen. Zuletzt wurde im Frühjahr dieses Jahres eine Pflanzung von 500 Ufergehölzen auf der Südseite der Altmühl bei Großenried durchgeführt. Diese dienen der Beschattung des Gewässers und stellen einen natürlichen Lebensraum am Gewässer dar.

Die Wirksamkeit der Umgestaltungen der letzten Jahre wird weiterhin vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach und der Fachberatung für Fischerei Mittelfranken untersucht. Erfreulicherweise zeigen sich bei Haag bereits erste Erfolge bei der Zusammensetzung der vorgefundenen Fischarten wie auch beim Artenspektrum der Kleinstlebewesen.

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