Der bisherige „Inselweg“ vor den Toren und Türmen der Dinkelsbühler Altstadt heißt ab sofort „Sebastian-Sprenz-Promenade“. Die Umbenennung beruht auf einem Beschluss des Stadtrats.
Sebastian Sprenz wurde um 1480 in Dinkelsbühl geboren und starb vor 500 Jahren am 3. Oktober 1525 in Bruneck. Er war Hofrat und Diplomat der Kaiser Maximilian I. und Karl V., Fürstbischof von Brixen, Kanzler von Tirol, deutscher Humanist und Dichter mit einem Faible für Astronomie.
Wie Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer in seiner kurzen Ansprache betonte, zähle Sprenz somit zu den zwar bedeutendsten, aber gleichzeitig auch unbekanntesten Söhnen der Stadt. Um diesem Manko abzuhelfen, habe Professor Dr. Rudolf Springholz im Jahr 2017 eine Inschrift an der Südseite des Münsters St. Georg gestiftet, welche an den vielseitig tätigen kaiserlichen Diplomaten erinnert.
Mit der Umbenennung gehe somit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, so der OB. Da der frühere Inselweg sowohl von Einheimischen als auch von Touristen häufig begangen wird, trage dies zu einem höheren Bekanntheitswert von Sprenz bei und somit sei dieser zu Recht auch im Alltag der Dinkelsbühlerinnen und Dinkelsbühler angekommen. Eine Tafel mit Erläuterungen zum Namensgeber solle nachträglich noch angebracht werden, hieß es.
Im Anschluss an die Enthüllung des Schildes mit der Aufschrift „Sebastian-Sprenz-Promenade“ hielt Rudolf Springholz im Haus der Geschichte einen Vortrag zum 500. Todestag des Fürstbischofs und ging auf das Leben und Wirken sowie auf Details der Persönlichkeit aus dem Mittelalter ein. Der 93-jährige Referent Dr. Springholz verhehlte nicht, dass auch er erst spät – aus Anlass der 50-Jahr-Feier seines Abiturgangs im Jahr 2002 – auf den durchaus früher schon bekannten und aus dem Handwerkerstand emporgekommenen Sebastian Sprenz gestoßen sei und sich in der Folge mit ihm beschäftigt habe.