Der Innenhof des Alten Schlosses soll umgestaltet werden. In der Neustädter Stadtratssitzung wurde jetzt der von der Landschaftsarchitektin Kerstin Gruber dafür ehrenamtlich erstellte Plan diskutiert. Klar ist: Mit dem ursprünglichen „Apothekergarten” wird diese Version nicht mehr viel zu tun haben.
Zur Erinnerung: Gruber hatte sich im vergangenen Herbst an die Stadtverwaltung gewandt und die zunehmende Überwucherung und Unansehnlichkeit des bis dato vorhandenen Apothekergärtchens im Schlosshof thematisiert. Demnach seien die ursprünglichen Pflanzen zum Teil überwuchert, die eigens aufgestellten Erklärschilder kaum noch auffindbar, Unkraut breite sich aus. Zusammen mit einer weiteren Freiwilligen habe sie die Pflege des Bereichs übernommen, doch aus dem Ist-Zustand ließe sich auch mit größter Mühe nichts Ansehnliches mehr herstellen.
Grubers Angebot an den Stadtrat: Gebt mir eure Wünsche und Anregungen und ich plane euch das Areal kostenlos neu auf. Gesagt, getan. In der Sitzung am 25. November wurde die Thematik diskutiert, das Gremium äußerte etliche Vorstellungen und nun wurde als Resultat der Gruber'sche Planungsentwurf präsentiert. Dieser enthält unter anderem Blumenrasenflächen mit Frühjahrsblühern, die dann neu anzulegende (aber deutlich kleinere) Kräuterbeetflächen einrahmen. Vorgesehen sind zudem ein Weg (dessen Breite auf Anregung von FWG–Rat Reinhard Wendel von zwei auf 1,50 Meter reduziert wird), der auch um ein Rondell (Rundsitzbank) in der Mitte des Hofs herumführt, sowie ein Rosenspalier.
Die Resonanz im Gremium war überwiegend positiv und angesichts der Tatsache, dass die LAG Aischgrund eine Förderung von 60 Prozent zugesagt hatte, fielen die Reaktionen fast euphorisch aus. Zwar merkte David Muck an, dass das Ganze dann „halt nicht mehr viel mit einem Apotheker- oder Kräutergarten zu tun hat“, aber auch er stimmte schlussendlich für den Vorentwurf.
Die einzige Gegenstimme kam von Mucks Fraktionskollegin Lisa Kastelan. Diese erinnerte daran, dass die erste Kostenschätzung bei 30.000 Euro gelegen habe, man jetzt aber schon von 50.000 Euro ausgehe. „Und wir haben einen Haushalt, bei dem wir schon gar nicht mehr wissen, wo wir noch sparen sollen“, so Kastelan und erklärte, ihr sei „zugetragen worden“, dass es in den städtischen Kindergärten mittlerweile an Malpapier fehle, weil die Anschaffung desselben mit Verweis auf die Kosten verweigert werde.
Dies wiederum motivierte Bürgermeister Klaus Meier zu einem kurzen, temperamentvollen Ausbruch („Da werde ich jetzt richtig sauer. Das ist völlig falsch, da raste ich jetzt echt gleich aus.“), doch letztlich blieb dieser kurze Ausflug folgenlos: Kastelan blieb bei ihrem Nein, was an der breiten Zustimmungsmehrheit nichts änderte. Die endgültige Planung wird dem Stadtrat dann zur Genehmigung noch einmal vorgelegt.