Die Lichterfahrt der Traktoren rund um Rothenburg war ein voller Erfolg. Viele Menschen säumten die Straßen, darunter etliche Familien mit Kindern.
Der Sonntag nach den Weihnachtsfeiertagen erwies sich als optimaler Tag für die Rundfahrt der beleuchteten Bulldogs. 60 Traktoren hatten sich angemeldet, erklärte Jasmin Bock aus Oberoestheim, die mit ihrem Mann Johannes sowie Felix Sackenreuter aus Brundorf die Organisation übernommen hatte. Dass schließlich 190 Traktoren gekommen waren, habe sie überwältigt.
Auf ihrem roten Massey Ferguson ist zum Beispiel Emely Seybold aus Bellershausen gekommen. Sie hat ihren Vater Andreas und ihren Opa Georg überredet, bei der Lichterfahrt mitzufahren – das war am Samstagabend. Für eine Anmeldung war es da schon zu spät. Kurzerhand schmückten sie am Sonntagvormittag den Traktor und schon ging es los. Die Familie ist begeistert vom großen Zuspruch für die Rundfahrt.
Die Landwirte, die gekommen waren, sind in ganz unterschiedlichen landwirtschaftlichen Sparten tätig, von der Schweinemast und Schweinezucht über die Rinderhaltung mit Milchvieh bis hin zu Ackerbau, Putenaufzucht und Schafhaltung. Felix Sackenreuther vermarktet direkt in einem Häuschen nahe Brundorf. Die Menschen können sich dort selbst bedienen und sie sind ehrlich, erzählt Sackenreuther. Sie bezahlen, was sie genommen haben.
Familie Bock aus Oberoestheim vermarktet ihre Fleischerzeugnisse über „Edeka Bauernschätze“. Sie betreibt ihre Landwirtschaft konventionell, hat das Tierwohl im Auge. Haltungsstufe 4 gibt es für ihren Betrieb, die höchste, beste Haltungsform für Tiere in der konventionellen Landwirtschaft.
Für Familie Weiß aus Insingen, die einen Schweinemastbetrieb im Vollerwerb nebst Biogasanlage mit Gesellschaftern betreibt, war es selbstverständlich, an der Rundfahrt teilzunehmen. Tochter Anna-Maria Weiß ist 16: Mit dem 180-PS-Traktor fuhr sie höchstselbst aus Insingen nach Rothenburg, selbstverständlich im Besitz des passenden Führerscheins.
Kurz vor 17 Uhr war der Parkplatz von Edeka und Aldi bis auf den letzten Platz mit Traktoren besetzt, die Fahrt aufnahmen. Vorbei am Bahnhof rollten die Bulldogs durch die Würzburger Straße, fuhren durch den Heckenacker und den Bezoldweg. Eineinhalb Stunden dauerte die Rundfahrt, dann traf der Traktorkonvoi wieder am Ausgangspunkt ein – blinkend, hupend, leuchtend, mit Sternen und weihnachtlichen Figuren ausgestattet und immer wieder mit populären weihnachtlich-musikalischen Arrangements aus den Lautsprecherboxen.
Die Beleuchtung der Traktoren wird in der Regel über die Lichtmaschinen betrieben: Mit Hilfe eines Spannungsumwandlers kann eine Spannung von 240 Volt erzeugt werden, wie aus der Steckdose.
Die Stimmung war hervorragend: Groß und Klein bestaunten die beleuchteten Traktoren, kamen ins Gespräch mit den Landwirtinnen und Landwirten. Ziel der Lichterfahrt ist es, den Menschen eine Freude zu bereiten und auf die wertvolle Arbeit der regionalen Landwirtschaft mit ihren sehr guten Produkten aufmerksam zu machen. „Kurze Wege“ zeichnen die regionalen Erzeugnisse aus, so Tim Lang aus Reusch bei Rothenburg, der einen Schweinemastbetrieb hat. Sie seien damit besonders nachhaltig.
Als „gänsehautbewegend“ sieht er die Veranstaltung und seine Freude ist groß, dass so viele Menschen gekommen waren. Für die Aktion „FLZ-Leser helfen“ und für regionale Kindergärten sind die Spenden gedacht, die am Abend unter anderem für die Leberkäsbrötchen und Getränke eingegangen sind.
Und die Veranstalter sind dankbar für die große Unterstützung durch regionale Geschäfte und Anbieter. Auch die Getränke wurden gespendet, ebenso der Saft für den Punsch. 180 Geschenketüten wurden noch gepackt – mit Lebensmitteln, Stollen, Chips und weihnachtlichen Süßigkeiten. Die Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen mit Sitz in Rottendorf räumt um den Jahreswechsel ihr Lager um, so Jasmin Bock, man hätte die Produkte geschenkt bekommen und könne sie jetzt zielgruppengerecht als „Freude für alle“ weiterverschenken.
Die Lichterfahrt der Traktoren fand in der Stadt zum zweiten Mal statt und zwar mit deutlich höherer Beteiligung. Im vergangenen Jahr waren 120 Bulldogs am Start. Die Aktion ist ein Appell an die Verbraucherinnen und Verbraucher, regional erzeugte, saisonale Produkte zu kaufen. Auf einem der Traktoren war zu lesen: „Niemand soll es je vergessen, Bauern sorgen für das Essen”.